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Pressemitteilung BoxID: 167767 (Bankhaus Ellwanger & Geiger AG)
  • Bankhaus Ellwanger & Geiger AG
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Die Marktmeinung aus Stuttgart

(lifePR) (Stuttgart, ) Die Abhängigkeit der europäischen Aktienmärkte vom US-Markt zeigte sich in den letzten Tagen wieder deutlich. Während am Montag eine Seitwärtsrichtung angesagt war, bedingt durch einen amerikanischen Feiertag, fielen am Dienstagmorgen die Aktienkurse stark zurück, da die EZB für die europäischen Banken noch immenses Abschreibungspotential sah. Daraufhin fiel der Euro unter 1,22 zum Dollar zurück. Hinzu kamen schwache Konjunkturdaten zur Entwicklung der Industrie in China und damit das Signal, dass ein zweistelliges BIP-Wachstum in diesem Umfeld nicht mehr möglich sein kann. Doch die Sorgen hielten nicht lange an, insbesondere die institutionellen Anleger starrten auf die um 15.30 Uhr bekannt gegebenen Indexzahlen - den US-Einkaufsmanagerindex und die US-Bauausgaben. Beide Zahlen zeigten sich positiv bzw. nicht so weit rückläufig wie erwartet. Dies reichte aus, dass die Investoren dem Herdentrieb nachgaben und innerhalb einer Stunde den DAX bis an die Grenze von 6.000 Punkten hochzogen und damit sämtliche Vortagesverluste wieder wettmachten. Die Schuldenkrise in Europa und die rückläufigen Konjunkturdaten in China haben sich damit zwar nicht in Luft aufgelöst, traten aber mit den guten Zahlen aus den USA sofort wieder in die zweite Linie zurück. Wie dies oft mit guten Zahlen ist, auch diese reichten nicht einmal eine Börsensitzung aus, um den Dow-Jones-Index oben zu halten. Ängste vor einer Ausweitung der Ölkrise - BP spricht von 990 Mio. US-Dollar Schadenssumme - zogen den Index am Schluss wieder in ein Minus. Da auch die asiatischen Börsen schwächer schlossen, wird sich die Unselbständigkeit der europäischen Aktienmärkte wieder deutlich zeigen und einen neuen Abwärtsverlauf vornehmen. Der DAX hat eine kleine Unterstützungslinie bei 5.850 bzw. 5.600 Punkten oder als unterste Unterstützungslinie 5.450 Punkte. Er müsste über die 6.160 Punkte hinauskommen, um neue Höchstkurse generieren zur können. Der Euro Stoxx 50 liegt in einem breiten Seitwärtstrendkanal zwischen 2.300 Punkten und 2.480 Punkten.

Dem Dow-Jones-Index muss es gelingen, über die 10.250- Punkte-Marke hinauszukommen, um aus seinem augenblicklichen Abwärtstrend zu entkommen, ansonsten besteht Rückschlagsgefahr bis 9.500 Punkte.

Die Flucht der Anleger in Sachwerte bleibt bestehen, Immobilien und Gold haben weiterhin Hochkonjunktur. Selbst die Kunstmärkte zeigen nun wieder im oberen Preissegment neue Rekordzahlen. Aber insbesondere das Gold zeigt schon fast panikartige Käufe, verursacht durch viele Kleinanleger, die sich Münzen und kleine Barren zulegen. Im Eurobereich ist der Kilobarren auch schon wieder über 1.000 Euro und im Dollar erklimmt er ebenfalls neue Höchstkurse mit 1.225 Dollar die Unze. Besonders beliebt sind die Gold-ETFs, die dem Anleger die Möglichkeit bieten, sich das Edelmetall ausliefern zu lassen.

Für die Aktieninvestoren bleibt das Marktumfeld weiterhin angespannt, die Börsen werden unverändert mit einer hohen Volatilität aufwarten. Dieses Szenario eignet sich ausschließlich für tradingorientierte Anleger, ansonsten bleibt eine defensive Anlagestrategie angebracht. Dazu zählt die Branche Medizintechnik/Gesundheitswesen und unter Dividendengesichtspunkten auch die Branche der Telekommunikation. Bei den Einzelwerten sehen wir Fresenius und Johnson & Johnson sowie die Telefonica und die KPN als kaufenswert an.