Montag, 23. April 2018


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Atempause

Die Marktmeinung aus Stuttgart von Michael Beck

Stuttgart, (lifePR) - Eine der am häufigsten bemühten Begründungen für die Kursanstiege der letzten Monate waren die bestechenden Konjunkturdaten, die ein synchrones Wirtschaftswachstum weltweit belegten. Nun wurden gestern mit +0,80% phänomenale BIP-Wachstumszahlen für das dritte Quartal in Deutschland vermeldet – und was macht der Dax? Er geht in die Knie und verliert in der Spitze bis zu ebenjenen 0,80%. Grund war vordergründig ein infolge dieser sehr guten Zahlen anziehender Euro-Kurs, der wieder in Richtung 1,18 USD/EUR marschierte. In der Tat scheint es aber auch so zu sein, dass die klare Bergluft der Aktienindizes in den Rekordhöhen inzwischen etwas dünner wird. Doch so zäh sich der Dax beim Überwinden der 13.000er-Marke anstellte, so zäh verteidigt er diese Marke im aktuellen Korrekturtrend. Die Stärke des Euro wird zunächst weiter belasten und könnte den Dax auch nachhaltiger unter diese Marke drücken. Allerdings spricht die gegensätzliche Zinsentwicklung in den USA und Europa für eine Abschwächung des Euro und damit nachlassenden Druck von dieser Seite. In politischer Hinsicht belasten die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Bildung einer Jamaika-Koalition. Es zieht sich und eine konstruktive Vorgehensweise wird hoffentlich bis Freitag erkennbar. Interessanterweise tritt zurzeit als größter Kritiker jene Partei auf, die direkt nach der ersten Hochrechnung am Wahlabend 20 Prozent aller Wählerstimmen dem Mülleimer der Geschichte übergeben und sich in die Opposition zurückgezogen hat – die SPD. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie bei einem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen in die Bresche springen würde. Die größte und wichtigste Volkswirtschaft müsste dann wohl noch einige Monate auf eine neue Regierung warten. Bei eventuellen Neuwahlen wäre es dann sehr spannend, in welche Richtung sich die Wählergunst neigen würde und welche Protagonisten im Mittelpunkt stünden. Natürlich gilt wie immer die alte Börsenweisheit, dass politische Börsen kurze Beine haben, aber die anvisierte Weihnachtsrally dürfte in diesem Fall wohl ausfallen.

Hinzu kommen die stockenden Brexit-Verhandlungen mit den zunehmend mit sich selbst beschäftigten Briten, eine drohende Staatspleite in Venezuela und eine sich leicht abkühlende, aber immer noch ordentlich wachsende Konjunktur in China. Kein Wunder, dass der ein oder andere Anleger mit Gewinnmitnahmen liebäugelt. Es steht jedoch zu erwarten, dass diese recht schnell wieder an den Markt zurückkehren werden, solange der konjunkturelle Datenrahmenkranz weiter so bestechend ausfällt.  

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