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Pressemitteilung BoxID: 163263 (Bankhaus Ellwanger & Geiger AG)
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Die Marktmeinung aus Stuttgart

(lifePR) (Stuttgart, ) Nach den schweren Einbrüchen der Aktienmärkte in der letzten Woche haben die Regierungen der EU am Wochenende wieder einmal einen Rettungsschirm aufgespannt. Dieses Mal nicht zu Gunsten der Banken, sondern um den Euro "zu retten". Nachdem bekannt geworden war, dass das europäische Rettungspaket für die Länder, die in eine starke Schuldenkrise geraten sind, ein Volumen von 750 Mrd. Euro beinhaltet, kam es am Montag zu einem Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten, und dies nicht nur innerhalb Europas, sondern weltweit. Auch der Euro konnte gegenüber dem Dollar einen starken Kursauftrieb erreichen, bis 1,30. Allerdings hielt die Freude nicht lange. Nachdem der IWF vor strukturellen Schwächen der Eurozone gewarnt hatte, fiel die Gemeinschaftswährung wieder stark zurück auf 1,27 Dollar und die Anleger flüchteten ins Gold. Hier liegt der Preis inzwischen bei über 1.200 Dollar die Unze. Diese ungewöhnlichen Devisenachterbahnfahrten scheinen nun auch wieder den Aktienmärkten bevorzustehen, denn nach dem starken Anstieg erfolgte bereits am Dienstag die Ernüchterung. Viele Anleger nehmen kurzfristig ihre erzielten Gewinne mit, auch verursacht durch die schwache japanische Börse. Die Indizes zeigen einen sehr angespannten Verlauf. Nach dem Abrutschen des DAX unter die 5.700-Punkte-Marke konnten kurzfristig wieder 6.000 Punkte erreicht werden. Augenblicklich liegt der Index allerdings auf seiner 200-Tage-Durchschnittslinie von 5.900 Punkten. Erst ein Überschreiten von 6.150 Punkten würde wieder neue Kurssteigerungen möglich machen, anderenfalls ist auch noch ein Rückschlag bis 5.450 Punkte jederzeit möglich. Der Euro Stoxx 50 hat starke Kursausschläge hinter sich und liegt nun wieder auf seiner Unterstützungslinie von 2.450 Punkten. Rückschlagsgefahr besteht bis 2.350 Punkte, erst nach einer Kurssteigerung von über 2.550 Punkten wären neue Gewinne möglich. Der Dow-Jones-Index liegt nun wieder auf der Unterstützungslinie von 10.750 Punkten, eine Erholungstendenz wäre erst sichtbar bei über 11.000 Punkten.

Das Rettungspaket für die EU-Länder war sicherlich notwendig, allerdings geht dies zu Lasten der EZB und ihrer Unabhängigkeit. Inzwischen hat die EZB die Vorgehensweise der Amerikaner und Engländer angenommen und ist somit stark politisch geprägt. Hier ist es sinnvoll, so rasch wie möglich zurück zur Unabhängigkeit zu kommen. Dies dürfte nicht mehr leicht sein, da das Rettungspaket den Zwang der einzelnen Länder zu echten Einschnitten stark verwässert hat. Die sog. Spekulanten werden also weiterhin die Möglichkeit haben, ihren Finger in die Wunde zu stecken, da es auch Spanien und Portugal bisher nicht gelang, glaubhafte Sparpakete zu schnüren. Mittelfristig betrachtet sind solche "Überlebenspakete" eher wachstumshemmend. So ist es durchaus vorstellbar, dass es den Euro in zehn Jahren in dieser Form nicht mehr geben wird. Kurzfristig hat das Anwerfen der "Gelddruckmaschine" positive Impulse für den Aktienmarkt. Dies zeigte sich bereits an der Wall Street und wird auch auf die europäischen Märkte überschwappen, insbesondere für die Export- und Rohstofftitel. Für Tradingkäufe sind solche Szenarien durchaus geeignet. Bei einer defensiven Anlagepolitik bleiben wir positiv für die Branchen Nahrungsmittel und Gesundheitswesen sowie einzelne Minenwerte, dies sind Bayer, Nestlé, ADM und Barrick Gold.