Freitag, 20. April 2018


Katholische Frauenbewegung ohne Ellen Ammann nicht denkbar

KDFB gedenkt seiner Gründerin zum 85. Todestag/ Neue Biographie vorgestellt

München, (lifePR) - „Frauen müssen beherzt Macht annehmen. Ellen Ammann hat das vor hundert Jahren getan und dahinter dürfen wir heute angesichts der neuen politischen Strömungen nicht zurückstehen“, so der Appell von Elfriede Schießleder, der Vorsitzenden des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) anlässlich des Todestags der KDFB-Gründerin Ammann, der sich morgen, Donnerstag, zum 85. Mal jährt. Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung, heute, Mittwoch, in München, stellte Gunda Holtmann ihre neu erschienene Biographie über Ellen Ammann vor und macht dabei deutlich: „Es ist dem Einsatz von Ellen Ammann zu verdanken, dass sich auch in Bayern eine katholische Frauenbewegung konstituierte.“

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen betont Schießleder das Beispiel gebende Wirken der Frauenbund-Gründerin: „Ellen Ammann gibt uns ein lebendiges Beispiel, als Frauen unverdrossen und beharrlich auch nach politischen Aufgaben zu streben. Gerade heute ist es nötig, sich aus christlicher Überzeugung einzumischen und konstruktiv in den gesellschaftlichen Diskurs einzugreifen. Angst und Verweigerung sind keine Optionen ebenso wenig Furcht oder Abtauchen gegenüber feindlichen Gruppierungen. Ellen Ammann hat sich eingemischt, als Frauen noch wenig geübt waren im gesellschaftlichen Dialog. Dahinter dürfen wir heute nicht zurückstehen.“

Gunda Holtmann zeichnet in ihrem Buch „Ellen Ammann – eine intellektuelle Biographie“ sowohl das intellektuelle Leben als auch die geistige Arbeit der Gründerin des KDFB-Landesverbandes nach und legt ihre Denk- und Lebenswege im Kontext der katholischen Frauenbewegung dar. Holtmann, Diplom-Pädagogin und Krankenhauspastoralassistentin aus Oldenburg, macht deutlich: „Ammann war zwar ein Leben nach dem Evangelium überaus wichtig, doch sie trat für Sozialreformen ein und war treibende Kraft bei ihrer Umsetzung. Ammann befand sich stets auf einer Gratwanderung zwischen weiblicher Emanzipation und Tradition.“ Holtmann betont auch die Dimension des Erbes von Ammann: „Sie hat mit ihrer Bildungsarbeit Frauen so weit gebracht, dass diese in der Lage waren, sich überall einzumischen. Ammann blieb dabei nicht einem hierarchischen Denkmodell verhaftet, weder privat noch kirchlich.“

Ellen Ammann (1.7.1870 – 23.11.1932) gilt als eine Pionierin der Sozialen Arbeit in der katholischen Frauenbewegung um die Wende zum 20. Jahrhundert. Die gebürtige Schwedin kam 1890 nach München, engagierte sich nach der Familiengründung ab 1895 im sozialen Bereich und trat für Bildungsfreiheit und Gleichberechtigung von Frauen im Beruf und öffentlichem Leben ein.

Ellen Ammann war von 1919 bis 1932 Mitglied des Bayerischen Landtags. Keine der weiblichen Landtagsabgeordneten der Weimarer Zeit war so lange und kontinuierlich im Bayerischen Parlament vertreten wie sie. Ellen Ammann stirbt 1932 nach einer ihrer großen Reden im Landtag an den Folgen eines Schlaganfalls. Ihre erste Biografie erscheint kurze Zeit später. Das nationalsozialistische Regime lässt bald alle 60.000 Exemplare einstampfen. Man hatte nicht vergessen, dass Ellen Ammann 1923 an der Vereitelung des Hitlerputsches beteiligt war.

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