Montag, 11. Dezember 2017


KDFB: Frauen nicht im Regen stehen lassen

Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur Frauensache!

München, (lifePR) - „Wer heute Beruf und Familie gut unter einen Hut bringen möchte, steht leider in Bayern auch im Jahr 2017 noch vor großen Herausforderungen,“ machte Elfriede Schießleder im Rahmen des heutigen Fachgesprächs im Bayerischen Landtag deutlich. Die Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) war vom Sozialausschuss des Bayerischen Landtags als Sachverständige zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehört worden. „Arbeitswelt und Infrastruktur lassen vor allem Frauen zu oft im Regen stehen – mit teils gravierenden Auswirkungen für deren Alterssicherung.“ Daher zähle eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf seit langem zu den Kernanliegen des KDFB, dem mit rund 165.000 Mitgliedern größten Frauenverband in Bayern.

Frauen wünschen sich mit Blick auf Familie und Beruf heutzutage kein „entweder oder“, sondern ein „sowohl als auch“, so Schießleder. „Noch nie waren Frauen so gut ausgebildet wie heute. In jungen Jahren scheinen ihnen alle Türen offen zu stehen. Dies ändert sich für die meisten gravierend mit der Familiengründung.“ Das mache auch das Gutachten für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung sehr deutlich. „Vor allem Frauen erledigen den Großteil der unbezahlten Familien- und Sorgearbeit. Sie reduzieren deswegen die eigene Erwerbstätigkeit oder geben sie gar ganz auf – auf Kosten der eigenen Existenz- und vor allem Alterssicherung. Dabei haben diese Entscheidungen selten mit echter Wahlfreiheit zu tun, sondern sind in vielen Fällen eine Folge der gegebenen Rahmenbedingungen,“ so Schießleder.

Daher sieht der KDFB dringenden Handlungsbedarf auf allen Ebenen und nimmt in seiner Stellungnahme sowohl Politik als auch Arbeitgeber in die Pflicht:

Zu den Kernforderungen zählen neben einem bundesgesetzlichen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit vor allem: mehr Angebote für Ausbildungen in Teilzeit, eine bessere Bezahlung in Gesundheits- und Pflegeberufen und die Weiterentwicklung des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes mit der Stärkung der Gleichstellungsbeauftragten. Ein zentraler Schritt hin zu mehr Partnerschaftlichkeit und Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern bestünde letztlich auch im Schließen der Lohnlücke. Sie liegt in Bayern mit 24 Prozent sogar über dem Bundesdurchschnitt.

„Wer Frauen in Bayern wirklich unterstützen will, der kann handeln“, so Schießleder. Dazu zähle die Garantie für flächendeckende, qualitativ hochwertige, wohnortnahe und bedarfsorientierte Kinderbetreuungsmöglichkeiten, insbesondere mit Blick auf die Betreuung zu Randzeiten und jene von Schulkindern. Genauso gewinne eine gut ausgebaute Infrastruktur im Pflegebereich und Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige an Bedeutung. Auch mit Blick auf die Arbeitswelt 4.0. besteht Handlungsbedarf in Sachen Familienfreundlichkeit. Hier erachtet der KDFB allgemeinverbindliche Regelungen zu Arbeits- und Ruhezeiten bei mobilen Arbeitsplätzen und im Homeoffice sowie ein Recht auf Nichterreichbarkeit für notwendig.

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