Gesund und fit zurück ins Berufsleben

ARGE München startet neue Projekte zur Gesundheitsförderung

(lifePR) ( München, )
Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, umso wahrscheinlicher ist es, dass sich auch gesundheitliche Probleme einstellen. Die psychischen Belastungen nehmen zu - und werden oftmals auch in physischen Leiden sichtbar. Gesundheitliche Einschränkungen verringern wiederum erheblich die Chancen auf eine Integration in Arbeit. Kurz gefasst gilt: Arbeitslos sein macht krank - krank sein macht arbeitslos.

Dieser verhängnisvolle Kreislauf ist mit berufsbezogenen Förderangeboten allein nicht zu durchbrechen. Die Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung München GmbH hat deshalb zwei neue Angebote gestartet, die sich insbesondere auf das Thema "Gesundheit" konzentrieren - im Sozialbürgerhaus Ramersdorf-Perlach und im Projekt "KompAQT" (Kompetenznetzwerk für Arbeit, Qualifizierung und Transfer) speziell für Kundinnen und Kunden "50 plus".

Das Sozialbürgerhaus Ramersdorf-Perlach bietet mit seinem Seminar "Gesundheitsmanagement" Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ein umfangreiches Angebot an Information, Beratung und individueller Begleitung. Intakte Gesundheit als notwendige Voraussetzung für die Integration in den ersten Arbeitsmarkt - so lautet dabei die Leitlinie. Mit der Durchführung beauftragt wurde die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA). Das Seminar verknüpft Gesundheitsinformation und individuelle Gesundheitsberatung für die Kundinnen und Kunden der ARGE München mit einem täglichen Praxistraining in der Gruppe. Auf dem Programm stehen beispielsweise gemeinsames Kochen, Bewegungsangebote sowie Konzentrations- und Entspannungsübungen. Die arbeitsmarktbezogenen Aktivitäten im Seminar werden für jede Teilnehmerin bzw. jeden Teilnehmer individuell eingesetzt - entsprechend ihrer erreichten gesundheitlichen Stabilität. "Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis ist ganz wichtig", erklärt Kerstin Bernhardt, DAA-Trainerin im Projekt. "Oft liegen fest gefügte Verhaltensmuster vor. Den komplexen Zusammenhängen zwischen Arbeitsplatzverlust, psychischem Erleben und körperlicher Gesundheit begegnen wir mit konkretem Handeln. Das löst Veränderungen aus."

Sechs Monaten nach Beginn des Projekts werden die ersten Erfolge sichtbar. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben aus Ihrer Passivität herausgefunden und im Hinblick auf eine Beschäftigung wieder neuen Mut gefasst - auch wenn nicht wenige anfangs skeptisch waren. Es ist oftmals bereits an ihrer Körperhaltung zu sehen, dass sie sich fit fühlen und geradezu aufblühen. Drei von 20 Teilnehmern konnten bereits ein neues Arbeitsverhältnis aufnehmen. Vor einem halben Jahr war dies für die meisten Kundinnen und Kunden noch kaum vorstellbar. "Gesundes Leben macht Spaß und wird wieder zur täglichen Routine", so Frau M., die wegen Gewichtsproblemen und depressiven Verstimmungen am Gesundheitsmanagement teilnimmt.

Für die Personengruppe "50plus", die bei der ARGE München im Rahmen des Projektes "KompAQT" (Kompetenznetzwerk für Arbeit, Qualifizierung und Transfer) besonders intensiv betreut wird, gibt es seit Jahresbeginn 2010 mit "AmigA - Arbeitsförderung mit gesundheitlicher Ausrichtung" ebenfalls ein spezielles Gesundheitsangebot. Die "AmigA"-Kundinnen und Kunden werden von einem interdisziplinären Team beraten. Sechs Fallmanagerinnen und Fallmanager arbeiten hier mit einer ärztlichen Psychotherapeutin und einem Sozialmediziner zusammen. Dabei werden Angebote der Arbeitsvermittlung mit gesundheitsbezogenen Maßnahmen verzahnt und den individuellen Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden angepasst. Kooperationspartner ist das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das "AmigA"-Konzept, das von Dr. Ingrid Toumi, ehemalige Leitende Ärztin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, entwickelt wurde, hat seinen Praxistest bereits bestanden. Es wurde von 2005 bis 2008 als Modellprojekt im Bundesland Brandenburg durchgeführt.

Nach einer umfassenden Eingangsdiagnostik, die den Bedarf der Kundinnen und Kunden an Arbeits- und Gesundheitsförderung feststellt, werden alle geplanten Maßnahmen und Unterstützungsleistungen im Team abgestimmt. Dann wird ein Integrationsplans vereinbart. Hausärzte, medizinische und psychosoziale Kliniken, Suchtberatungsstellen oder Angebote der Krankenkassen werden in den Prozess einbezogen. Ziel von "AmigA" ist es, die Gesundheit und damit die Integrationsfähigkeit der Kundinnen und Kunden zu verbessern. Die Betreuungszeit beträgt in der Regel sechs Monate. Bis Ende 2010 werden rund 400 Kundinnen und Kunden "50plus" an "AmigA" teilnehmen. Davon sollen zehn Prozent unmittelbar in den Arbeitsmarkt integriert werden. Jakob Grau, Geschäftsführer der ARGE München: "Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es oftmals gesundheitliche Probleme sind, die den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben verhindern. Wir versuchen nun, mit zwei unterschiedlichen Angeboten Menschen in einer schwierigen Lebenssituation abzuholen und schrittweise gesundheitlich zu stabilisieren - sofern die medizinischen Diagnosen dies zulassen. Die Zusammenarbeit mit der "DAA" als beauftragtem Partner funktioniert dabei ebenso gut wie das Netzwerk bei "AmigA". Gewinnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr inneres Gleichgewicht zurück, wachsen ihre Belastbarkeit und ihr Selbstvertrauen. Sie entwickeln neue Energien - bewerben sich auf freie Stellen und stellen sich den Anforderungen in der Arbeitswelt. Auch wenn der Berufseinstieg nicht immer sofort gelingt, verändern sich die individuellen Perspektiven deutlich zum Positiven."
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