Montag, 29. Mai 2017


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"Es gibt keinen Anspruch darauf, dass jede Generation immer mehr hat"

Erzbischof Reinhard Marx zur Gerechtigkeitsidee, den Spannungen zwischen Moral und Recht und der Frage nach einer gerechten Altersversorgung

(lifePR) (München, ) Professor Dr. Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, war am 2. März 2010 Gastreferent bei "BVK im Dialog" in der Bayerischen Versorgungskammer. Das Thema des Abends hieß "Gerechtigkeit, Gerechtigkeit, ihr sollst du nachjagen". Vor gut 130 Gästen, unter anderem aus Politik, Berufskammern und Verbänden, beleuchtete Erzbischof Marx in seinem Vortrag eindrucksvoll das Spannungsgefüge zwischen Moral und Gesetz und zeigte auf, dass Gleichheit und Liebe wesentliche Voraussetzungen für Gerechtigkeit sind. Leidenschaftlich plädierte Erzbischof Marx für die Teilhabegerechtigkeit und damit die realistische Chance jedes Menschen, sich in der Gesellschaft einbringen und sinnvoll betätigen zu können.

"Gerechtigkeit ist eine sehr komplexe Herausforderung und die vollkommene Gerechtigkeit wird man wohl nicht herstellen können - aber nachjagen sollst du ihr", verwies der Erzbischof auf das fünfte Buch Moses im Alten Testament der Bibel. Gerechtigkeit ist etwas, an dem man permanent arbeiten muss. Gerechtigkeit umfasst aber mehr als nur die Anwendung der geltenden Gesetze, so Marx: "Wenn man im Himmel ankommt, vor Gott tritt und sagt: Lieber Gott ich bin nicht vorbestraft - dann ist das zu wenig". Moralisches und nachhaltiges Handeln zeichnet sich vielmehr dadurch aus, den Rahmen des Erlaubten verantwortungsbewusst auszufüllen. Dies gilt auch auf den Kapitalmärkten.

Bezogen auf die Altersversorgung betonte der Erzbischof, dass die heutigen Rentner insgesamt die höchsten Rentenleistungen beziehen, wenngleich nicht in der monatlichen Höhe, so doch in der Dauer des Bezugs. "Wer heute vor die Wahl gestellt ist, ob er eine höhere Rente oder ein längeres Leben will", so der Erzbischof, "entscheidet sich zumeist für das längere Leben." Es liegt dann aber auch in der Verantwortung jedes Einzelnen, durch eine längere Lebensarbeitszeit oder zusätzliche Vorsorge für einen Ausgleich zu sorgen. Denn, "es ist gerade keine Frage der Gerechtigkeit, dass jede Generation immer mehr hat".

Mit Professor Dr. Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, hat die BVK einen Gastredner gewonnen, der sich wie wenige andere nicht nur mit Fragen der Kirche und des Glaubens, sondern mit Leidenschaft auch zu gesellschafts- und sozialpolitischen Fragestellungen sowie zu Fragen nach einer gerechten, globalen Wirtschaftsordnung äußert. Reinhard Marx ist daher auch als mahnender Geist ein regelmäßiger Begleiter von Politik und Wirtschaft, so zuletzt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Mit der Veranstaltungsreihe "BVK im Dialog" lädt die Bayerische Versorgungskammer seit 2002 zu Vorträgen rund um das Thema Altersversorgung ein. 2010 wandte sich die Veranstaltungsreihe "BVK im Dialog" nach Themen zur Kapitalanlage, zur Demographie und zur Europapolitik nun erstmals den Fragestellungen der Moral und Ethik zu. Gäste der Veranstaltung sind regelmäßig Vertreter der Politik, der aufsichtsführenden Ministerien, der Berufskammern, der kommunalen, kirchlichen und berufsständischen Verbände sowie Geschäftspartner der Bayerischen Versorgungskammer.

Als größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe Deutschlands ist die Bayerische Versorgungskammer ein Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für berufsständische und kommunale Altersversorgung. Sie führt als Oberbehörde im Ressort des Bayerischen Staatsministeriums des Innern gemeinschaftlich die Geschäfte von zwölf rechtlich selbständigen berufsständischen und kommunalen Altersversorgungseinrichtungen mit insgesamt ca. 1,7 Mio. Versicherten, ca. 3,2 Mrd. € jährlichen Beitrags- und Umlageeinnahmen und ca. 2 Mrd. € jährlichen Rentenzahlungen. Sie managt für alle Einrichtungen zusammen ein Kapitalanlagevolumen von derzeit ca. 42 Mrd. €. Die BVK beschäftigt rund 1 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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