US-Arbeitsmarkt: Stellenzuwachs verlangsamt

In den USA sind im Dezember 2016 etwas weniger neue Jobs geschaffen worden als im Trend der vergangenen Monate / Die US-Notenbank kann an ihrem bisherigen Kurs zögerlicher Zinsanhebungen festhalten

(lifePR) ( Bielefeld, )
In den USA hat sich der Beschäftigungsaufbau außerhalb der Landwirtschaft im Dezember 2016 auf 156 Tsd. Stellen etwas verlangsamt. In den drei Monaten zuvor wurden im Trend jeweils 180 Tsd. neue Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote ist nach dem kräftigen Rückgang im November wieder leicht gestiegen, und zwar auf 4,7 %. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten um 0,4 % gegenüber dem Vormonat zu, und damit kräftiger als im Trend der Monate zuvor. Der stärkere Anstieg erklärt sich zum Teil auch durch das im Dezember in Kraft getretene Gesetz zur Bezahlung von Überstunden, von dem rund vier Mio. Arbeitnehmer profitieren dürften. Die Jahresveränderungsrate der durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhte sich damit auf 2,9 %. Sie wird sich unserer Einschätzung nach in den kommenden Monaten um 3 % bewegen. Angesichts des erreichten hohen Beschäftigungsniveaus ist der Lohnauftrieb bemerkenswert verhalten. Die Fed wird deshalb wohl an ihrem zögerlichen Kurs gradueller Leitzinserhöhungen festhalten. Die nächste Zinsanhebung erwarten wir für den Sommer.

Der US-Arbeitsmarkt wies im abgelaufenen Jahr 2016 eine robuste Entwicklung auf. Es wurden 2,2 Mio. neue Jobs geschaffen (2015: 2,7 Mio.), die Zahl der Arbeitslosen hat sich um rund 400 Tsd. verringert, und die Arbeitslosenquote sank nochmals leicht. Trotz dieser Verbesserungen gibt es weiterhin Anzeichen für eine (strukturelle) Unterbeschäftigung in den USA. So ist der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten, die aus wirtschaftlichen Gründen keine Vollzeitstelle finden, noch immer leicht erhöht. Auch die Partizipationsrate liegt derzeit bei 62,7 % noch knapp vier Prozentpunkte unter ihrem langjährigen Durchschnitt. Zudem ist die Zahl der Arbeitsfähigen ab 16 Jahre aufwärts, die dem Arbeitsmarkt derzeit nicht zur Verfügung stehen (Stille Reserve), Ende 2016 auf den Rekordstand von über 95 Mio. gestiegen. Ihr Anteil an der arbeitsfähigen Bevölkerung beläuft sich auf 37 %! Auch das sind gut vier Punkte mehr als vor Ausbruch der Finanzkrise. In der Arbeitsmarktstatistik spielen diese bei der Ermittlung der offiziellen Arbeitslosenzahlen und -quote jedoch keine Rolle. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit dürfte also höher sein. Die ausgewiesene Vollbeschäftigung erscheint daher in einem anderen Licht.

Unserer Einschätzung nach werden sich die monatlichen Beschäftigungszuwächse bei den von uns erwarteten moderat bleibenden BIP-Wachstumsraten im Trend jedoch verlangsamen, die Arbeitslosenquote nur noch wenig sinken und sich der Lohnauftrieb nicht deutlich verstärken. Durch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird der private Konsum künftig also weniger Unterstützung erhalten.
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