Massive perspektivische Bedrohung

Offener Brief zu Kürzungsplänen bei der Film- und Medienstiftung NRW

(lifePR) ( Berlin/Köln, )
Die Filmverbände und -institutionen Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen (Berlin/München), Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (Frankfurt), film & fernseh produzentenverband nrw (Köln), Filmbüro NW (Köln), VFFVmedia (Köln), Verband Deutscher Filmproduzenten (München) und Web de Cologne e.V. (Köln) haben am heutigen Freitag einen Offenen Brief zu den Kürzungsplänen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen bei der Film- und Medienstiftung NRW herausgegeben. Der Brief ging unter anderem an Hannelore Kraft (Ministerpräsidentin), Jürgen Roters (Oberbürgermeister der Stadt Köln), Thomas Geisel (Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf), die Rundfunk- und Filmreferenten NRW, Dr. Angelica Schwall-Düren (Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien), Ruth Hieronymi (Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats), Dr. Ludwig Jörder (Vorsitzender des WDR-Verwaltungsrats), Tom Buhrow (Intendant WDR) und Frank Hoffmann (Geschäftsführer RTL).

Der Offene Brief im Wortlaut:

"Mit Besorgnis und Erstaunen haben wir von den Plänen der Landesregierung erfahren, die Mittel für die Film- und Medienstiftung NRW um eine Million Euro zu kürzen. Dies wäre nach der Ankündigung durch den Intendanten des WDR, die freiwilligen Leistungen von drei Millionen Euro aus der Stiftung herauszunehmen, ein weiterer Schritt, den Film- und Medienstandort Nordrhein-Westfalen zu schwächen. Eine der Folgen könnte sein, dass auch die übrigen Gesellschafter der Stiftung ihre gemeinsame Verpflichtung in Frage stellen und ihr Engagement reduzieren, so dass der Gesamtschaden sich auf weit mehr als die jetzt absehbaren rund vier Millionen Euro belaufen wird.

Die Aufgaben der Film- und Medienstiftung NRW wurden in den letzten Jahren beständig erweitert, hinzu gekommen sind beispielsweise Vernetzung und Standortmarketing sowie Entwicklungsprogramme für digitale Medien und Games. Die Resultate dieser Arbeit fangen gerade an, Früchte zu tragen. Umso erstaunlicher ist es, dass die Landesregierung, entgegen ihrer früheren öffentlichen Bekundungen, den Etat hierfür nun kürzen will.

Andere Bundesländer, wie aktuell Baden-Württemberg, handeln mit einer Etaterhöhung entschlossen in eine entgegen gesetzte Richtung.

Für die hier ansässigen Film- und Medienunternehmen sowie ihre zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen die angekündigten Kürzungen eine massive perspektivische Bedrohung dar, die zu Abwanderungen in Richtung anderer Bundesländer führen kann. Zugleich dürfte die Mittelkürzung zu einem spürbaren Steuer- und Abgabenrückgang auf Landes- und kommunaler Ebene führen, da aus einem geringeren Fördervolumen zwangsläufig ein - proportional sogar noch deutlich höherer - Rückgang des sogenannten NRW-Effekts resultiert.

Wir fordern die Landesregierung und die entscheidenden Politiker auf, ihr Handeln in Hinsicht auf die möglichen Folgen noch einmal zu überdenken. Um den Bestand und die Entwicklung des Film- und Fernsehstandorts Nordrhein-Westfalen nicht zu gefährden, bedarf es konstruktiver und positiver Vorschläge, wie die finanzielle Ausstattung der Film- und Medienstiftung für die Zukunft gesichert und ausgebaut werden kann."
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