Montag, 20. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 236079

Nachhaltigkeit in der deutschen Wirtschaft

Sustainability Survey von AmCham Germany und McKinsey sieht Unternehmen auf gutem Weg

Frankfurt am Main, (lifePR) - .
- Unternehmen in Deutschland begreifen Nachhaltigkeit als Chance
- Nachhaltiges Wirtschaften ist Leitprinzip der Geschäftsaktivitäten
- Chancengleichheit und Flexibilitätsprogramme stellen größte Herausforderung dar

Unternehmen am Standort Deutschland begreifen Nachhaltigkeit zunehmend als Chance, sich vom Wettbewerb abzuheben und das eigene Image zu verbessern. Bei 70% ist nachhaltiges Wirtschaften inzwischen Teil der Unternehmensstrategie, mehr als 80% verfolgen konkrete Nachhaltigkeitsziele im operativen Geschäft. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage der Amerika­nischen Handelskammer in Deutschland, kurz „AmCham Germany“, in Kooperation mit McKinsey & Company. Die Studie wurde unter 235 Mitgliedsunternehmen der Kammer durchgeführt; befragt wurden in gleicher Anzahl deutsche, amerika­nische und internationale Unternehmen aus unterschiedlichen Industrien und Dienstleistungsbranchen.

„Unternehmen in Deutschland haben das Prinzip Nachhaltigkeit mehrheitlich als ökonomischen Faktor erkannt und fest in ihren Organisationen verankert“, fasst Jürgen Schröder, Leiter des Düsseldorfer McKinsey-Büros, das Kernergebnis der Untersuchung zusammen. Dennoch bleibe in einigen Bereichen Verbesserungsbedarf. Das gilt besonders für die Umsetzung sozialer Nachhaltig­keits­aspekte, wie die Studie zeigt: „Während die meisten Unter­nehmen bei der ökologischen Nach­haltigkeit sehr gute Fortschritte erzielen, bestehen noch Defizite in Handlungsfeldern wie Chancengleichheit und Flexibilität“, konstatiert Uwe Kleinert, Head of Corporate Responisibility & Sustainability der Coca Cola GmbH und Vorsitzender des Corporate Responsibility Committees der AmCham Germany.

Hauptmotivation für nachhaltiges Handeln in Unternehmen ist die Aussicht auf positive Differenzierung durch ein verbessertes Image

Etwa 60% der Unternehmen nennen eine bessere Positionierung gegenüber Wettbewerbern sowie Imageverbesserung als Hauptmotivation ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten. Abläufe zu verbessern und dadurch z.B. Energiekosten zu senken gilt bei etwa 40% der befragten Unternehmen als weiterer wesentlicher Grund. Nur 11% der Unternehmen geben an, auf Druck von Nichtregierungsorganisationen und Verbänden zu handeln.

Prinzip der Nachhaltigkeit ist tief in Geschäftsmodellen verankert

Die Ergebnisse der Umfrage belegen, dass bereits heute mehr als 90% der Unter­nehmen Nachhaltigkeit als Teil ihrer Mission festgeschrieben haben. 70% der Unternehmen haben eine weitreichende Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und wiederum 70% haben die Verantwortlichkeit für Nachhaltigkeit auf Vorstands­ebene angesiedelt. Die Umfrage hat darüber hinaus untersucht, wie stark Nachhaltigkeitsaspekte in den täglichen Entscheidungen auf allen Unternehmens­ebenen berücksichtigt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass bei den meisten Unternehmen diese Aspekte tief in Prozessen und Entscheidungen verankert sind: So geben 82% der Unternehmen an, messbare Nachhaltigkeits­ziele definiert zu haben.

„Diversity“ und Flexibilität bilden größte Herausforderung im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit – Bessere Umsetzung notwendig

Während die meisten Unternehmen bei der ökologischen Nachhaltigkeit sehr gute Fortschritte erzielen, gibt es bei der sozialen Nachhaltigkeit zwei Bereiche, in denen Nachholbedarf besteht: „Diversity“ und Flexibilität. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Unternehmen diese Herausforderungen erkannt und entsprechende Ange­bote installiert haben, dass aber die Akzeptanz der Angebote bzw. der Umsetzungs­grad noch zu verbessern ist. Zwar verfügen 85% der befragten Unternehmen über ein Diversity-Programm, aber nur 8% haben einen „Fair Share“ an Frauen im Vor­stand – d.h. einen Frauenanteil, der dem in den Talent­pools entspricht, aus denen die Firmen ihren Nachwuchs rekrutieren. In deutschen Unternehmen haben sogar 70% der befragten Unternehmen gar keine Frau im Vorstand. Bei der Flexibilisie­rung der Arbeitsplätze zeigt sich ein ähnliches Bild. Zwar bieten die meisten Unter­nehmen flexible Arbeitszeitmodelle an, die Nutzung ist bisher jedoch gering. Hier gebe es klaren Handlungsbedarf für die Unternehmen, so Jürgen Schröder: “Da soziale Aspekte wie Work-Life-Balance bei der Berufswahl qualifizierter Fach­kräfte in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, werden die Unternehmen ihre soziale Nachhaltigkeit in diesem Bereich deutlich ausbauen müssen.“

Nachhaltigkeitsgedanke bei Kaufentscheidungen nicht ausschlaggebend

77% der befragten Unternehmen bestätigen, dass die Endkunden bei ihrer Kaufent­scheidung zunächst Preis und Performance eines Produktes beurteilen und Aspekte der Nachhaltigkeit erst danach als Entscheidungskriterium hinzuziehen. „Die Unter­nehmen sehen hier Politik und Gesellschaft gefordert, Nachhaltigkeit über die Wirtschaft hinaus als relevantes Ziel in allen gesellschaftlichen Bereichen zu etablieren und so für die gesamt­gesell­schaftliche Umsetzung existierender Nachhaltigkeitsziele zu sorgen“, erklärt Uwe Kleinert. Dieser Herausforderung sollte durch klare und einfache Kommunikation und gezielte Aufklärung, z.B. in Schulen, begegnet werden.

Die vollständigen Ergebnisse des Sustainability Survey finden Sie unter: http://www.amcham.de/publications/corporate-responsibility.html

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