Bürgerinnen und Bürger endlich schützen: Krankenversicherte dürfen vermeidbare Lärmkrankheiten nicht mehr einfach so bezahlen müssen

(lifePR) ( Berlin, )
Der Arbeitskreis "Ärzte gegen Fluglärm" weist nachdrücklich auf den jüngsten Beschluss des diesjährigen 117. Deutschen Ärztetages hin. Der Ärztetag fordert die Politiker in den Bundesländern und in der Bundesregierung darin auf, dafür zu sorgen, dass die Verursacher von durch Flug- und Verkehrslärm induzierten Krankheiten in maßgeblicher Weise an den notwendigen Behandlungskosten beteiligt werden[1]. Dem Versichertensystem dürfen nicht mehr mehrere 100 Millionen Euro pro Jahr entzogen werden. Die einschlägigen Gesetze zum Schutz vor Lärm sind so anzupassen, dass Gesundheitsgefahren aktiv und umfassend vermieden werden.

Vertreter des Arbeitskreises "Ärzte gegen Fluglärm" werden weitere Fakten zu diesem Gesundheits- und Kostenproblem am

14. Juni 2014 von 10 bis 18 Uhr

auf einer Flughafenkonferenz an der TU Wildau vorstellen.

Die Veranstaltung findet statt an der

TU Wildau,
Hochschulring, Halle 17,
15745 Wildau.

Dr. Jürgen Hoffart, Vorsitzender der Bezirksärztekammer Rheinhessen, von der der Arbeitskreis gegründet wurde und unterstützt wird, sagt dazu: "Allein für den Frankfurter Raum wurde berechnet, dass nur durch Fluglärm jedes Jahr 160 Millionen Euro für Diagnostik und Therapie von Krankheiten aufgewendet werden müssen, die dem Gesundheitssystem fehlen. Die Flugverkehrswirtschaft bekommt permanent erhebliche Subventionen vom Staat und wird in keiner Weise dazu verpflichtet, die von ihr ausgelösten Krankheitskosten selber zu übernehmen. Bürgerinnen und Bürger werden durch vermeidbaren Fluglärm nicht nur krank gemacht, sondern auch wirtschaftlich geschädigt. Und den Ärztinnen und Ärzten in Praxen und Krankenhäusern fehlt dieses Geld im Gesundheitssystem, welches für die Behandlung von fluglärminduzierten Krankheiten aufgebracht werden muss."

Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der 2. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mainz, stellt fest: "Es grenzt ans Groteske, dass die Verantwortlichen in der Politik immer noch behaupten, dass Fluglärm nicht krank macht. Neuere Studien und auch Übersichtsartikel in renommierten Zeitschriften belegen, dass Fluglärm für mehr Herzinfarkte, Schlaganfälle und auch Bluthochdruck verantwortlich ist. Fluglärm führt auch zu mehr Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen. Somit muss Fluglärm als ein neuer Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrachtet werden. Risikofaktoren wie Diabetes, hohes Cholesterin oder auch Bluthochdruck können von Patienten und Ärzten behandelt werden, nur der Fluglärm ist der einzige Risikofaktor, den nur die Politik effektiv beheben kann. Obwohl der Deutsche Ärztetag bereits 2012 die Politik aufgefordert hat, die Bürger nachhaltig vor Fluglärm zu schützen, ist bis heute nichts passiert. Die Politiker lassen die Bürger und Patienten im Stich, und belasten somit das Gesundheitssystem mit erheblichen Kosten. Die Fluglärmschutzgesetze müssen rasch dahingehend geändert werden, dass die Anwohner von Flughäfen und nicht die Betreiber von Flughäfen geschützt werden.

Dr. Henning Thole, Mitglied im Arbeitskreis "Ärzte gegen Fluglärm" und Mitglied der Fluglärmschutzkommission Tegel, sagt dazu: "Die sogenannte Wirtschaftlichkeit der Flughäfen muss endlich richtig betrachtet werden. Die Politik kann die Wirtschaftlichkeit nur deswegen behaupten, weil relevante externe Kosten, vor allem Krankheitskosten, nicht mit in die Betrachtung der Umsatzzahlen der Flughäfen Eingang finden. Die Flugverkehrswirtschaft hat aber nicht das Recht, sich Vorteile auf Kosten der Gesundheit der Bürger zu verschaffen. Alle Anwohner rund um die Flughäfen leiden täglich unter Fluglärm. In Berlin sorgt die BER-Katastrophe dafür, dass ganz besonders die Anwohner des Flughafens Tegel weiter um eigentlich gesetzlich zu garantierenden Lärmschutz betrogen werden, weil die Politik auf ganzer Linie versagt. Schlimmer noch: Wie wir in einer Anhörung im Abgeordnetenhaus lernen mussten, kennt der Senat noch nicht einmal die aktuellen Fluglärmstudien - verantwortliche Politik ist scheinbar gar nicht gewollt."

Der Beschluss des 117. Deutschen Ärztetages zu lärminduzierten Gesundheitsschäden zeigt den Umfang der Probleme eindrücklich auf. An vielen Flughafenstandorten in Deutschland werden zum Teil mehr Mittel von den Ländern in die Flughäfen investiert, als anteilig in die Gesundheitssysteme investiert werden. Im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Berechnungen zeigen, dass z.B. jeder Universitätsklinik zwischen 20 bis 40 Millionen Euro pro Jahr fehlen. Eines der krassesten Beispiele sind die Universitätskliniken Halle und Magdeburg, die akut von der Schließung bedroht sind, weil das Land angeblich keine Mittel für sie hat, wohl aber für den Flughafen Leipzig-Halle.

Aus Sicht des Arbeitskreises "Ärzte gegen Fluglärm" ist es überfällig, das Gesundheitssystem, das vor großen Herausforderungen der Finanzierbarkeit jetzt und in der Zukunft steht, von ungerechten und vermeidbaren Kosten zu entlasten. Die ohnehin schon stark subventionierte Flugverkehrswirtschaft muss die von ihr verursachten Kosten vollständig übernehmen.

Erst, wenn das passiert und auch die anderen externen Kosten dem Flugverkehr korrekt zugerechnet werden, kann man das Thema Flugverkehr und dessen wirtschaftliche Bedeutung erstmals richtig diskutieren.

Der Arbeitskreis "Ärzte gegen Fluglärm" steht für eine fachlich basierte und qualifizierte Diskussion jederzeit zur Verfügung.

Für den Arbeitskreis „Ärzte gegen Fluglärm“
- Dr. med. Jürgen Hoffart, Bezirksärztekammer Rheinhessen
- Dr. med. Henning Thole, www.fluglaerm-fakten.de
- Prof. Dr. med. Thomas Münzel, Universitätsmedizin Mainz

[1] https://www.fluglaerm-fakten.de/studien-etc/10-artikel-berichte/86-deutscher-aerztetag-belastung-der-krankenversicherungen-durch-laermkrankheiten-beenden
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