BWIHK begrüßt Maßnahmen, die zur Versorgungssicherheit getroffen wurden

Fragen zur langfristigen Sicherung der Preisentwicklung sind aus Sicht der Wirtschaft allerdings noch offen

(lifePR) ( Stuttgart, )
Im Spitzengespräch der Landesregierung am 5. Dezember 2011 von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Franz Untersteller, Minister für Klima, Umwelt und Energiewirtschaft, mit Vertretern der baden-württembergischen Wirtschaft wurde deutlich, dass nach dem Abschalten der zwei Atomkraftwerke Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 nun durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) konkrete Maßnahmen getroffen wurden, welche die Energieversorgung für die Wirtschaft kurzfristig sichern.

Die BNetzA ermittelte fünf zusätzliche thermische Kraftwerkskapazitäten in Süddeutschland, die zur Verhinderung von Spannungsschwankungen und Black-Outs zur Verfügung stehen. Bei den Kraftwerken, zu denen unter anderem Block 3 des Großkraftwerks Mannheim sowie das Kraftwerk 2 der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden gehören, handelt es sich um eine Netto- Leistung von insgesamt rund 1.000 Megawatt. Weiter besteht eine Zusatzvereinbarung mit Kraftwerken aus Österreich, was die konventionelle Stromversorgung derzeit sichert. Dr. Peter Kulitz, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK), stellt deshalb klar: "Das heißt, dass die berechtigten Sorgen der badenwürttembergischen Wirtschaft kurzfristig, also für diese und möglicherweise die kommende Winterperiode gebannt, keinesfalls aber dauerhaft gelöst sind!".

BWIHK-Vizepräsident Burkhard Thost weist ergänzend darauf hin: "Das Problem dabei ist, dass wir mit diesen Maßnahmen lediglich auf Sicht fahren, wie das Gespräch deutlich gemacht hat. Nach Ansicht der Wirtschaft müssen hier noch weitere Maßnahmen folgen, wenn wir die langfristige Gefahr von Netzüberlastungen oder einem Absinken des Spannungsniveaus in Zukunft sicher beherrschen wollen."

Die Bundesnetzagentur bestätigt eine noch angespannte, aber derzeit als gesichert anzusehende Versorgungslage. Dabei sind hinreichende Stromerzeugungskapazitäten in Deutschland grundsätzlich vorhanden. Aber nach der Abschaltung von insgesamt 8 Kernkraftwerken sind diese Erzeugungskapazitäten alles andere als "gleichmäßig" verteilt und zunehmend volatil, was hohe Anforderungen an die Netze und der deren Transportkapazitäten stellt.

Mit der Landesregierung wurden ein Landesmonitoring und die Einrichtung eines Lenkungskreises vereinbart, der voraussichtlich im Mai 2012 erstmals tagt. Hierbei wird die Wirtschaft, auch vertreten durch den BWIHK, aktiv und sichernd mitwirken, um Risikosituationen im Interesse unseres Wirtschaftsstandortes und der Unternehmen in Baden-Württemberg auszuschalten und alle Szenarien für die Zukunft sicher zu beherrschen.

"Ich sehe im energiepolitischen Austausch eine Plattform, auf der es gelingen kann, rechtzeitig Problempunkte zu identifizieren und zu besprechen, um gemeinsam Lösungen beim Umbau des Energiesystems zu finden", äußert sich BWIHK-Präsident Kulitz zuversichtlich.

Für die Zukunft bleibt einiges zu tun, denn so hilfreich die ersten kurzfristigen Maßnahmen der Politik in Abstimmung mit der Wirtschaft sowie konkret den Energieerzeugern und Netzbetreibern auch sind, so bleiben mittelfristig wesentliche Fragen noch unbeantwortet.

Es stellt sich die Frage nach einem realistischen Zeitplan zum zügigen Ausbau der Transport- und Verteilnetze sowie der Vorhaltungsmöglichkeiten für im Bedarfsfall erforderlich schnell reagierende Reservekraftwerke und Speicher zur langfristigen Sicherung der Stromversorgung.

Dies ist deshalb prekär, da mit dem zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energien wie beispielsweise von On- und Offshore-Windkraftanlagen und der Photovoltaik die volatile Einspeisung drastisch zunimmt, die notwendige Netzkapazität aber nicht zur Verfügung steht. De facto nimmt damit das Risiko bei einem weiter voranschreitenden Ausbau von Energieerzeugungsanlagen ohne zugehörige Begleitmaßnahmen erheblich zu. Auch mit der Fertigstellung der beiden neuen Kraftwerksblöcke in Karlsruhe und Mannheim werden die Kapazitäten nicht ausreichen.

Weiter ist für die Wirtschaft wesentlich, dass eine sichere Energieversorgung ebenso preiswürdig ist.

Der Preis ist in einem langfristig versorgungssicheren Energiekonzept von höchster Wichtigkeit für die Wirtschaft, besonders für die energieintensiven Industrien. Die badenwürttembergischen Unternehmen brauchen eine sowohl sichere wie bezahlbare Strom- und Energieversorgung für alle Betriebe und Branchen. "Dies muss unbedingt gewährleistet sein, und hier nehmen wir die Regierung auch in die Pflicht.", mahnt BWIHK-Vizepräsident Thost.

Politik und Energiewirtschaft müssen rasch belastbare Lösungen finden und entsprechende Rahmenbedingungen sicherstellen. "Die Wirtschaft steht bereit zur konstruktiven Mitwirkung- der neu geschaffene Lenkungskreis kann für diese Frage ein effektives Instrument sein", so Kulitz abschließend.
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