Samstag, 19. August 2017


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BR-Intendant Wilhelm: "Im konstruktiven Gespräch stehen die Chancen für einen beiderseitigen Interessenausgleich am besten."

Im Streit um die Tagesschau-App betont der Intendant des Bayerischen Rundfunks die Verantwortungsgemeinschaft mit den Qualitätszeitungen für die demokratische Grundordnung

München, (lifePR) - Ulrich Wilhelm im Interview mit dem Bayerischen Fernsehen im Vorfeld der sogenannten "Elefantenrunde" bei den MEDIENTAGEN München.

Wilhelm: "Es war von Anfang an meine Empfehlung, im Gespräch einen Interessenausgleich zu finden. Ich denke, ein Gerichtsverfahren kann keine klärende Lösung bringen. Wir als Qualitätsmedien bilden mit den Verlagen eine Verantwortungsgemeinschaft, die die öffentliche Meinungsbildung zum Auftrag hat - als Grundlage der Demokratie. Es wäre mit Sicherheit kein guter Weg, wenn wir uns wechselseitig kannibalisieren oder gegenseitig am Ende die Existenzgrundlage nehmen würden."

Frage: Sehen Sie da eine Idee, wo ein Kompromiss liegen könnte?

Wilhelm: "Es gibt bereits erste, sondierende Gespräche, weitere werden in den nächsten Wochen folgen und ich kann mir vorstellen, dass wir hier zu einem konstruktiven Miteinander finden. Allerdings erfordert das natürlich von beiden Seiten, dass man sich auch ein Stück bewegt. Wir in der ARD haben ja verschiedentlich angeboten, dass wir dazu bereit sind, uns in Gesprächen auf eine gemeinsame Linie einzulassen - und ich hoffe, dass das auch von Seiten der acht klagenden Verlage der Fall ist."

Frage: Könnte ein Kompromiss lauten: "weniger Text, mehr Bild"?

Wilhelm: "So einfach kann man das meiner Meinung nach nicht sagen. Der Text ist ja eine wichtige Grundlage - nehmen sie nur einmal die Hörfunkmanuskripte. Hier ist es ja auch im Zeichen der Barrierefreiheit, also der Zugänglichkeit von Informationen für zum Beispiel hörgeschädigte Menschen, geboten, dass wir die Texte unserer Rundfunkbeiträge auch als Text zur Verfügung stellen. Ich glaube, das wird keine "schwarz-weiß-Lösung" sein, also nur Text oder kein Text, sondern hier muss man sehr klug differenzieren. Aber ich halte das mit Sicherheit nicht für unmöglich."

Quelle: Bayerisches Fernsehen

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