Droht eine Spekulationsblase?

(lifePR) ( Stuttgart, )
Die Notenbanken forcieren mit dem neu aufgelegten Anleihenkaufprogramm und dem Festhalten an einer Niedrigzinspolitik die Bildung von Spekulationsblasen. Starke Kursschwankungen an den Kapitalmärkten seien daher unausweichlich, sagen die Kapitalmarktexperten von ELLWANGER & GEIGER Privatbankiers.

Die expansive Geldpolitik der Notenbanken der vergangenen Monate beflügelte die Aktienkurse. Aus Mangel an Alternativen nehmen Privatanleger aktuell höhere, fundamentale Aktienbewertungen in Kauf. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie Anleger in dem Moment reagieren, im dem erste, nachhaltige Zinserhöhungsfantasien die Märkte in Bewegung bringen und damit wieder niedrigere Aktienbewertungen gerechtfertigt wären. Privatanleger sollten sich vor Augen führen, dass der nächste Kurseinbruch nur eine Frage der Zeit ist. "Vor diesem Hintergrund ist ein gut diversifiziertes Portfolio entscheidend, um sich vor starken Kurseinbrüchen in einem Anlagesegment zu schützen", sagt Andreas Rapp, Leiter Private Banking bei ELLWANGER & GEIGER.

Spekulationsblasen können prinzipiell in allen Vermögensmärkten auftreten - Aktien und Immobilien sind dabei nur die wichtigsten. Ebenso kann es zu Übertreibungen in Anleihemärkten, bei Edelmetallen oder Rohstoffen kommen. Grundsätzlich ist eine Differenzierung zwischen "hohen Bewertungen" und "Spekulationsblasen" sehr schwierig. Denn kurz bevor eine Blase platzt, ist der Markt prinzipiell von stark angestiegenen Preisen für Wertanlagen geprägt. Finanziert werden diese zu einem wesentlichen Teil mit Krediten, die das Wirtschaftswachstum begünstigen. Auf dem Höhepunkt einer Blase reichen schon kleine Enttäuschungen - wie unerwartete Zinserhöhungen oder sinkende Erträge - aus, die einen Preisverfall auslösen können. Um den Verlust möglichst gering zu halten und die Kredite aus den Erlösen einer Wertanlage zu bezahlen, steigen die Verkäufe und die Vermögenswerte beginnen zu fallen.

"Auch wenn man den Mechanismus durchschaut, der Spekulationsblasen zugrunde liegt, ist es schwer, den Zeitpunkt zu prognostizieren, an dem eine Blase platzt", sagt Rapp. "Daher sollten Anleger ihr Portfolio so strukturieren, dass auch Kursverluste verkraftbar sind."
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