Herausforderung IDD-Zielmarktdefinition

Arbeitskreis Beratungsprozesse ergreift die Initiative

(lifePR) ( Berlin, )
Eine neue Expertengruppe (EG) des Arbeitskreis Beratungsprozesse diskutiert seit kurzem die Kernkriterien für die ab 2018 vorgeschriebene Zielmarktdefinition. Die EG will für die neue IDD-Anforderung ein einheitliches Raster entwickeln. Es soll die Komplexität für Versicherer, Vermittler und Verbraucher senken und so mehr Transparenz schaffen.

Mit Inkrafttreten der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) am 23. Februar 2018 müssen Anbieter für Produkte, die neu in den Markt gebracht werden sowie für bereits vorhandene Produkte mit erheblichen Veränderungen ein sogenanntes Produktfreigabeverfahren entwickeln. Abstrakt festzulegen ist beispielsweise ein Zielmarkt, mit dem der konkrete Kunde in der Beratung abgeglichen werden kann.

Damit etabliert der Gesetzgeber ein weiteres Instrument, das Verbraucher vor dem Abschluss von für sie nicht geeigneten Verträgen bewahren soll. Auch wenn Versicherungsanlageprodukte wie kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen im Fokus dieser Neuregelung stehen, wird ausdrücklich für das gesamte Produktspektrum, also auch für die Kompositsparten, eine solche Zielmarktdefinition gefordert (bis auf Versicherungen für Großrisiken).

Verlässliche Standards statt verwirrender Vielfalt

Viele Marktteilnehmer befürchten, dass jeder Anbieter seinen eigenen Weg einschlagen könnte und es nicht zu einer einheitlichen Praxis kommt. Die Folgen wären für Vermittler wie Kunden fatal: Auf der Suche nach dem individuell passenden Produkt müssten auch innerhalb einer Produktklasse dann möglicherweise völlig unterschiedliche Definitionen verglichen werden.

Der Arbeitskreis Beratungsprozesse, die Non-Profit-Initiative für Beratungsstandards und Beratungsqualität, beobachtet diese Entwicklung derzeit mit Sorge. „Vermehrt fragen Versicherer an, ob wir als übergreifende und unabhängige Institution nicht einheitliche Vorgaben für die Branche entwickeln könnten“, berichtet Arbeitskreis-Koordinator Friedel Rohde. „Ohne verlässliche Standards zu agieren, wäre schließlich unverantwortlich. Wir nehmen den Ball auf und haben kurzfristig eine „Expertengruppe IDD“ ins Leben gerufen.“

Gemeinsames Verständnis statt Buch mit sieben Siegeln

Vertreter von Versicherungsunternehmen, Juristen sowie Vermittler arbeiten hier an einem gemeinsamen Verständnis der IDD-Vorgaben. „Die Zielmarktdefinition weist Parallelen zu Produktinformationsblättern auf, aber auch Elemente von Zielgruppenbeschreibungen aus dem Marketing“, beschreibt EG-Leiter Marco Habschick die Herausforderung. „Momentan sitzen selbst Fachleute vor den Paragrafen und EIOPA-Erläuterungen noch wie vor einem Buch mit sieben Siegeln.“

Insgesamt herrsche aber Konsens, dass zumindest der Kompositbereich keine großen Herausforderungen darstellen sollte, weiß Habschick. Und auch im Personengeschäft habe die Expertengruppe erste Vorstellungen einer zweckmäßigen Struktur für die Zielmarktdefinition entwickelt. Im Idealfall werde sie auf die Datenerhebung im Rahmen des Beratungsprozesses abgestimmt.

Der Arbeitskreis hatte erst zu Jahresbeginn neue Empfehlungen und Materialien für die Versorgungsanalyse (Altersvorsorge und Geldanlage) veröffentlicht. Die künftigen Zielmarktdefinitionen der Produktgeber sollten darauf abgestimmt werden. „Diese Vorgehensweise gewährleistet einen stimmigen, haftungssicheren und verbrauchergerechten Gesamtprozess. Es ist jetzt entscheidend, dass wir schnell Ergebnisse erzielen, damit sich möglichst viele Versicherer bei unserem Standard bedienen können und Transparenz hergestellt wird“, erläutert Marco Habschick das Vorhaben. Bis zum Jahresende will die EG IDD erste umsetzbare Ergebnisse vorlegen.

Der Arbeitskreis Beratungsprozesse stellt alle Beratungshilfen und Arbeitsmittel in digitaler Form im Internet auf seiner Download-Seite bereit. Vermittler dürfen das gesamte Material kostenlos nutzen.

Der Arbeitskreis

Der Arbeitskreis Beratungsprozesse hat das Ziel, Versicherungs- und Finanzvermittler in ihrer kundenorientierten Beratung und Vermittlung von Finanzdienstleistungen zu unterstützen. Er entwickelt praxistaugliche Empfehlungen und Materialien für die systematische, effiziente und rechtssichere Versicherungs- und Finanzberatung. Vom Erstkontakt bis zur Dokumentation. Sein Engagement für mehr Beratungsqualität bringt der Arbeitskreis aktuell auch in Normungsvorhaben zur Basisanalyse beim DIN-Institut ein.

Als Non-Profit-Organisation gründet der Arbeitskreis Beratungsprozesse auf dem Fundament der Brancheninitiative „Arbeitskreis EU-Vermittlerrichtlinie Dokumentation", die im Jahr 2004 entstanden ist.

Er wird bis heute getragen von den Initiatoren
 


BMVF
CHARTA Börse für Versicherungen AG
germanBroker.net AG und dem
Verband der Fairsicherungsmakler


Unterstützt wird er von den Berufsverbänden
 


AfW
BVK und
VDVM


sowie von namhaften Versicherungsunternehmen und Dienstleistern der Versicherungswirtschaft.

Als Partner fördern den Arbeitskreis
 


Allianz Deutschland AG
ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzern
ALTE OLDENBURGER Krankenversicherung AG
AMEXPool AG
ASKUMA AG
Barmenia Krankenversicherung a. G.
BCA AG
Canada Life Assurance Europe Ltd.
Concordia Versicherungen
Condor Versicherungen
Continentale Krankenversicherung a.G.
FINCON Unternehmensberatung GmbH
Global-Finanz AG
HDI Vertriebs AG
IDEAL Lebensversicherung a.G.
Idiligo B.V.
Intelligent Solution Services AG (iS2)
INTER Krankenversicherung aG
Itzehoer Versicherung
KRAFTFAHRER SCHUTZ e.V./ AUXILIA Rechtsschutz-Versicherungs-AG
KRAVAG
myLife Lebensversicherung AG
MLP Finanzdienstleistungen AG
NÜRNBERGER Versicherungsgruppe
PrismaLife AG
R+V Allgemeine Versicherung
Schleswiger Versicherungsverein a.G.
Schutzvereinigung deutscher Vermittler von Versicherungen und anderen Finanzdienstleistungen (SdV e.V.)
softfair GmbH
Swiss Life
teckpro AG
VHV Versicherungen
VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G.
Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG
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