Donnerstag, 14. Dezember 2017


  • Pressemitteilung BoxID 678035

AvD: Bei Kauf von Winterreifen auf "Alpine-Symbol" achten

Frankfurt am Main, (lifePR) -
Achtung: „Winterreifen“ ist nun gesetzlich definiert
AvD erklärt, worauf bei der Umbereifung zu achten ist
Luftdruck-Überwachung berücksichtigen


Der AvD rät: Von Oktober bis Ostern (von „O“ bis „O“) Winterreifen aufziehen! Winterreifen sollten nicht nur wegen der Gesetzeslage für jeden Autofahrer Pflicht und das Fahren mit Sommerreifen in der kalten Jahreszeit dagegen absolut tabu sein. Winterreifen haben eine viel weichere Gummimischung, die bei tieferen Temperaturen nicht so schnell aushärtet und deshalb noch für genügend Gripp sorgt sowie ein stärker ausgeprägtes Profil mit verstärkten Kanten. Aber in jedem Fall muss der eigene Fahrstil der Witterung angepasst werden – auch mit der richtigen Bereifung.

Begriff „Winterreifen“ ist seit Mai 2017 gesetzlich definiert

Die gesetzlichen Vorgaben zur Bereifung in Deutschland besagen, dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder Reifglätte nicht mehr mit Sommerreifen gefahren werden darf. Wer in dieser Situation sein Fahrzeug stehen lassen kann (und will), muss folgerichtig also keine Winterreifen aufziehen lassen.

Seit 18. Mai 2017 gibt es eine gesetzliche Definition für „Winterreifen“. Mit dem „Alpine-Symbol“ werden zum ersten Mal Mindestanforderungen an die Leistungsfähigkeit der Reifen bei schneebedeckten Straßen festgelegt. Personenkraftwagen müssen auf allen Achsen mit einer solchen Bereifung versehen sein.

Motorräder und Mofas sowie Krankenfahrstühle müssen solche Reifen nicht aufziehen, weil es dafür kaum Angebote im Handel gibt. Fahrzeugführer solcher Gefährte haben aber jetzt bei winterlichen Straßenverhältnissen besondere Pflichten einzuhalten: Sie müssen vor Antritt prüfen, ob sie die Fahrt überhaupt durchführen müssen, weil es beispielsweise keine anderen Verkehrsmittel für die Strecke gibt. Wird trotzdem das eigene Gefährt benutzt, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. Darüber hinaus ist der halbe Tachowert als Abstand in Metern einzuhalten.

Verbraucher mit M+S Bereifung („Mud and Snow" oder „Matsch und Schnee") können aber beruhigt sein: Bis Ende 2017 hergestellte M+S-Reifen dürfen bis zum 30. September 2024 auch unter winterlichen Bedingungen weiterbenutzt werden.

AvD Tipp: Steht sowieso der Kauf neuer Winterbereifung an, auf das „Alpine-Symbol“ achten!

Prüfung der Profiltiefe ist einfach

Vor einer Umbereifung ist der Zustand der Reifen zu überprüfen. Halb abgefahrene Winterreifen sind im nächsten Winter nur noch bedingt glättetauglich. Von Fachleuten wird ein Profil von noch min. 4 mm Tiefe für erforderlich gehalten. Die gesetzliche Vorgabe von 1,6 mm Mindestprofiltiefe über die gesamte Lauffläche ist nach Auffassung des AvD für einen sicheren Betrieb in der kalten Jahreszeit zu wenig.

Wer die ausreichende Profiltiefe seiner Reifen kurzerhand selbst überprüfen möchte, kann dieses ganz einfach mit einer 1 Euro Münze tun. Solange der 3 mm breite Messingrand der Münze im Profil verschwindet, hat der Reifen noch mindestens 3 mm Profiltiefe. Noch einfacher wird es bei Reifen mit TWI. Der „Tread Wear Indicator" ist nichts anderes als eine Reifenverschleißanzeige in der Lauffläche, die mit kleinen Stegen quer zur Laufrichtung im Profil integriert wurde. Sind diese auf einer Ebene mit dem abgefahrenen Reifenprofil, sollte an einen Reifenwechsel gedacht werden.

Kontrollsysteme für den Reifendruck müssen in der Werkstatt überprüft werden

Um auf der sicheren Seite zu sein, sind Reifenkauf und Reifenwechsel rechtzeitig in Angriff zu nehmen. Dann können auch längeren Bestell- und Wartezeiten in den bei akutem Wintereinfall mehr als ausgelasteten Servicebetrieben ein Schnippchen geschlagen werden. Bei Fahrzeugen mit Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ist der Besuch einer Fachwerkstatt unumgänglich: Bei indirekten Systemen muss nach der Reifenmontage der Abrollumfang neu eingestellt werden. Bei direkten Systemen aber müssen die Sensoren erneuert werden, was je nach Fahrzeug mit Kosten zwischen 250,- und 450,- Euro verbunden sein kann.

Auf die richtige Größe achten

Wird der Kauf neuer Reifen geplant, ist zunächst darauf zu achten, ob die neuen Reifentypen auch für das eigene Fahrzeug zugelassen sind. Nicht immer genügt ein Blick in die Zulassungsbescheinigung. Dort ist zu wenig Platz, um alle zulässigen Reifentypen aufzulisten. In dem vom Hersteller ausgegebenen, sogenannten CoC-Papier („Certificate of Conformity") lassen sich die Reifen/Rad-Kombinationen und Anmerkungen nachlesen. Liegt es nicht vor, empfiehlt es sich, beim Hersteller oder einem seiner Markenbetriebe die Liste der zulässigen Reifentypen anzufordern.

Weitere Informationen des AvD zu Winterreifen finden Sie hier:


Winterreifen-Tipps


Der 1899 als Deutscher Automobilclub DAC gegründete AvD ist als traditionsreichster Automobilclub hierzulande Mitbegründer des Weltverbandes FIA (seit 1904) und von Anbeginn maßgeblich für Verkehrssicherheit, Tourismus und Sport engagiert. Er vertritt die Belange von 1,4 Millionen Mitgliedern und Kunden in allen Bereichen der Mobilität. Der AvD – Pannenhilfe überall!

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

"Kommissar Brummi" : Sicherheitspartnerschaft des neuen NRW Innenminister Reul (CDU) mit Polizei, Taxigewerbe und den Rastanlagen an der Autobahn

, Mobile & Verkehr, Vereinigung Deutscher Autohöfe e.V

Schon wieder eine Show-Nummer? So kritisiert der Bund der Kriminalbeamten (BDK) die „Sicherheitspartners­chaft“ des neuen NRW Innenministers...

Neue Wege für Pendler: Arbeitgeber setzen auf nachhaltige Mobilität

, Mobile & Verkehr, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Kreative und vorbildhafte Ideen für bessere Arbeitswege und umweltschonende Mobilität - danach sucht "mobil gewinnt", eine gemeinsame Initiative...

Neue Modelle 2018: Trend zum SUV hält an

, Mobile & Verkehr, Motor Presse Stuttgart

Die Autohersteller setzen weiter auf SUV: Im nächsten Jahr kommen 60 neue SUV-Modelle oder Facelifts auf den Markt. Das sind rund 40 Prozent...

Disclaimer