Dienstag, 17. Oktober 2017


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Anlässlich der Berlinale erneuert die Akademie der Künste ihre Forderung an die russische Regierung, den ukrainischen Filmregisseur Oleg Senzow sofort freizulassen

Berlin, (lifePR) - Der im Mai 2014 vom russischen Geheimdienst auf der annektierten Krim verhaftete ukrainische Filmregisseur Oleg Senzow wird nach Informationen des russischen Staatssicherheitsdienstes FSB weiterhin im "Moskauer Untersuchungsgefängnis Nr. 2" festgehalten. In einem Brief an den Präsidenten der Akademie behauptete der Leiter des Zentrums für Öffentlichkeitsarbeit des FSB, N.N. Sacharow, die Ermittlungsmaßnahmen im Strafverfahren hätten "Beweise für die Beteiligung Senzows an Straftaten ergeben", ohne konkrete Angaben für den Termin eines Gerichtsverfahrens zu nennen.

Ursprünglich war für den 11. Oktober 2014 der Beginn des Prozesses gegen Senzow und weitere Angeklagte wegen der angeblichen Planung von Terroranschlägen geplant.

Oleg Senzow hatte an den Protesten auf dem Kiewer Maidan teilgenommen und nach dem Anschluss der Krim öffentlich gegen diesen völkerrechtswidrigen Akt der russischen Regierung protestiert. Am 11. Mai 2014 hatten ihn russische Polizisten in seinem Haus auf der Krim festgenommen und nach Moskau verschleppt. Bei einer gerichtlichen Anhörung am 7. Juli hat Oleg Senzow alle Anschuldigungen, an der Planung oder Durchführung terroristischer Aktionen beteiligt zu sein, bestritten. Er warf den Untersuchungsbehörden vor, misshandelt und mit dem Tod bedroht worden zu sein.

Wörtlich hatte Oleg Senzow erklärt:

"Ich war nie Mitglied des 'Rechten Sektors' und habe auf der Krim keine Terrorgruppen oder Terroranschläge organisiert. (...) Ich bin nicht schuldig der Organisation der mir vorgeworfenen Verbrechen, ich betrachte den Fall als fabriziert und politisch motiviert, weil die Anklage sich auf die Aussagen von zwei Verdächtigen stützt, die ihnen unter Folter abgepresst wurden, und jetzt können sie die Vorwürfe nicht zurückziehen, weil man ihnen verkürzte Freiheitsstrafen versprochen hat. Auch ich wurde gefoltert. (...) Ich möchte auch gegen die Versuche protestieren, mir die ukrainische Staatsbürgerschaft zu entziehen. Ich war schon immer und bleibe ein Bürger der Ukraine. Ich erkenne die Annexion und die militärische Besetzung der Krim durch die Russische Föderation nicht an. Ich halte die Vereinbarungen der unrechtmäßigen Regierung der Krim mit der Russischen Föderation für ungültig. Ich bin kein Leibeigener, der gemeinsam mit einem Stück Land jemand anderem übergeben werden kann. Ich habe keinerlei Antrag unterschrieben, um die russische Staatsbürgerschaft anzunehmen und auf meine ukrainische Staatsbürgerschaft zu verzichten."

Der Präsident der Akademie der Künste hatte bereits im September 2014 im Namen der 400 Akademiemitglieder in Schreiben an den russischen Botschafter in Berlin, den Generalstaatsanwalt in Moskau und den Leiter des russischen Geheimdienstes (FSB) gegen die willkürliche Inhaftierung des Künstlerkollegen Oleg Senzow protestiert.

Die Akademie der Künste fordert die zuständigen Vertreter des russischen Staates auf, den ukrainischen Bürger Oleg Senzow sofort aus der Haft zu entlassen und ihm die Ausreise in die Ukraine oder in ein Land seiner Wahl zu ermöglichen. Offizielle Kontakte zu russischen Akademien und anderen staatlichen Einrichtungen im Bereich der Kunst und Kultur in Russland sind für die Akademie nicht vorstellbar, bis Oleg Senzow in Freiheit ist.

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