EZB überschüttet die Finanzmärkte mit Liquidität

(lifePR) ( Bielefeld, )
Die EZB hat die Leitzinsen heute erneut gesenkt und ihre Liquiditätsmaßnahmen kräftig ausgeweitet. Grundlage hierfür war die Rücknahme ihrer BIP-Projektion für 2012 auf 0,3%. Der zentrale Leitzins dürfte bis zum Frühjahr auf 0,5% sinken.

- Auch auf der zweiten EZB-Ratssitzung unter der Leitung des neuen Präsidenten Draghi sind die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt worden. Mit 1,0% entspricht der Hauptrefinanzierungssatz nun seinem Jahresanfangsniveau.
- Den Zinsschritt hatte die EZB im Zuge einer deutlich düsteren Einschätzung der EWU-Wachstumsperspektiven auf ihrer Ratssitzung im November implizit bereits angekündigt. Heute senkte sie ihre BIP-Projektion für 2012 deutlich von 1,3% auf 0,3%. Damit erwartet sie nun eine milde Rezession. Aufgrund der Schuldenkrise sieht sie die Projektionsrisiken als "erheblich" abwärts gerichtet an. Die für 2013 erstmals benannte BIP-Projektion liegt bei 1,3%.
- Der Inflationsausblick der EZB hat sich aufgehellt. Die Notenbank senkte ihre Inflationsprojektion für 2012 von 1,7% auf 1,3%. Bei "weitgehend ausgeglichenen" Risiken für die Preisentwicklung rechnet sie für die nächsten Monate mit einer weiterhin klar über 2,0% liegenden Inflationsrate. Aufgrund der von ihr erwarteten schwachen Konjunktur wird diese im Trend aber abnehmen. Für 2013 rechnet die Notenbank mit einem Preisanstieg von 1,5%.
- Die Liquiditätsmaßnahmen sind von der EZB kräftig ausgeweitet worden. Zur Stabilisierung des Bankensektors stellt sie zwei zusätzliche 3-Jahrestender bereit, die optional nach einem Jahr zurückgezahlt werden können. Zudem hat sie die Anforderungen für Sicherheiten bei Refinanzierungsgeschäften gelockert und die Mindestreservequote von 2,0% auf 1,0% gesenkt.
- Für die nächsten Monate erwarteten wir schwache Konjunkturdaten und anhaltende Verspannungen auf dem Geld- und Staatsanleihemarkt. Dies deutet auf eine weiter ultra-expansiv ausgerichtet bleibende Geldpolitik hin; je nach Bedarf dürfte die EZB ihre Liquiditätsmaßnahmen noch ausweiten. Mit Blick auf das gestiegene Zahlungsausfallrisiko einzelner Länder gilt dies besonders für Staatsanleihen. Hierbei darf es aber keinen Free Lunch geben. Vielmehr muss dazu übergegangen werden, dass die betroffenen Länder Sicherheiten (z. B. Gold-/Devisenreserven) für die Hilfe der EZB zu erbringen haben. Nur so lässt sich der Konsolidierungs- und Reformdruck dauerhaft aufrechterhalten.
- Aufgrund der zuletzt gestiegenen systemischen Risiken gehen wir nun davon aus, dass der Hauptrefinanzierungssatz bis zum Frühjahr auf 0,5% sinken wird. Die EZB dürfte dies mit der rückläufigen Inflationsrate rechtfertigen.
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