Donnerstag, 21. September 2017


  • Pressemitteilung BoxID 666608

Assekurata-Marktausblick zur Schaden-/Unfallversicherung 2017

Köln, (lifePR) - Die deutschen Schaden-/Unfallversicherer zeigten sich auch 2016 ertragsstark. Ungeachtet gestiegener Belastungen durch Elementarschäden konnte die Branche erneut einen versicherungstechnischen Gewinn ausweisen und die Ertragslage in den wesentlichen Sparten weiter stabilisieren. Die Kapitalstärke der Unternehmen zeigt sich dabei auch mit Blick auf die erstmalig veröffentlichten Solvabilitätsquoten. Ungeachtet dessen erweist sich die fortschreitende Digitalisierung auch in der Schaden-/Unfallversicheurngssparte als große Herausforderung. Insbesondere die technischen Entwicklungen im Bereich der Mobilität verändern zunehmend die klassischen Geschäftsmodelle. Gleichzeitig eröffnet sich mit dem Thema der Cyberversicherung ein vielversprechendes neues Marktsegment.

Im Marktausblick zur Versicherungswirtschaft 2017/2018 zeichnet die ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur ein aktuelles Bild über die Situation und Stimmung in der privaten Krankenversicherung, der Lebensversicherung sowie der Schaden-/Unfallversicherung. Interessenten können den 88-seitigen Bericht auf der Internetseite www.assekurata.de gegen eine Schutzgebühr von 378 € zzgl. MwSt. erstehen.

Steigende Bedeutung der ertragreichen Schaden-/Unfallversicherung

Ertragsseitig verlief das Jahr 2016 für die Schaden-/Unfallversicherer positiv. Trotz gestiegener Belastungen durch Elementarschäden wies die Branche mit 2,3 Milliarden Euro nur einen leicht niedrigeren versicherungstechnischen Gewinn aus als im Vorjahr (2,5 Milliarden Euro). Dabei profitierten die Gesellschaften erneut von den sehr stabilen Erfolgsbeiträgen der Hausrat-, Unfall- und Haftpflichtversicherung. Positiv auf die Ertragslage wirkt zudem der Umstand, dass die Schaden-/Unfallversicherer marktweit weiterhin über eine wirksame Rückversicherungsgestaltung und sehr hohe Sicherheitsmittel verfügen. Diese spiegeln sich auch in den gemeldeten Solvabilitätsquoten gemäß des Aufsichtsregimes Solvency II wider. Laut der Analyseplattform solvencyDATA, die aktuell die Quoten von 166 Schaden-/Unfallversicherern erfasst hat, liegt der arithmetische Marktdurchschnitt bei rund 265 %. Dabei weist ein Großteil des Marktes Quoten von über 200 % auf, während nur rund ein Drittel die 200-%-Grenze unterschreitet. Quoten nahe der 100-%-Grenze sind lediglich bei einigen wenigen Marktteilnehmen zu beobachten.

Angesichts der weiterhin kritischen Rahmenbedingungen in der Lebens- und Krankenversicherung sowie der Herausforderungen im Zuge von Solvency II genießt die Schaden-/Unfallversicherung unverändert eine hohe Bedeutung im Hinblick auf die Kapitalisierung von Konzerngesellschaften. „Bereits in Vorbereitung auf Solvency II hatten einige Schaden-/Unfallversicherer konzerneigene Lebens- und Krankenversicherer durch Kapitalzuführungen gestärkt. Bei einem weiter anhaltenden Niedrigzinsumfeld sind weitere Kapitalzuführungen nicht ausgeschlossen“, zeigt sich Dennis Wittkamp, Senior-Analyst der ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH und Autor der Untersuchung, überzeugt. „In der Folge wird für die Unternehmen die Stabilisierung der Ertragslage sowohl im Hinblick auf die Schaden- als auch auf die Kostenentwicklung weiter höchste Priorität haben.“

Elementarschäden halten sich 2017 bisher in Grenzen

Schadenseitig verläuft das Jahr 2017 bisher relativ bilanzschonend. Mit Ausnahme des Sturmtiefs Thomas im Februar und der zum Teil schweren regionalen Unwetter im Juni und Juli (“Paul“ und „Rasmund“), die nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 600 Mio. € an versicherten Schäden verursacht haben, gab es bisher keine weiteren bedeutenden Wetterereignisse, was zumindest bis zur Jahresmitte eher einer moderaten Schadenentwicklung entspricht. „Unter der Voraussetzung, dass weitere flächendeckende Elementarschäden ausbleiben, dürfte die Branche 2017 erneut einen nennenswerten versicherungstechnischen Gewinn ausweisen“, prognostiziert Dennis Wittkamp.

Weiterhin Sanierung von Kraftfahrt und Wohngebäudebeständen

In der Kraftfahrtversicherung und der verbundenen Wohngebäudeversicherung halten die Sanierungsbemühungen unverändert an. In beiden Zweigen konnten die Versicherer 2016 abermals Beitragsanpassungen durchsetzen, wie sich beispielsweise an der untenstehenden Grafik zur Entwicklung des Durchschnittsbeitrags in der Kraftfahrtversicherung erkennen lässt. Trotz der Beitragsanpassungen der vergangenen Jahre befinden sich allerdings weiterhin nicht alle Gesellschaften substanziell in der Gewinnzone. Während die Kraftfahrtversicherer mit steigenden Schadenkosten zu kämpfen haben, bleiben in der Wohngebäudeversicherung die Leitungswasserschäden als der wesentliche Treiber für Beitragsanpassungen.

Insbesondere der Umstand, dass in der zweiten Jahreshälfte größere Elementarschadenereignisse ausgeblieben sind, dürfte 2016 dafür gesorgt haben, dass die Combined Ratio in den Kaskosparten nur moderat angestiegen ist. In der Wohngebäudeversicherung lag die Quote nach 15 verlustreichen Jahren sogar erstmals wieder unterhalb der Grenze von 100 %.

Unverändert stellt die Einführung des elektronischen Ortungssystems E-Call eine große Herausforderung für die Schaden-/Unfallversicherer dar. Spätestens ab März 2018 müssen alle neuen Automodelle ab Werk mit einem elektronischen Ortungssystem ausgestattet sein, das im Schaden- oder Pannenfall automatisch Daten generiert und weiterleitet, um möglichst unmittelbar Hilfsmaßnahmen auszulösen. Hierfür hat der GDV mit dem Unfallmeldedienst (UMD) ein eigenständiges System entwickelt, um den Versicherern einen schnellen und unmittelbaren Zugang zu den Informationen zu gewährleisten. Diese benötigen die Unternehmen vor allem, um die Basis für die eigene Werkstattsteuerung aufrecht zu erhalten. Gerade im Schadenfall müssen die Versicherer den Kunden möglichst unmittelbar ansprechen können, um ihn in die angebundenen Werkstätten zu steuern. Nur so lassen sich die damit verbundenen Kosteneinsparungen auch wirklich erzielen.

Unfallmeldedienst mit Anfangsproblemen

Der Erfolg des UMD fällt mit bislang rund 85.000 aktiv im Einsatz befindlichen Steckern jedoch enttäuschend aus. In Anbetracht der nach Angaben des GDV 28,1 Mio. versicherten Risiken in der Vollkaskoversicherung wird dies nicht dazu ausreichen, um nachhaltig mit E-Call in Konkurrenz zu treten, sobald dieser flächendeckend an Bedeutung gewinnt. „Dazu bedarf es einer erhöhten Kraftanstrengung der Versicherer und der Vertriebe“, ist Dennis Wittkamp überzeugt. „Die bisherigen Absatz- und Aktivierungszahlen des UMD zeigen, dass es durchaus Versicherer am Markt gibt, die das Thema erfolgreich bei ihren Kunden platzieren können. Dabei handelt es sich nach unseren Erkenntnissen insbesondere um jene Gesellschaften, die ihren Vertrieb hinreichend geschult haben und darüber hinaus in der Kundenansprache aktiv unterstützen.“

Attraktivität der Telematik-Tarife könnte zunehmen

Im Zuge der Einführung von E-Call könnte auch das Segment der Telematik-Tarife einen weiteren Schub erhalten. Durch den Markteintritt großer und namhafter Versicherer hat sich die Dynamik der Produktentwicklung in der jüngeren Vergangenheit in diesem Bereich erhöht. In diesen Tarifen erhalten Autofahrer einen Rabatt auf Grundlage ihres Fahrverhaltens. Derzeit sind zur Ermittlung noch spezielle Boxen im Auto oder weitere Stecker für den Zigarettenanzünder oder eine Smartphone-App erforderlich. „Dank E-Call wäre künftig die notwendige Technologie zum Erfassen und Senden der Daten bereits in den Fahrzeugen installiert, so dass sich Angebot und Nachfrage mittelfristig weiter erhöhen dürften“, ist Dennis Wittkamp überzeugt.

Wachstumshoffnung    Cyberversicherung?

Bei der Frage nach zukünftigen Geschäftsfeldern rückt nicht zuletzt aufgrund der immer stärker vernetzten Umwelt die noch relativ junge Cyberversicherung in den Fokus. Dahinter verbergen sich bisher vor allem Policen, welche Unternehmen gegen die Schäden eines Hackerangriffs versichern. „Viele kleine und mittlere Betriebe unterschätzen häufig das Risiko und halten sich für zu klein, um in das Visier von kriminellen Hackern zu geraten“ erklärt Dennis Wittkamp. „Infolgedessen steckt der Markt für Cyberversicherung in Deutschland noch in den Kinderschuhen.“ Während US-Unternehmen für Cyber-Versicherungen 2016 fast drei Milliarden US-Dollar ausgegeben haben, schätzt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG die Ausgaben für den deutschen Markt derzeit auf lediglich rund 100 Millionen US-Dollar. Angesichts des hohen Nachholbedarfs des deutschen Mittelstands und der durch die jüngsten Attacken wie „WannaCry“ weiter gestiegenen Aufmerksamkeit für die Cyberkriminalität bestehen mittel- bis langfristig durchaus hohe Wachstumspotenziale im deutschen Markt. „Ob dabei die Prognosen verschiedener Experten erfüllt werden, welche die Cyberversicherung als zukünftig größte Sparte noch vor der Kfz-Versicherung sehen, ist aktuell noch fraglich“, betont Dennis Wittkamp. „Dazu bedarf es nicht zuletzt weiterer Produkt- und Prozessinnovationen sowie moderner Analysetechnologien zur Spezifizierung des zu versichernden Risikos, welche die Entwicklung verbesserter Cyberversicherungslösungen unterstützen und die Grenzen der Versicherbarkeit wie auch den Deckungsumfang zukünftig erweitern.“

ASSEKURATA Solutions GmbH

Die ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH führt ausschließ-lich Rating-Verfahren durch, bei denen die Vertreter der gerateten Einheit der Agentur einen schriftlichen Auftrag zur Erstellung des Ratings gege-ben haben (beauftragte Ratings).

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Firmenjubiläum bei der BKK ProVita

, Finanzen & Versicherungen, BKK ProVita

Am 1. September 2017 beging Herr Josef Huber sein 25-jähriges Firmenjubiläum bei der BKK ProVita in Bergkirchen. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde...

uniVersa setzt auf Versicherungsbedingungen in digitaler Form

, Finanzen & Versicherungen, uniVersa Versicherungen

Die uniVersa setzt ihre Digitalisierungsstra­tegie fort. Nach der elektronischen Unterschrift, über die ein digitaler Abschluss rechtssicher...

Ammerländer Versicherung unterstützt Basketballsport

, Finanzen & Versicherungen, Ammerländer Versicherung VVaG

Die TSG Eagles Westerstede und die Ammerländer Versicherung verlängern ihre Kooperation. Damit unterstützt der Versicherer mit Sitz in Westerstede...

Disclaimer