Montag, 23. Oktober 2017


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Wirbelsäule XY

Wie Geschlechtschromosomen Rückenschmerzen beeinflussen

Berlin, (lifePR) - Typisch männlich oder typisch weiblich - in vielen Fällen beeinflusst das Geschlecht unsere Gesundheit. Auch bei Rückenschmerzen stellen Experten Unterschiede zwischen Männern und Frauen fest. Zwar ähnelt sich die Häufigkeit der Beschwerden, doch aufgrund von Besonderheiten in der Anatomie sowie geschlechtsspezifischen Berufen weisen Frauen und Männer ihre Eigenheiten auf. "Folglich gilt es, diese bei Diagnose und Therapie zu berücksichtigen", betont Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin.

Rücken im Aufbau

Oft zeigen sich Schmerzen im unteren Rücken, also im Bereich der Lendenwirbelsäule. Kein Wunder, denn die dort befindlichen Wirbel und Bandscheiben tragen tagtäglich enorme Lasten. "Bei Frauen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu", ergänzt Dr. Sabarini: "Rumpf und Becken sind bei ihnen darauf ausgelegt, Kinder zur Welt zu bringen. Im Detail bedeutet dies, dass die Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken eine höhere Flexibilität und damit eine geringere Stabilität als bei Männern aufweist." In der Schwangerschaft weiten sich Muskeln und Bänder. In Kombination mit der ungewohnten Gewichtsverteilung entstehen dann schnell Fehlhaltungen und Verspannungen. Häufig engen die Veränderungen oder auch das Baby selbst den Ischiasnerv ein. Damit die Beschwerden nach der Geburt nicht bestehen bleiben, empfiehlt sich ein gezieltes Aufbautraining von Bauch und Rücken. Dadurch lässt sich die Lendenwirbelsäule stärken und Problemen durch Instabilitäten vorbeugen.

(Ge)wichtige Berufswahl

Nach wie vor gibt es bestimmte Berufe, in denen der Männeranteil deutlich überwiegt. Meist handelt es sich hierbei um Tätigkeiten, die körperliche Kraft fordern, beispielsweise im Baugewerbe. "Schweres Heben und andere Belastungen wirken sich schnell auf die Wirbelsäule aus", weiß Dr. Sabarini. "Bei vielen Arbeitnehmern in diesen Berufen zeigt sich erhöhter Verschleiß an Wirbeln und Bandscheiben." Unbehandelt kommt es dann zu Bandscheibenvorfällen oder Verengungen des Wirbelkanals. Darüber hinaus herrscht in diesen Berufsfeldern ein höheres Risiko für Arbeitsunfälle vor. Der Gesundheitsreport 2014 der Techniker Krankenkasse[1] zeigt, dass rund zehn Prozent hiervon Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems betreffen. Die Untersuchung zeigt außerdem, dass Männer im Jahr 2013 weitaus häufiger Arbeits- und Wegeunfälle erlitten als Frauen.

Schmerz und Psyche

Jeder Mensch empfindet Schmerzen anders. Tatsächlich beschäftigen sich immer wieder Studien mit dem Thema, ob das Empfinden auch vom Geschlecht abhängt. So leiden nach Erhebungen der EFIC (European Federation of IASP® Chapters) mehr Frauen als Männer an chronischen Schmerzen. Auf einem Kongress in Florenz 2013 zeigte der europäische Berufsverband anhand von Studien, dass Rückenschmerzen bei Frauen zudem häufiger mit Depressionen einhergehen. "Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen vor allem, dass bei jedem Patienten eine genaue Diagnose erfolgen muss, um eine individuelle Therapie abzustimmen", erläutert Dr. Sabarini abschließend. "Dabei helfen uns beispielsweise spezielle Fragebögen zur Ermittlung von Schmerzwahrnehmung und Ursache."

[1] Gesundheitsreport 2014 - Veröffentlichungen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der TK, Band 29

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