Dienstag, 24. April 2018


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Audentic AG mahnt Tchibo wegen "ZahnersatzCard" ab

Mülheim, (lifePR) - Zahnersatz ist nicht das Gleiche wie z.B. Badelatschen oder ein Pfund Kaffee. Das merkt der Handelsriese Tchibo jetzt auch, nach dem er seine Kunden etwas blauäugig mit der "ZahnersatzCard" von Novadent überraschen wollte. Die Tücke steckt bekanntlich im Detail. Die Audentic AG hat Tchibo nun wegen intransparenter Werbeaussagen für das neue Produkt abgemahnt. Nach Ansicht der Audentic AG zeichnet sich die Bewerbung der ZahnersatzCard durch zahlreiche irreführende Aussagen aus, die sich zum Nachteil der Verbraucher/Patienten und der Zahnärzteschaft auswirken können. Ein ehrlicher Wettbewerb erfordert hier jedoch vor allem eins: Klarheit.

Zahnersatz ist bekanntlich ein Medizinprodukt und wird auf Anweisung des Zahnarztes individuell für jeden Patienten gefertigt. Tchibo lockt seine Kunden mit der Aussage, die ZahnersatzCard könne für jeden etwas sein, da die über die ZahnersatzCard gewährten Rabatte auf den Zahnersatz aus dem Hause NOVADENT in jede Behandlung aufgenommen werden könnten. "Jeder Patient kann selbst entscheiden, welches Dentallabor seinen Zahnersatz fertigen soll und seine Kosten auf diese Weise erheblich senken. Inhaber der NOVADENT ZahnersatzCard von Tchibo müssen ihren Zahnarzt nur darüber informieren, dass sie Zahnersatz von NOVADENT wünschen.", heißt es hierzu in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Tatsächlich, hierüber lässt Tchibo seine Kunden im Unklaren, ist es jedoch der Zahnarzt, der über den Einsatz von Zahnersatz im Rahmen seiner medizinisch-therapeutischen Verantwortung entscheidet und damit notwendigerweise auch über seinen Hersteller. Die anderweitige Behauptung Tchibos könne die Verbraucher in die Irre führen und zu vorschnellen Kaufentscheidungen veranlassen, so die Audentic AG.

Die Audentic AG beanstandet außerdem, dass der Patient nicht ausreichend über den Leistungsumfang der ZahnersatzCard aufgeklärt wird. Jedenfalls nach den der Karte zu Grunde liegenden AGB sollen die Rabatte nämlich nur für ausgewählte Bereiche der Zahnersatzversorgung gelten. So umfasst das Leistungsangebot z.B. bei Teilprothesen oder auch Teleskoparbeiten nur Versorgungen mit 2,4,6 oder 8 Teleskopen. Ebenfalls sind vom Leistungsangebot keine Geschiebe-, Riegel-, oder Ankerarbeiten erfasst. Dass sollte der Patient aber wissen.

Nach Auffassung der Audentic bleibt zudem unklar, ob es sich bei Novadent tatsächlich um einen der großen Anbieter im Markt für Zahnersatz in Deutschland handelt. Gerade die vermeintliche Größe des Kooperationspartners mag viele Verbraucher jedoch über die letzten Zweifel hinwegholen, denn einer der Großen kann ja nicht schlecht sein. Gleichwohl, dies belegen die zahlreichen Stellungnahmen der Zahnärzteschaft, ist mit einer nicht unerheblichen Ablehnungshaltung auf Seiten der Zahnärzte zu rechnen, die sich hier nicht so einfach in ihrer Therapie- und Entscheidungsfreiheit einschränken lassen wollen.

Was jedoch, wenn ein Zahnarzt die Zusammenarbeit mit Novadent ablehnt? Ob die behaupteten 1000 Novadent Partnerpraxen, dann tatsächlich eine wohnortnahe Patientenversorgung im gesamten Bundesgebiet sicherstellen können, muss bezweifelt werden. Jedenfalls haben Stichproben gezeigt, dass hier mitunter Wege von 60km und mehr zum Partnerzahnarzt in Kauf genommen werden müssen. Dass also - wie es Tchibo behauptet - bestimmt auch ein Novadent Partnerzahnarzt in der Nähe des Kunden ist, muss daher bezweifelt werden. Selbst wenn man eine Entfernung von 60km noch als wohnortnah auffassen wollte, wären dann jedenfalls die Reisekosten zum "günstigen Preis" des Zahnersatzes dazuzurechnen.

Inwieweit für den Patienten und seinen Zahnarzt erst mit dem Erwerb der ZahnersatzCard tatsächlich ein günstigerer Zugang zu Zahnersatz möglich sein soll, ist ebenfalls fraglich. Vergleiche mit früheren Preisangaben von Novadent lassen den Schluss zu, dass es sich bei dem als "günstig heraus gestellten "ZahnersatzCard-Preis" gerade nicht um ein rabattiertes Angebot, sondern den auch sonst von der Firma Novadent am Markt angebotenen Normalpreis handelt. Zahlt der Patient da am Ende nicht sogar drauf?

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