Freitag, 20. Oktober 2017


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Gewitter im Kopf

Neuartige Therapie hilft erschöpften Migränepatienten

Berlin, (lifePR) - Jeder erlebt es von Zeit zu Zeit: leichtes Kopfweh, das Arbeitsalltag und Privatleben stark einschränkt. Medikamente sowie Entspannungsübungen helfen dann, das Problem zu bewältigen. Manche Menschen klagen jedoch über intensivere pulsierende Kopfschmerzen, die oft einseitig auftreten und trotz Arzneimittel an Intensität zunehmen. Experten sprechen dann von Migräne. Häufig zeigen sich bereits vor den eigentlichen Beschwerden Symptome wie Kribbeln, Taubheitsgefühl oder verschwommenes Sehen - die sogenannte Aura. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit 10 Prozent aller erwachsenen Menschen darunter. "Mithilfe einer neuartigen Methode, der Peripheren Neurostimulation, kurz PNS, besteht nun die Möglichkeit, hartnäckige Migränebeschwerden zu lindern", weiß Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik Berlin.

Wenn nichts mehr hilft

Bei Migräne treten Schmerzen im Kopfbereich in extremer Form gemeinsam mit Übelkeit und Erbrechen sowie Lichtempfindlichkeit auf. Betroffene leiden zusätzlich unter Konzentrationsstörungen und können oftmals ihre täglichen Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Hinzu kommt, dass die mit der Erkrankung einhergehenden Gefühlsschwankungen auch Familie und Freunde belasten. Da die Möglichkeit einer vollständigen Heilung bisher nicht besteht, sorgen bei akuten Schmerzschüben neben speziellen Arzneimitteln nur Ruhepausen für immerhin kurzzeitige Linderung. Weil Migräneanfälle in unregelmäßigen Abständen auftreten, gestaltet sich das Leben für Betroffene schwierig. Wenn Medikamente sowie Entspannungsübungen keine Erfolge erzielen, ziehen Migränepatienten sich oftmals aus der Öffentlichkeit zurück. "Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, haben Experten die Periphere Neurostimulation entwickelt, die direkt am Schmerz auslösenden Okzipitalnerv ansetzt", beschreibt Dr. Sabarini das innovative Verfahren.

Impulse steuern den Schmerz

Bei der PNS handelt es sich um eine Unterkategorie der Neurostimulation, die bereits seit 40 Jahren gegen Beschwerden im Rücken-, Nacken- sowie Armund Beinbereich zum Einsatz kommt. Dabei nutzen Mediziner elektrische Impulse, um den Okzipitalnerv zu beeinflussen. "Im Nacken implantieren wir direkt unter der Haut Elektroden, die mit dem im Rückenbereich positionierten Neurostimulator in Verbindung stehen", erklärt Dr. Sabarini. "Mithilfe einer externen Fernbedienung kontrollieren wir den Impulsgeber und passen diesen den jeweiligen Bedürfnissen der Patienten an." Im Gegensatz zur medikamentösen Behandlung reguliert dieser Vorgang nicht das chemische, sondern das elektrische System des Körpers: Impulse hemmen die Schmerzweiterleitung zum Gehirn und in der Folge sinkt die Anzahl der Migräneanfälle.

Für mehr Lebensqualität

Welche Therapieerfolge bisher für Patienten bestehen, hält das Unternehmen St. Jude Medical auch in einer veröffentlichten klinischen Studie fest1. Nach einem Jahr berichteten rund 65 Prozent der Patienten über hervorragende bis gute Schmerzlinderung, die Lebensqualität hat sich bei über 68 Prozent verbessert. "Insgesamt nimmt also nicht nur die Anzahl der Attacken, sondern auch der Härtegrad von Kopfweh ab", weiß Dr. Sabarini. Somit gilt das Verfahren als neue und vielversprechende Option für Patienten, bei denen zuvor keine Hoffnung auf Schmerzlinderung bestand.

Weitere Informationen unter www.avicenna-klinik.de.

1 Silberstein, S.; Dodick D.; Saper J.; et al. "The safety and efficacy of peripheral nerve stimulation of the occipital nerve for the management of chronic migraine", 2011

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