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Pressemitteilung BoxID: 271694 (Bankhaus Ellwanger & Geiger AG)
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Beruhigung an den Aktienmärkten

Die Marktmeinung aus Stuttgart

(lifePR) (Stuttgart, ) Die EU-Finanzminister haben am Dienstagabend darüber gesprochen, den Rettungsschirm mit einem Hebel zu versehen, so dass ein Hilfspaket von 750 Milliarden in Anspruch genommen werden könnte, und Griechenland wurde ebenfalls eine weitere Auszahlung aus dem Hilfspaket zugesichert. Erfreulich war, dass Italien sich weiter am Markt refinanzieren kann, auch wenn dies mit hohen Kosten verbunden ist, doch immerhin wurden die Anleihen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro mit unterschiedlichen Laufzeiten komplett vom Markt aufgenommen. Aus den USA kommen leichte Lichtblicke. Die Zuversicht der US-Konsumenten stieg weiter an und verbesserte damit die Verbraucherdaten.

Trotzdem bleiben die USA aufgrund ihrer extrem hohen Verschuldungsquote am Rande einer Rezession. Umso seltsamer ist mal wieder das Verhalten der Rating-Agenturen, die die europäischen Länder teilweise auf Ramschniveau herunterstufen, aber an der Bestnote der USA nicht rütteln wollen und stattdessen auch noch eine Schonfrist zum Abbau des Schuldenbergs bis nach den Präsidentschaftswahlen einräumen.

Die Anleger an den Aktienmärkten scheinen nach dem Tal der Tränen erfreut über eine technische Korrektur, die das Thema Jahresendrallye wieder in den Vordergrund schiebt. Der Verkaufsdruck scheint vorüber, wie auch die schnelle Erholung im DAX gezeigt hat. Bei weiter beruhigenden Kommentaren von der Staatsschuldenseite dürfte der DAX durchaus weiteres Potential in Richtung 6.000 Punkte haben. Auch der Euro Stoxx

50 ist wieder oberhalb seiner wichtigen Unterstützungsmarke von 2.200 Punkten gelandet und hätte somit weiteres Erholungspotential bis 2.380 Punkte. Positiver sieht es auch wieder für den Dow-Jones-Index aus, nachdem er die 11.500- Punkte-Marke überschritten hat und damit wieder in Richtung 12.300 Punkte gehen könnte.

Kurzfristig belastet die Märkte, dass die Rating-Agenturen die internationalen Großbanken herabgestuft haben und somit das kurze Aufflackern der Aktienkurse wieder eingedämmt wurde. Für viele Investoren steht der 09.12.2011 im Mittelpunkt, denn an diesem Termin sollten sich die EU-Chefs einigen, um eine weitere Eskalation in der Staatsschuldenkrise zu vermeiden. Dies ist insbesondere unter dem Gesichtspunkt wichtig, dass im Jahr 2012 ein Refinanzierungsbedarf der Staaten von 870 Milliarden besteht, wobei bei den Fälligkeiten alleine 50 Prozent auf Italien und Frankreich entfallen. Sollte die EZB nun doch offiziell stärker bereit sein, als Garant für die EU-Schulden zur Verfügung zu stehen, würde dies sicherlich zu einer Entkrampfung an den Aktienmärkten führen. Ansonsten bleibt zwar noch die Hoffnung auf eine kleine Jahresendrallye, aber die politischen Schritte sind nach wie vor unvorhersehbar. Deshalb bleiben wir bei unserer defensiven Strategie und bevorzugen Branchen aus dem Gesundheitswesen, dem Pharma- und Nahrungsmittelbereich. Dies gilt insbesondere für das Rhön-Klinikum, Novartis, Coca- Cola und Nestlé.