MINT-Lücke: Wachstumsbremse durch weiter steigenden Engpass bei Facharbeitern

(lifePR) ( Berlin, )
Den Unternehmen fehlen aktuell 123.500 Arbeitskräfte mit einem beruflichen oder akademischen Abschluss im so genannten MINT-Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Damit bewegt sich die MINT-Lücke weiterhin auf hohem Niveau. Dies schränkt die Wachstums- und Innovationsfähigkeit der deutschen Unternehmen erheblich ein. Zunehmend fehlen nicht allein MINT-Akademiker, sondern auch Arbeitskräfte mit einer MINT-Berufsausbildung: Für 60 Prozent der offenen Stellen werden Facharbeiter, Meister oder Techniker gesucht.

Prof. Dr. Axel Plünnecke, Leiter Kompetenzfeld Humankapital und Innovation am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, betont: "Bis zum Jahr 2020 werden 670.000 Arbeitskräfte mit einer MINT-Berufsausbildung fehlen, um allein die altersbedingt ausscheidenden Fachkräfte zu ersetzen. Soll die Beschäftigung weiter wachsen, werden im Jahr 2020 bis zu 1,3 Millionen Fachkräfte fehlen. Junge Menschen sollten verstärkt für eine Berufsausbildung im MINT-Bereich gewonnen werden, denn bereits heute sind die Bedingungen für MINT-Fachkräfte attraktiv: Die Arbeitslosenquote ist niedriger als bei anderen Fachkräften, MINT-Fachkräfte sind häufiger als andere Fachkräfte in Führungspositionen und verdienen besser."

Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative "MINT Zukunft schaffen", sagt: "Hochschule und Berufsausbildung gegeneinander auszuspielen, ist töricht. Die Wirtschaft braucht Absolventen aus beiden Bereichen. Potenziale für mehr beruflich qualifizierten MINT-Nachwuchs liegen bei den 1,3 Millionen jungen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren ohne Berufsabschluss sowie bei den noch nicht ausbildungsbefähigten Schulabgängern, die Qualifizierungsbrücken benötigen. Eine gesteuerte, qualifizierte Zuwanderung ist das zweite Standbein einer schlüssigen Strategie der Fachkräftesicherung."

Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, erklärt: "In den vergangenen vier Jahren ist das Angebot an Ausbildungsstellen in den MINT-Berufen um gut elf Prozent gestiegen. Das zeigt deutlich, dass die Unternehmen auf die absehbare MINT-Fachkräftelücke reagieren. Sie können aber nicht alle Stellen besetzen, denn die Zahl der Bewerber hat nur um rund fünf Prozent zugenommen. Deshalb ist es wichtig, dass wir schon im Rahmen der Berufsorientierung stärker über die MINT-Berufe informieren."

Der MINT-Report wird zweimal jährlich durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative "MINT Zukunft schaffen".
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