Montag, 18. Dezember 2017


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AvD: Das Auto weiß längst, wer wann wo und wie gefahren ist

Weltverband FIA fordert, Autofahrer zum Eigentümer seiner Daten zu machen / Kampagne "My Car My Data" gestartet / Europaweite Umfrage über Wissen um Fahrzeugvernetzung

Frankfurt am Main, (lifePR) - Der Weltverband FIA, dem der Automobilclub von Deutschland e.V. AvD seit der Gründung im Jahr 1904 angehört, informiert über die Art der erfassten Daten und über die öffentliche Reaktion auf das Thema Fahrzeugvernetzung. Kaum einer weiß, dass sein Auto speichern und auch weitermelden kann, wann er wie lange und wie schnell wohin gefahren ist. Und noch viel mehr: auch der eingelegte Gang, plötzliche Bremsmanöver oder Fahrzeiten werden ebenso erfasst, wie Kilometerstand und Telefondaten. Bislang werden diese Informationen ohne Zustimmung und Wissen der meisten Fahrer verwendet. Deshalb hat der Automobil-Weltverband FIA eine Kampagne „My Car My Data“ gestartet, um das Bewusstsein zu wecken und Lösungen einzufordern.

Am 24. November hat die FIA Region I darüber informiert, welche Daten genau von neuen Fahrzeugen erfasst und übertragen werden können. Zuvor war in einer Untersuchung zweier unterschiedlicher Fahrzeuge – einem konventionell angetriebenen und einem Elektro-Fahrzeug – festgestellt worden, dass neben der Erstellung von Fahrerprofilen auch der jeweilige Fahrzeugstandort, die Fahrtdauer sowie aus Mobiltelefonen synchronisierte, persönliche Daten erfasst und zurück an den Hersteller übertragen werden können. Gleichzeitig hat eine Umfrage, in der das in der Öffentlichkeit vorhandene Wissen zum Thema Fahrzeugvernetzung erhoben wurde, ein hohes Maß an Interesse daran ergeben.

Dabei haben die Teilnehmer aus zwölf europäischen Ländern jedoch auch eine klare Botschaft erteilt: 90% sagen, dass die Fahrzeugdaten dem Halter bzw. Fahrer des Fahrzeugs gehören müssen. Diese Botschaft wurde auch an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments gerichtet. Dabei gilt die Hauptsorge der Bürgerinnen und Bürger der Weitergabe persönlicher Daten (88%), der gewerblichen Nutzung persönlicher Daten (86%), dem Hacken von Fahrzeugsystemen sowie der Fahrzeugerfassung, dem so genannten „Tracking“. 95% der Befragten waren der Überzeugung, dass es zum Schutz ihres Fahrzeugs und ihrer Fahrerdaten besonderer gesetzlicher Vorschriften bedarf.

AvD will bei Autokauf separaten Datenvertrag

Thierry Willemarck, Präsident der FIA Region I, sagte dazu: „Wenn es um Fahrzeugdaten geht, gibt es zwischen dem, was erfasst und verfolgt wird, und dem, was die Bürgerinnen und Bürger bereit sind zu akzeptieren, eine klare Diskrepanz. Dabei muss nicht nur ein starker Datenschutz, sondern auch die informierte Zustimmung und freie Anbieterwahl thematisiert werden. Vernetzte Fahrzeuge sind bereits jetzt am Markt und erfassen Daten bzw. sind in der Lage, private Informationen über Verbraucher zu kommunizieren. Es ist nun an der Zeit, dass die Vertreter der Legislative hierzu eine klare Haltung einnehmen und die Rechte der Verbraucher verteidigen.“

Die Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt sagte: „Verbraucher haben ein Recht darauf zu wissen, welche Daten sie während der Fahrt in ihrem Auto mit anderen teilen. Derzeit haben nur Fahrzeughersteller Zugriff auf diese Daten. Europäern steht die Kontrolle über ihre Daten zu, ebenso wie die Entscheidung darüber, mit welchem Diensteanbieter sie diese teilen wollen. Außerdem müssen sie die Möglichkeit haben, die Kommunikation abzuschalten.“

Aufgrund der in den beiden Studien erhobenen Daten startet die FIA Region I mit ihren Mitgliedern eine europaweite Kampagne unter dem Motto „My Car My Data“ („Mein Fahrzeug Meine Daten“) (www.mycarmydata.eu). Ziel ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit hinsichtlich des Themas Fahrzeugdaten und die Forderung nach gesetzlichen Vorschriften im Bereich des Datenschutzes sowie fairer Marktbedingungen in Bezug auf Dienste, die im Zusammenhang mit der Fahrzeugvernetzung angeboten werden. Hinsichtlich vernetzter Fahrzeuge lauten die Forderungen der Kampagne wie folgt:

DATENSCHUTZ

Gesetzliche Vorschriften sollten sicherstellen, dass Daten Eigentum des Fahrers bleiben und dass deren Verwendung der informierten Zustimmung des Fahrers unterliegt. Der AvD fordert einen separaten Datenvertrag beim Autokauf.

WAHLFREIHEIT

Fahrer sollten die Freiheit haben, sich für den Diensteanbieter ihrer Wahl zu entscheiden.

FAIRER WETTBEWERB

Diensteanbieter sollten das Recht haben, sichere Produkte und Funktionen zu entwickeln.

Der Startschuss für die Kampagne sowie die Veröffentlichung der Studien erfolgte bei einem durch die Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt (S&D – DE) ausgerichteten Empfang im Europäischen Parlament in Straßburg am 24. November 2015.

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