Bremerhaven punktet: Hochqualifizierte sind zufriedener mit ihrer Stadt

Arbeitnehmerkammer befragt mehr als 500 Studierende und Beschäftigte im Wissenschaftssektor

(lifePR) ( Bremen, )
Deutlich mehr Beschäftigte in der Wissenschaft und auch Studierende sind mit Bremerhaven als Lebensort zufrieden. Diesen Imagegewinn zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Befragung, die die Arbeitnehmerkammer unter mehr als 500 Berufstätigen und Studierenden gemacht hat.

Demnach finden 57 Prozent der Befragten, die in Bremerhaven leben, die Stadt attraktiv. Bei der ersten Befragung 2007 waren es nur 42 Prozent. Besonders positiv werden die neuen Projekte wie Klimahaus, Auswandererhaus, der Ausbau der Hochschule oder die Modernisierung des Hauptbahnhofs bewertet. Negativ werden weiterhin die hohe Arbeitslosigkeit, zu wenig Freizeitmöglichkeiten und mangelnder attraktiver Wohnraum beurteilt. „Bremerhaven hat sich als Wissenschaftsstandort in den vergangenen Jahren weiter etabliert und kommt inzwischen auch als Wohnort bei den Wissenschaftlern deutlich besser an. Diesen Trend sollte Bremerhaven nutzen und weiter ausbauen", betont Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Dynamisch: Jobmotor Wissenschaft

Städte, die ein hohes Potenzial an Wissenschaft und Forschung aufweisen, sind wirtschaftlich erfolgreicher als andere: sie befruchten die regionale Wirtschaft und verbessern ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem sind Hochschulstandorte „forever young" – wirken sich so positiv auf die demografische Entwicklung aus. Diese Einschätzung belegt auch die Studie, denn Bremerhaven hat 2005, also zeitgleich mit der Auszeichnung als „Stadt der Wissenschaft", die Trendwende auf dem Arbeitsmarkt geschafft – 8.000 zusätzliche Arbeitsplätze sind seitdem entstanden. Nach der Offshore-Windenergie und dem Hafen- und Logistikbereich belegt der Wissenschaftssektor Platz drei der Jobmotoren: Die Zahl der Arbeitsplätze ist seit 2007 um 85 Prozent angestiegen, womit dieser Bereich der dynamischste Wirtschaftsabschnitt in Bremerhaven ist. Und auch die Zahl der Studierenden hat kräftig zugelegt: Seit 2001 hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht. Aktuell studieren 3.200 Männer und Frauen in Bremerhaven.

Berufstätige zufriedener als Studierende

Bremerhaven ist nach den Ergebnissen der Studie für Berufstätige attraktiver, als für Studierende. Je älter die Befragten, desto zufriedener sind sie mit der Stadt. „Das hängt damit zusammen, dass die Jüngeren – vor allem die Studierenden – die Lebensqualität einer Stadt ganz stark mit ihren beruflichen Perspektiven verknüpfen. Trotz der Jobzuwächse bleibt der Arbeitsmarkt in Bremerhaven aber weiter das Sorgenkind", so Marion Salot, Referentin für regionale Wirtschaftspolitik. Berufstätige mögen die Stadt vor allem wegen der Nähe zum Wasser und weil sie ihren Arbeitsplatz schätzen. Die kurzen Wege und die geringen Lebenshaltungskosten sind für beide Gruppen wichtig.

Die Berufstätigen kritisieren vor allem mangelnde Freizeitangebote wie Frei- und Schwimmbäder. Aber auch gastronomische Angebote vermissen sie, zum Beispiel mit Blick aufs Wasser. Studenten dagegen sehen eher Nachholbedarf in Sachen Nachtleben.

Bremerhavener Großprojekte kommen gut an

In den vergangenen Jahren hat sich Bremerhaven an vielen Punkten deutlich verändert, vor allem hinsichtlich der großen touristischen Attraktionen. „Vor allem die Berufstätigen loben das Klima- und Auswandererhaus, aber auch den Ausbau der Hochschule und das Schaufenster Fischereihafen", erläutert Salot. Die Studierenden hingegen beurteilen die Projekte, abgesehen vom Hochschulausbau, deutlich kritischer.

Bremerhaven als Arbeits- und Wohnort attraktiver machen

Entwicklungspotenzial zeigt die Befragung insbesondere im Hinblick auf die Bereitschaft, nach Bremerhaven zu ziehen und dort zu leben. 44 Prozent der Studierenden, die nicht in Bremerhaven leben, würden einen Umzug erwägen, wenn sie hier einen Arbeitsplatz finden würden. „Gegenüber 2007 ist das ein deutlich besseres Ergebnis, damals wollte nur jeder dritte Studierende umziehen", berichtet Salot. Sowohl von den Studierenden als auch unter den berufstätigen Pendlern würde jeder Fünfte für ein attraktives Wohnungsangebot nach Bremerhaven ziehen. Auch dieser Wert hat sich gegenüber der ersten Befragung verbessert.

Was ist zu tun?

Die Hochschule muss weiter wachsen. Doch es wird nicht reichen, nur die Anzahl der Studierenden zu erhöhen, auch die Attraktivität als Arbeits- und Wohnort muss Bremerhaven erhöhen. Denn vor allem von den Studierenden wird die Lebensqualität stark mit den Beschäftigungsperspektiven in Zusammenhang gebracht. „Es ist unbedingt nötig, den Wissenschaftssektor weiter auszubauen und die Kooperation von Hochschule und regionaler Wirtschaft weiter zu stärken, damit möglichst viele Hochschulabsolventen in Bremerhaven eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt haben", betont Ingo Schierenbeck. Denn insgesamt ist der Anteil hoch qualifizierter Arbeitsplätze an allen Beschäftigungsverhältnissen in Bremerhaven noch ausbaufähig.

Außerdem muss die Wissenschaft als Teil der Stadtgesellschaft weiterentwickelt werden, um wirklich identitätsstiftend und imagebildend wirken zu können. Genau dies ist auch die Idee, die hinter dem Förderprogramm „Stadt der Wissenschaft" steht und hinter dem Netzwerk „Pier der Wissenschaft". Schierenbeck: „Dies funktioniert aber nur, wenn diese Netzwerke mit einem dauerhaften und professionellen Management und mit der entsprechenden kommunalen Unterstützung flankiert werden."

Die Befragung

Insgesamt 551 Personen

- Frauenanteil: 55 Prozent

- 227 Studierende, 324 Berufstätige

- Nur 30 Prozent der befragten Berufstätigen haben Kinder (insgesamt 20 Prozent der Befragten).

61 Prozent der Befragten lebt in Bremerhaven, jeweils 30 Prozent in Lehe, Geestemünde und Mitte.
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