Ausselektiert trotz Abschluss

Kaum Masterplätze für die eigenen Absolvent*innen

(lifePR) ( Hamburg, )
In vielen Studienfächern fehlt es an ausreichenden Kapazitäten. Besonders in der Psychologie fehlt es an Masterplätzen, gerade für die eigenen Absolvent*innen. Stand jetzt haben lediglich 42 der 157 Bewerber*innen aus Hamburg einen Masterplatz erhalten. Die meisten gehen leer aus, dabei predigen Politik und Universität seit Jahren den 1-zu-1 Übergang und einen Masterplatz für jede Absolvent*in.

Wer Psychologie studiert, der braucht einen Masterplatz. In kaum einem anderen Studienfach ist der Bachelor alleine derartig wenig wert und der Masterabschluss gleichzeitig das Nonplusultra. Kurzum, wer keinen Masterplatz bekommt, hat kaum Berufsaussichten. Ein Studienortwechsel erweist sich häufig als impraktikabel. Die meisten der Absolvent*innen aus Hamburg haben keinen Masterplatz bekommen, ein altbekanntes Problem.

Martin Sievert, Referent für Hochschulpolitik im AStA:

"Der Übergang von Bachelor zu Master gleicht dem Sprung über eine viel zu große Schlucht. Die meisten schaffen diesen Sprung aufgrund der wenigen vorhandenen Plätze nicht. Besonders problematisch wird dies in Fächern wie der Psychologie, da der Masterabschluss dort den einzigen berufsqualifizierenden Abschluss darstellt. Durch den Platzmangel baut sich ein enormer Druck für die Bachelorstudierenden auf. Die so erzeugte Konkurrenz ist äußerst schädlich für die Studierenden und ihr Studium. Studieren darf nicht gegen die Kommiliton*innen, sondern muss gemeinsam mit ihnen möglich sein.

Wer in Hamburg seinen Bachelor macht, der sollte auch danach in Hamburg bleiben dürfen. Besonders in Bezug auf die Kohärenz der Studieninhalte macht das enorm viel Sinn."

Die Problematik der geringen Masterkapazität ist keineswegs neu, noch weniger ist sie überraschend. Sowohl im Lehramt als auch in der Psychologie kann man beobachten, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Auch in anderen Fächern gibt es dieselben Probleme, dort sind die Folgen allerdings nicht im Ansatz so fatal wie im Lehramt und in der Psychologie.

Esther Bender, Vorsitzende des AStA, ergänzt:

"Nur 42 der 157 Bewerber*innen aus Hamburg haben bisher einen Masterplatz erhalten, die anderen sind gezwungen wegzuziehen oder gehen ganz leer aus. Es ist unzumutbar, jemandem der bereits 3 Jahre an dieser Universität studiert hat, zu verweigern, dass dieser das auch weiterhin tun kann.

Spätestens ab dem Wintersemester 2013/2014 sollte allen Bachelor Absolvent*innen ein Masterplatz an der Universität Hamburg zustehen. Gelungen ist dies immer noch nicht. Der AStA fordert daher den Master als Regelstudienabschluss. Dies ließe sich durch eine kombinierte Zulassung oder das Wegfallen der Zwischenstation Bachelor realisieren. In den letzten Jahren geisterte das Credo "für jeden Bachelor einen Masterplatz" über den Campus. Bewahrheitet hat sich das nie."

Hintergrund:

In einem Entwurf des neuen hamburgischen Hochschulgesetzes gab es eine sogenannte "Experimentierklausel". Diese sah vor, dass die Universität in der Lage sein sollte eine kombinierte Zulassung zu implementieren. Diese Klausel wurde aus der finalen Version entfernt und ist daher nicht Teil des Gesetzes. Begründet wurde dies dadurch, dass man der Kultusministerkonferenz bis Ende 2014 Zeit geben wolle die Problematik der fehlenden Masterplätze zu lösen. Geschehen ist nichts, es ist Ende 2014 und die Studierenden stehen immer noch ohne Masterplatz da. Die Politik ist aufgefordert endlich sinnvoll zu handeln.
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