Coronavirus: Aktuelle Zahlen zu Umsatzeinbrüchen im Gastgewerbe

(lifePR) ( München, )
Umsatzeinbrüche in 78 Prozent aller Betriebe // Auch ländliche Regionen massiv betroffen // DEHOGA Bayern erwartet von dem am Sonntag tagenden Koalitionsausschuss Liquiditätshilfen, eine Änderung der Kurzarbeitergeldregelung sowie den reduzierten Umsatzsteuersatz für Essen // Branche warnt vor dauerhaften Folgeschäden

Das bayerische Gastgewerbe wird durch die Coronakrise erheblich stärker als befürchtet getroffen. Eine Blitzumfrage unter 1.947 bayerischen Betrieben, davon 38 Prozent in Städten über 20.000 Einwohnern, ergaben folgende Auswirkungen:

78 Prozent der Betriebe verzeichnen Umsatzeinbußen in Folge der Coronakrise. Durchschnittlich brechen die Umsätze bayernweit um 29 Prozent ein. 93 Prozent aller Betriebe verzeichnen Rückgänge bei Neubuchungen, diese gehen im Schnitt um 39 Prozent zurück. Gefragt nach erwünschten Unterstützungsleistungen durch den Staat, hier waren Mehrfachnennungen möglich, erwarten 73 Prozent aller Betriebe den reduzierten Umsatzsteuersatz für Essen, 54 Prozent weitere Steuererleichterungen, 41 Prozent Liquiditätshilfen, 40 Prozent eine geänderte Kurzarbeitergeldregelung, 30 Prozent Steuerstundung sowie 27 Prozent die Stundung von Sozialabgaben.

„Die Umfrage zeigt: Nicht nur die Absage von Großveranstaltungen führt zu massenhaften Stornierungen sowie ausbleibenden Neubuchungen in Städten“, berichtet Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern, „mittlerweile bedroht die Coronakrise das Gastgewerbe flächendeckend. „Leere Betten bedeuten immer auch leere Restaurants, was extrem schnell zu dauerhaften Folgeschäden für den Tourismus, Bayerns zweitwichtigste Leitökonomie, führen kann“, führt Inselkammer aus, denn: „Was viele nicht wissen ist, dass es sich bei 87 Prozent der Betriebe um klein- und mittelständische Betriebe handelt, die fast über keine Liquidität verfügen. Bleiben hier Umsätze aus, können diese dann Forderungen nicht mehr begleichen. Somit sind die Auswirkungen existenziell. Der ohnehin stattfindende Prozess des Wirtshaussterbens wird aufgrund des Umsatzrückgangs erheblich beschleunigt werden und einmal geschlossene Betriebe werden ihre Türen nie wieder öffnen.“ Auswirkungen wird dies auf alle Akteure im ländlichen Raum haben. Denn, da Hotel- und Gastronomiebetriebe sehr stark regional vernetzt sind, wird es in Folge auch die heimische Wirtschaft extrem treffen; so werden in einem zweiten Schritt Zulieferer und Handwerksbetriebe betroffen sein, auch müssen alle Investitionen zurückgestellt werden.

Aus diesem Grund fordert der DEHOGA Bayern vom am Sonntag tagenden Koalitionsausschuss der Großen Koalition ein umfassendes Maßnahmenpaket, das unbürokratische und insbesondere für klein- und mittelständische Betriebe leicht umsetzbare Maßnahmen enthält.

Konkret fordert der DEHOGA Bayern schnell wirkende, effektive Liquiditätshilfen und Fördermaßnahmen. Zweitens eine Änderung der Kurzarbeitergeldregelung, die bis zum Ende der Pandemie gelten muss, die eine 100-prozentige Erstattung der Sozialabgaben sowie den Verzicht auf die Drittelregelung beinhaltet und nicht erst ab Antragstellung gilt, sondern ab dem Zeitpunkt des Arbeitsausfalls. Und drittens steuerliche Erleichterungen durch den reduzierten Umsatzsteuersatz für Essen, da diese Maßnahme unmittelbar greift und sofort für mehr Umsatzrendite sorgt, was insbesondere jetzt bei den wegbrechenden Umsätzen flankierend zu den Liquiditätshilfen überlebenswichtig ist. Zudem sorgt sie dafür, dass Unternehmer eventuelle Notfallkredite leichter bedienen können und, dass Betriebe überhaupt strukturell in die Lage versetzt werden, solche Krisen überstehen zu können. Präsidentin Inselkammer betont nochmal: „Gerade jetzt in der Krise wirkt die reduzierte Umsatzsteuer direkt und unverzüglich bei den Betrieben. Die Maßnahme ist von der Bundesregierung sofort umsetzbar, es müssen keine neuen Programme geschaffen werden und die Betriebe müssen dafür keine Anträge ausfüllen.“
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.