Kampnagel neu denken

Erste Ideen für die Sanierung und Weiterentwicklung des internationalen Produktionszentrums vorgestellt

(lifePR) ( Hamburg, )
Kampnagel wird umfangreich modernisiert. Die Stadt plant, die Gebäude und das Gelände im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells grundlegend zu sanieren und zu erweitern. Mitte November hat der Bund beschlossen, die Sanierung Kampnagels mit bis zu 60 Millionen Euro zu unterstützen, die in gleicher Höhe von der Stadt kofinanziert werden. Mit dieser Unterstützung kann das internationale Produktionshaus als weltweit renommiertes Zentrum für aktuelle Kunst unterschiedlicher Sparten grundlegend weiterentwickelt werden. Die Behörde für Kultur und Medien, Kampnagel und die städtische Sprinkenhof GmbH haben heute hierfür erste Ideen präsentiert.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Kampnagel ist das Zentrum für genreübergreifende, zeitgenössische Kunst in Hamburg mit internationaler Ausstrahlung. An diesem herausragenden Produktionsort werden immer wieder wichtige Impulse für unseren gesellschaftlichen Diskurs gesetzt. Schon lange planen wir, Kampnagel zu sanieren. Mit der Unterstützung des Bundes können wir das Kampnagel Gelände jetzt ganz neu denken. Wir möchten hier nicht nur zeitgemäße Produktionsbedingungen schaffen, sondern diesen historischen Ort noch weiter in den Stadtteil öffnen und zu einem zentralen Ankerplatz für Produktionen aus der ganzen Welt entwickeln. Wir wollen damit die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kampnagel sich auf dem gewohnt hohen künstlerischen Niveau als Spiel- und Produktionsstätte für die freie Szene, als Labor für spartenübergreifende Gegenwartskunst und als Raum für Begegnung der Stadtgesellschaft weiterentwickeln kann.“

Prof. Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: „Die freie Szene spielt in der Kulturlandschaft Deutschlands eine große Rolle, denn ästhetische Innovationen finden oft außerhalb etablierter Kulturorganisationen statt. Von diesem Innovationsgeist profitieren auch die Stadt- und Staatstheater. Nicht zuletzt deshalb fördern wir Orte der freien Szene – wie hier auf Kampnagel, dessen Bedeutung weit über Hamburg hinausgeht.“

Amelie Deuflhard, Intendantin Kampnagel: „Das historische Kampnagel-Fabrikgelände hat das Potenzial, ein weiterer architektonischer Leuchtturm in Hamburg zu werden und als Ort internationale Strahlkraft zu erlangen. Die umfangreichen finanziellen Mittel für die Sanierung ermöglichen uns, neue Maßstäbe zu setzen und beispielgebend zu sein sowohl hinsichtlich der Nutzung industrieller Bauten als auch für die räumliche Gestaltung eines zeitgenössischen Spiel- und Produktionsortes. Die anstehende Sanierung ist ein Prozess, der von innen heraus gestaltet werden muss, in sehr engem Austausch mit den Mitarbeiter*innen, Künstler*innen, dem Publikum und den ausführenden Architekten. Wir haben jetzt die Chance bekommen, neue Räume für künstlerische Visionen zu bauen und ein Zukunftsmodell des internationalen Theaters für die diverse Stadtgesellschaft zu entwickeln.“

Sabine Stenzel, Kaufmännische Direktorin Kampnagel: „Die hohe internationale Wahrnehmung Kampnagels als Ort der politischen Avantgardekunst wird zukünftig auch eine architektonische Entsprechung finden. Neben einer hohen Funktionalität der Räumlichkeiten und verbesserter Infrastruktur für Künstler*innen, Publikum und Mitarbeiter*innen, wird es um die größtmögliche Flexibilität in der Nutzung hinsichtlich zukünftiger Anforderungen gehen sowie um den Erhalt der besonderen Atmosphäre eines Ortes, an dem so Vieles möglich ist. Wir streben an, sowohl hinsichtlich ökologischer Baustandards als auch in Sachen Barrierefreiheit zukunftsweisende Maßstäbe zu setzen.“

Martin Görge, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Um in der Kulturfabrik Kampnagel auch zukünftig einem breiten Publikum ein vielfältiges, spartenübergreifendes kulturelles Programm an einem unkonventionellen Ort anbieten zu können, freuen wir uns, die Sanierung und Modernisierung realisieren zu können. Diese besondere bauliche Herausforderung werden wir mit unserer langjährigen Erfahrung partnerschaftlich auf den Weg bringen und so einen Ort schaffen, der auch zukünftig den Rahmen für eine renommierte Produktions- und Spielstätte bildet. Wir hoffen, damit einen bedeutenden Beitrag für den Standort zu leisten.“

Die zum Teil denkmalgeschützten Gebäude und Anlagen auf dem Gelände der ehemaligen Kranfabrik Kampnagel, auf dem sich seit Anfang der 1980er Jahre das gleichnamige internationale Produktionszentrum befindet, müssen in den nächsten Jahren grundlegend saniert und modernisiert werden. Die Stadt Hamburg plant, dies im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells durch die städtische Sprinkenhof GmbH zu realisieren, die den grundlegenden Sanierungsbedarf in einem Vorgutachten ermittelt hat. 

Nach einem Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags beteiligt sich der Bund mit bis zu 60 Millionen Euro an der Modernisierung Kampnagels. In gleicher Höhe durch die Stadt kofinanziert, stehen damit bis zu 120 Millionen Euro zur Verfügung. Damit hat Kampnagel die Möglichkeit, räumlich und konzeptionell eines der führenden internationalen Produktionshäuser zu werden.

Das renommierte Pariser Architekturbüro Lacaton & Vassal hat vor dem Hintergrund der industriellen und künstlerischen Geschichte des Geländes in einer Konzeptstudie Ideen für den Um- und Ausbau der zum Teil denkmalgeschützten Gebäude und des Geländes entwickelt und die Machbarkeit der Weiterentwicklung im Bestand geprüft. Auf Grundlage dieses Konzepts wird es durch die ausführende Sprinkenhof GmbH eine europaweite Ausschreibung im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens für die Planungsleistungen geben. Erst im weiteren Zeitverlauf nach Abschluss der Ausschreibung können Angaben zu Kosten und Zeitplan gemacht werden. 

Die Konzeptstudie für die Sanierung und Erweiterung umfasst mehrere Bereiche:


Sanierung des Bestandes und Modernisierung der Gebäude- und Bühnentechnik auf einen Stand, der für einen modernen Produktions- und Veranstaltungsort notwendig ist. Dadurch sollen die Arbeitsbedingungen verbessert und für die Besucherinnen und Besucher die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Ziel sind dabei auch die Barrierefreiheit und eine höhere Nachhaltigkeit des Gebäudes.
Neben der Sanierung sieht das Konzept auch den Neubau von zwei Gebäuden auf dem Gelände vor. Hier sollen unter anderem zusätzliche Probenräume und temporäre Künstlerwohnungen entstehen, so dass künftig Gästen aus der ganzen Welt auch günstige und produktionsnahe Unterbringung geboten werden kann.
Bessere Proben- und Arbeitsbedingungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für Künstlerinnen und Künstler sind notwendig, um das hohe künstlerische Niveau zu halten. Mit adäquaten Räumen für Proben und Produktion sollen Künstlerinnen und Künstler zukünftig auch vor Ort eigene Produktionen entwickeln können.
Zudem sieht das Konzept die mögliche Öffnung der Hallen zum Stadtteil und der während des Sommerfestivals bereits als „Avant-Garten“ genutzten Flächen zum Osterbekkanal vor.
Auch für Forschung, Bildung und Partizipation sollen neue Räume geschaffen werden, um mehr interdisziplinäre Formate zu ermöglichen und ein möglichst breites und diverses Publikum anzusprechen. Hierzu sollen neben dem neuen Workshop-/ Probengebäude auch sogenannte Kreativ-Oasen direkt am und auf dem Osterbekkanal realisiert werden.
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