Bundesdelegiertenversammlung der ALfA verabschiedet Resolution zur PID

Kaminski: "Nur ein völliges PID-Verbot ist mit unserem Grundgesetz vereinbar"

(lifePR) ( Köln, )
Anlässlich der am Mittwoch in Berlin stattfindenden Expertenanhörung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags erklärt die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V., Dr. med. Claudia Kaminski:

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) hat sich auf ihrer Bundesdelegiertenversammlung in Fulda (20./21.5.) noch einmal intensiv mit den drei interfraktionellen Gesetzentwürfen beschäftigt, mit denen Abgeordnete aller im Bundestag vertretenen Parteien die PID rechtlich regeln wollen.

Aus Sicht der ALfA-Delegierten ist allein der "Entwurf eines Gesetzes zum Verbot der Präimplantationsdiagnostik" (Bundestagsdrucksache 17/5450) in der Lage, der im Grundgesetz festgeschriebenen Verpflichtungen des Staates auch tatsächlich nachzukommen und die Würde des Menschen (Art. 1) sowie sein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2) wirksam zu schützen und niemanden wegen einer Behinderung zu benachteiligen (Art.3.).

Neben diesen Hauptargumenten geben die ALfA-Delegierten zu bedenken, dass eine begrenzte Zulassung der PID, wie das Beispiel Frankreich zeigt, keinesfalls einen Rückgang von Spätabtreibungen erwarten lässt. Trotz der in Frankreich geltenden und in der deutschen Debatte häufig als vorbildlich bezeichneten begrenzten Zulassung der PID sind dort sowohl die Zahl der Pränatalen Diagnostiken (2008: 29.779) als auch die Zahl der Spätabtreibungen (2008: 6.876) weiter gestiegen.

Europaweit wird die PID zudem überwiegend (61 Prozent) gar nicht zur Erkennung monogenetischer Erbkrankheiten eingesetzt, sondern stattdessen zu einem generellen genetischen Screening.

Weltweit sind ferner bislang weder die Möglichkeit einer langfristigen physischen Schädigung von Menschen, denen in einem frühem Entwicklungsstadium Zellen zur Durchführung einer PID entnommen wurden, hinreichend erforscht worden, noch die Möglichkeit einer psychischen Beeinträchtigung der "Selektionsüberlebenden", also derjenigen Menschen, die das vorgeburtliche Auswahlverfahren in der Petrischale erfolgreich überstanden haben.

Unabhängig von einer aus Sicht der ALfA mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren begrenzten Zulassung der PID werfen die beiden Gesetzentwürfe, die dies für möglich halten, eine Reihe ungelöste Fragen auf.

Dazu gehört nicht zuletzt, dass beide Gesetzentwürfe (Bundestagsdrucksache 17/5451 und 17/5452) keine hinreichenden Bestimmungen über die Zusammensetzung der Ethikkommissionen enthalten, die die Entscheidung über die Durchführung einer PID treffen sollen. Danach wäre es möglich, die Ethikkommissionen auch ausschließlich mit PID-Befürwortern zu besetzen.

Der Gesetzentwurf der Abgeordneten Rene Röspel, Priska Hinz und Norbert Lammert (Bundestagsdrucksache 17/5452) lässt sogar die Möglichkeit zu, dass einer Frau auch mehr als drei Embryonen eingesetzt werden, was das Risiko sogenannter Mehrlingsschwangerschaften und einer anschließenden "Reduktion von Föten" durch Fetozid erhöhen würde.

Die Delegierten der ALfA hoffen daher, dass sich in der Anhörung am 25. Mai die Argumente gegen die PID durchsetzen und der Deutsche Bundestag den von der Gruppe um die Abgeordneten Katrin Göring-Eckardt (Bündnis / Die Grünen), Volker Kauder (CDU), Pascal Kober (FDP) und Johannes Singhammer (CSU) eingebrachten Gesetzentwurf für ein Verbot der PID bei der vor der Sommerpause geplanten, entscheidenden Abstimmung beschließen wird.

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein - ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung.

Die ALfA hat mehr als 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL). Die ALfA finanziert sich ausschließlich über die Beiträge ihrer Mitglieder sowie Spenden.

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