Montag, 16. Juli 2018


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Patienten mit Herzschwäche profitieren - MRT-fähiges Dreikammer-Defibrillatorsystem erstmals in Hamburg implantiert

Hamburg, (lifePR) - Im Albertinen-Krankenhaus in Hamburg-Schnelsen wurde erstmals in Hamburg ein neuartiges Defibrillator-System zur sog. kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-D) bei fortgeschrittener Herzschwäche (Herzinsuffizienz) implantiert, das den Patienten auch eine Untersuchung per Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht. Dieser sog. Dreikammer-Defi hilft die Lebensqualität von Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung deutlich zu verbessern, ohne dass diese fortan auf die besonders schonende und präzise bildgebende Diagnostik per MRT verzichten müssten. So ist die MRT-Untersuchung, bei der die Patienten keiner Strahlenbelastung ausgesetzt sind, heute das Standardverfahren zum Beispiel zur Diagnose von Schlaganfällen, Hirntumoren oder Gelenkerkrankungen. Das CRT-D-System hat bereits die CE-Zulassung bekommen und wird voraussichtlich ab Dezember 2014 in Deutschland allgemein verfügbar sein.

Patientin ist auf MRT-Untersuchungen angewiesen

Das neue System wurde im Albertinen Herz und Gefäßzentrum am Standort Albertinen-Krankenhaus einer Patientin mit ausgeprägter Herzmuskelschwäche eingesetzt, die das Risiko, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen zu entwickeln, stark erhöht. Der Defibrillator soll sowohl einen erneuten Herzstillstand verhindern, als auch das Voranschreiten der Herzinsuffizienz aufhalten. "Wir haben uns sehr bewusst für das neue System entschieden, da die Patientin aufgrund einer früheren Krebserkrankung auf regelmäßige Kontrolluntersuchungen mittels MRT angewiesen ist," erklärt Prof. Dr. Herbert Nägele, Leitender Arzt des Departments für Herzinsuffizienz und Devicetherapie im Albertinen-Krankenhaus. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen und die Patientin ist bereits wieder wohlauf.

Telemedizinische Möglichkeiten erhöhen Sicherheit

Prof. Nägele und sein Team bieten eine Sprechstunde für Herzinsuffizienz-Patienten an und kennen die besonderen Bedürfnisse dieser Patientengruppe sehr gut. Herzinsuffiziente Patienten bedürfen einer engmaschigen Nachsorge, da sich der Gesundheitszustand schnell verschlechtern und es zu sog. Dekompensationen (bedrohliche Wasseransammlungen) kommen kann. Die neuen Implantate verfügen daher allesamt über eine kleine Antenne, die eine sichere und zuverlässige Datenübertragung über die Home Monitoring Technologie ermöglicht. Der Arzt kann so die Herzaktivität der Patienten auch aus der Ferne kontinuierlich beobachten. Diese Form der Nachsorge führt zu einer deutlichen Verbesserung der Prognose von Patienten mit Herzschwäche. Denn kritische Ereignisse wie Vorhofflimmern oder Dekompensationen werden frühzeitiger erkannt, so dass Ärzte die Therapie rechtzeitig anpassen können. Professor Nägele: "Die engmaschige Beobachtung des Herzens mittels Home Monitoring hilft bei der Festlegung der besten Therapie. Denn so werden wir zeitnah informiert, wenn etwas mit dem Implantat oder dem Patienten nicht stimmt. Je früher das passiert, desto schneller können wir reagieren. Und das kann Leben retten." Ein weiterer Vorteil: Die Elektrode, die das Herz mit dem Implantat verbindet, verfügt über vier statt lediglich zwei Pole - und damit über weitaus mehr Stimulationsmöglichkeiten. Der Arzt kann die Stimulation somit besser auf die Anatomie des Patienten anpassen und so einen höheren Therapieerfolg erzielen. Gleichzeitig kann so das Risiko für Komplikationen deutlich gesenkt und die Eingriffsdauer verkürzt werden. Die neuen Implantate sind außerdem in der Lage, inadäquate Schockabgaben zu vermeiden und so die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen. Dies wird zum einen durch Home Monitoring ermöglicht, zum anderen durch neue Algorithmen.

MRT-fähige Zweikammer-Schrittmacher bereits seit 2012 regelhaft eingesetzt

Bereits seit 2012 werden im Albertinen Herz- und Gefäßzentrum an den Standorten Albertinen-Krankenhaus und Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus regelhaft MRT-fähige Zweikammer-Schrittmachersysteme eingesetzt. Tobias Schwarz, Geschäftsführer des Albertinen-Krankenhauses: "Mit der hamburgweit erstmaligen Implantation eines MRT-fähigen Dreikammer-Defibrillatorsystems setzen wir unsere Qualitätsstrategie fort, die die speziellen Bedürfnisse der uns anvertrauten Patienten in den Mittelpunkt stellt."

Info: Magnetresonanztomographie (MRT) und Herzschrittmacher/Defibrillatoren

Bei der Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt, handelt es sich um ein modernes diagnostisches Verfahren zur Darstellung der inneren Organe und Gewebe durch Magnetfelder und Radiowellen. Es ermöglicht die präzise Darstellung der menschlichen Organe und dient so beispielsweise der sicheren Früherkennung von Schlaganfällen oder Tumorerkrankungen. Ebenso kommt es bei der Diagnose von Erkrankungen des Bewegungsapparates zum Einsatz. Bei der MRT handelt sich zudem um ein für den Patienten sehr schonendes Verfahren, da es mit keiner Strahlenbelastung verbunden ist.

MRT-fähige Zweikammer-Schrittmacher sind seit mehreren Jahren verfügbar und werden bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen im Albertinen Herz- und Gefäßzentrum seit 2012 regelhaft implantiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schrittmachern können hier die Magnetfelder des MRT-Gerätes die Funktionsfähigkeit des Herzschrittmachers nicht beeinflussen und so die Sicherheit des Patienten nicht gefährden, da der MRT-fähige Herzschrittmacher keine magnetisch aufladbaren Teile mehr enthält. Zudem werden die Schaltungen auf besondere Weise geschützt.

Dreikammer-Defibrillatoren und Dreikammer-Herzschrittmacher werden Patienten mit einer starken Herzschwäche implantiert. Das im Albertinen Herz- und Gefäßzentrum jetzt hamburgweit erstmals eingesetzte neue System erlaubt dem Patienten dabei ebenfalls eine spätere Untersuchung im MRT.

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