Freitag, 17. November 2017


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Europa-Symposium des Bayerischen Handwerkstages

Europa-Symposium des Bayerischen Handwerkstages

München, (lifePR) - "Der historische Erfolg der Europäischen Union steht außer Frage. Unser Kontinent kann auf eine lange Periode des Friedens zurückblicken, die Spaltung Europas wurde überwunden und auch die Wettbewerbsfähigkeit zumindest von Teilen der europäischen Wirtschaft kann sich sehen lassen. Allerdings bedurfte es zäher Überzeugungsarbeit, bis man auch in Brüssel die Mittelstandspolitik als Ansatzpunkt für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und die Bekämpfung der Herausforderungen am Arbeitsmarkt erkannte", betonte BHT-Präsident Heinrich Traublinger, MdL a. D., beim Europa-Symposium des Bayerischen Handwerkstages.

Traublinger kritisierte in seiner Rede realitätsfremde Vorschriften der EU und eine ausufernde Bürokratie: "Die Europäische Union reguliert häufig zu sehr die Details und zieht dabei zu wenig die Vielfalt in Europa in Betracht. Gerade wir im bayerischen Handwerk waren immer Anhänger eines Europa der kulturellen Vielfalt, das die Stärken und Eigenheiten der einzelnen Mitgliedstaaten und Regionen fördert und zur Entfaltung bringt."

Die Stabilisierung des Euro erklärte der BHT-Präsident zur vordringlichsten Aufgabe: "Stabiles Geld ist für Handwerk und Mittelstand ein Muss! Dies erfordert eine Stärkung der Eigenverantwortung sowohl der Banken als auch der Mitgliedsstaaten. Bei der Regulierung des Finanzwesens ist darauf zu achten, dass die Kreditvergabe an den Mittelstand nicht erschwert wird." Als weitere wichtige Aufgabe nannte Traublinger die Energie- und Klimapolitik. Besonders die Klimaziele könnten nicht durch staatliche Alleingänge erreicht werden, so der BHT-Präsident. Dafür forderte er von der EU einen stabilen, klar strukturierten Rahmen, ohne sich in einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen zu verzetteln.

Im Bezug auf das europäische Vertragsrecht darf es aus Sicht des bayerischen Handwerks keine weitere Verschärfung des Verbraucherschutzes zulasten kleiner und mittlerer Unternehmen geben. Eine Ausweitung der Mutterschutzfristen bzw. der Einführung eines neuen Vaterschaftsurlaubs durch eine Revision der Mutterschutzrichtlinie lehnt das Handwerk ebenfalls strikt ab, da die ausgeweiteten Freistellungszeiträume gerade für kleine und mittlere Unternehmen nicht handhabbar sind.

"Die Öffnung der Märkte in Europa bietet für das Handwerk aber auch enorme Chancen. Der Außenhandel verbucht überdurchschnittliche Wachstumsraten. Die Zahl der Handwerksbetriebe, die grenzüberschreitend tätig sind, hat sich daher in den vergangenen zehn Jahren deutlich erhöht. Rund 12.000 bayerische Betriebe sind heute im Ausland aktiv - das entspricht sechs bis sieben Prozent", sagte der BHT-Präsident. Um dieses Potenzial zu steigern, helfen die Handwerkskammern den Betrieben durch eine breitgefächerte Exportberatung. Ein weiterer wichtiger Dienstleister für exportwillige Handwerksunternehmen ist außerdem die Exportfördergesellschaft Bayern Handwerk International - ein Unternehmen der bayerischen Handwerkskammern. "Trotz aller Herausforderungen, denen wir uns aktuell stellen müssen, ist Europa unsere Zukunft!", beendete Traublinger seine Ausführungen.

Nach der Rede von Emilia Müller, Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten zum Thema "Aktuelles aus Brüssel - wovon kann das Handwerk profitieren?" diskutierten die bayerischen Europaabgeordneten Markus Ferber (Fraktion der Europäischen Volkspartei, EVP), Dr. Angelika Niebler (Fraktion der Europäischen Volkspartei, EVP) Ismail Ertug (Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament, S & D) und Nadja Hirsch (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa, ALDE) über Lösungsansätze. Die Diskussion wurde moderiert von Dr. Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkstages (BHT).

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