MiFID II und die Auswirkungen auf Vermögensverwalter: Starker Partner als Stabilisierungsfaktor

(lifePR) ( Oberursel, )
Bald ist es soweit: Ab dem 3. Januar 2018 finden die MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) Regulierung der Finanzmärkte und die Verordnung MiFIR (Markets in Financial Instruments Regulation) offiziell in Deutschland Anwendung. Einhergehend zur komplexen Regulation werden sich sowohl Beratungsablauf wie auch ganze Geschäftsprozesse von Vermögensverwaltern nachhaltig verändern. Zumeist wird dies deutlich mehr Aufwand für Anlageberater mit Erlaubnis nach § 32 KWG mit sich bringen. Mehr denn je gilt es, das eigene Geschäftsmodell als auch bestehende Prozesse zu analysieren und die eigene Unternehmung wirtschaftlich stabil wie rundum MiFID-konform aufzustellen.

Freie Anlageberater, die in Deutschland eigenständig Bank- oder Finanzdienstleistungsgeschäfte ausüben wollen, benötigen hierzu prinzipiell eine schriftliche Genehmigung nach § 32 Kreditwesengesetz (KWG). Diese Lizenz erhalten Finanzexperten durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unter Einhaltung vielzähliger Voraussetzungen. Noch dazu unterliegen bankenunabhängige Vermögensverwalter nach § 32 KWG der regelmäßigen Überprüfung durch die Aufsichtsbehörden. War bekanntermaßen dieser Aufwand bereits in der Vergangenheit insbesondere für kleinere und mittelständische Finanzdienstleister äußerst anspruchsvoll, verändert das überarbeitete Regelwerk MiFID II ab kommendem Jahr die Welt der Vermögensverwalter nochmals nachdrücklich.

Einnahmequelle bricht weg: Zuallererst bringt die Regulation mutmaßlich Veränderungen innerhalb der Vergütungsmodelle bei vielen Vermögensverwaltern mit sich. So ist es Vermögensverwaltern ab 2018 im Rahmen eines strengen Provisionsverbotes generell untersagt, Bestandsprovisionen oder Kick-backs einzunehmen. Diese waren bisher gut kalkulierbare Einkünfte des Beraters, die künftig vollständig an die Kunden ausgekehrt werden müssen und somit grundsätzlich aufseiten des KWG-Finanzdienstleisters wegfallen. Eine Option in diesem Zusammenhang wäre es, den Schwund über Service-Gebühren aufzufangen. Denkbar zudem: Der vollständige Umstieg auf provisionsfreie Anlagefonds. Doch leider stellt sich die Suche nach den sogenannten Clean-Share-Classes als äußerst schwierig dar, da längst nicht jede Gesellschaft derartige Produkte anbietet und auch Fondsplattformen das Thema als Ganzes durchaus differenziert und komplex behandeln.

Mehr Einsatz, mehr Auslagen: Doch nicht nur die Einnahmenseite wird durch MiFID II und MiFIR stark strapaziert. So wird auch die Bereitschafts- wie Kostenseite mit neuem Ballast beladen. Beispielhaft steigen im Zuge der erhöhten Transparenzforderungen gegenüber Anlegern Beratungsaufwand, Verantwortung sowie Berichterstattungspflichten für Vermögensverwalter teils erheblich an. Exemplarisch muss die Geeignetheitsprüfung künftig höheren inhaltlichen Anforderungen gerecht werden, als dies bis dato etwa beim Anlageberatungsprotokoll der Fall ist. So hat man ab nächstem Jahr obligatorisch sowohl auf Verlusttoleranz und -tragfähigkeit des Kunden als auch die jeweilige Risikobewertung der jeweiligen Anlage einzugehen. Des Weiteren ist die Geeignetheit des Kunden hinsichtlich getätigten Investments auch nach erfolgtem Geschäftsabschluss turnusmäßig zu überprüfen.

Nicht weniger von Bedeutung: Ab 2018 wird ein vierteljährliches Reporting gegenüber dem Kunden für Vermögensverwalter, respektive mit festgelegter Verlustschwelle von 10 %, verpflichtend. Darüber hinaus ist eine verbindlich vorgeschriebene Zielmarktbestimmung für Finanzprodukte vorgeschrieben. In diesem Sinne sind Initiatoren künftig verpflichtet, für alle Produkte im Portfolio (und für das Vermögensverwaltung-Modell als Ganzes) klar umrissene Zielmärkte zu definieren. Obendrein müssen Finanzdienstleister die festgelegte Anlage im Sinne des Anlegers laufend beobachten, damit einhergehende Risiken immer wieder neu bewerten sowie gegebenenfalls entsprechend reagieren. Zusätzlich gehen die neu justierten Überprüfungsregularien mit der Frage einher, in welcher Form und zu welchen Kosten Vermögensverwalter künftig die notwendigen Produktdaten erhalten und wie sie diese entsprechend verarbeiten können. Dies alles ist ohne organisatorischen Mehraufwand kaum zu bewerkstelligen.

Alternativen suchen: Als ein Zwischenfazit lässt sich festhalten: Die Vielzahl und Komplexität der kommenden Aufgaben haben dafür gesorgt, dass sich der ein oder andere Finanzdienstleister mit Erlaubnis nach § 32 KWG inzwischen für den Marktaustritt entschieden hat. Betroffene bankenunabhängige Anlageberater teilten an dieser Stelle mit, dass die neue Regulation mutmaßlich dazu führe, dass verstärkt Ressourcen für administrative Arbeitsprozesse, anstatt Anlagenberatung wie -betreuung verbraucht würden. Das eigentliche Kerngeschäft bliebe indes auf der Strecke. Anstelle eines Exits sollten Vermögensverwalter jedoch im ersten Schritt nach möglichen Alternativen suchen. Beispielhaft lassen sich über die Zusammenarbeit mit starken Partnern ganze Compliance Prozesse auslagern beziehungsweise notwendige Infrastruktur verbessern und demzufolge Kosten reduzieren. Folgerichtig geht diese Dienstleistung, wie sie etwa die Bank für Vermögen (BfV) über ihr Haftungsdach maßgeschneidert anbietet, mit Rechtssicherheit und wesentlich geringerem administrativen Aufwand für Berater einher.

Private Investing – Zeit, weiter zu denken: Ein weiterer Lösungsansatz ist zudem die Inanspruchnahme von aktiv gemanagten sowie den Vorgaben von MiFID II entsprechenden standardisierten Vermögensverwaltungslösungen auf Basis von Investmentfonds. Im Rahmen der Vermögensverwaltung Private Investing bietet die BfV ihren angebundenen Partnern beispielsweise die Chance, individuelle, auf sie zugeschnittene White-Label-Strategien hierauf aufzusetzen. Der Vermögensverwalter bleibt infolgedessen Lösungsanbieter für seine Kunden und unterbreitet an dieser Stelle als Anlageberater entsprechend Vorschläge. Das Einhalten der Finanzmarktrichtlinie (Beratungsdokumentation, Risikoüberwachung, Zielmarktdefinition etc.) wie auch Haftung übernimmt stattdessen ebenso die BfV wie die Rückvergütung der Bestandsprovision beziehungsweise Kick-back-Zahlungen oder Qualität sowie Compliance des Vertriebsprozesses. Ergänzend berücksichtigt Private Investing die Service-Fee für Vermögensverwalter und bietet diesen demzufolge eine kalkulierbare wie MiFID II konforme Vergütung. SO GESEHEN bieten sich trotz der durch MiFID II gestellten Anforderungen auch weiterhin exzellente Möglichkeiten für gut aufgestellte § 32 KWG Finanzexperten im Markt der Vermögensverwaltungen – noch dazu, da sich die Anzahl der Finanzdienstleister mutmaßlich verringern, die in Betracht kommende Menge von Anlegern indes zumindest konstant bleiben wird.
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