Donnerstag, 19. Oktober 2017


  • Pressemitteilung BoxID 582433

"Unsere Aufgabe ist die Integration Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt"

Bundesprogramm schafft Perspektiven für eine nachhaltige berufliche Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt

Zwickau, (lifePR) - Die Statistik zeigt: Menschen, die länger als ein Jahr ohne Job sind, finden nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt. Da ist Zwickau keine Ausnahme. „2015 waren im Agenturbezirk Zwickau 4.605 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos“, resümiert Jobcenter-Chefin Michaela Ungethüm. Und obwohl sich die Zahl der langzeitarbeitslosen Frauen und Männer zwischen 2008 und 2015 um rund 5.370 Personen verringert hat, ist der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung in den vergangenen sieben Jahren lediglich um 3.399 Personen oder 45 Prozent gesunken.* Woran das liegt, weiß Ungethüm aus ihrer täglichen Arbeit: „Den Frauen und Männern fehlen die Berufserfahrung und es sind gesundheitliche oder persönliche Einschränkungen, die Arbeitgeber oftmals von einer Einstellung abhalten.“ Diese Feststellung klingt nicht resigniert. „Es ist unsere Aufgabe, Langzeitarbeitslose mit intensiver Unterstützung in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“ Unterstützung bekommt das Jobcenter Zwickau dabei auch durch das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds geförderte „Programm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit“. Seit August des vergangenen Jahres konnten 19 Frauen und Männer, die länger als 24 Monate in keiner Beschäftigung waren, durch das Programm in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Im Fokus der Aktivitäten zur Umsetzung des ESF-Bundesprogramms stehen die gezielte Ansprache und Beratung von Arbeitgebern, das Arbeitnehmercoaching nach Beschäftigungsaufnahme sowie der Ausgleich der Minderleistung durch Lohnkostenzuschüsse. Die Beschäftigungsverhältnisse sollen durch die umfassende Unterstützung der Arbeitnehmer sowie der Arbeitgeber soweit stabilisiert und nachhaltig gestaltet werden, sodass sie dauerhaft fortgeführt werden.

Im Jobcenter Zwickau berät und begleitet Betriebsakquisiteurin Anja Mehlhorn interessierte Firmen. Sie wirbt die Arbeitsplätze ein und begleitet die lange arbeitslos gewesenen Frauen und Männer übers Vorstellungsgespräch bis hin zur Arbeitsaufnahme. Ein erfahrener Bildungsträger übernimmt das individuelle Coaching der Menschen, die damit beste Chancen auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bekommen. „Ich bin ein Türöffner für beide Seiten“, beschreibt Mehlhorn ihren Job. „Ich suche mit dem Arbeitgeber gemeinsam ‚Nischen‘, von denen der Arbeitgeber vorher oftmals gar nicht wusste, dass es diese gibt.“ Das sind beispielsweise Dinge, die jeder in der Firma neben seiner eigentlichen Aufgabe mit erledigt hat und für die es nun einen Menschen gibt, der sie ihnen abnimmt.

​ In welchen Branchen gibt es nachhaltige Beschäftigungsperspektiven für langzeitarbeitslose Menschen? Welche Arbeitgeber können Arbeitsplätze mit einfachen Tätigkeiten anbieten?

Anja Mehlhorn bespricht sich mit den Kollegen des gemeinsamen Arbeitgeberservice, denn die wissen am besten, welche Strategien erfolgversprechend sind. In Arbeit gebracht hat sie die 19 Frauen und Männer in der öffentlichen Verwaltung, im Sicherheitsdienst, der Hauswirtschaft, im Hotel- und Gaststättenwesen. „Der Pflegebereich ist besonders offen für unsere Kunden“, freut sich Anja Mehlhorn. Anja Mehlhorn ist telefonisch unter der 0375 6060 267 und via Mail über Jobcenter-Zwickau.BAK@jobcenter-ge.de erreichbar.

Bis zum Programmende am 31. Juli 2017 sind insgesamt 40 Integrationen geplant.


[b]Gefördert werden Personen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind,[/b]



mindestens 35 Jahre alt sind,
über keinen oder keinen verwertbaren Berufsabschluss verfügen und
voraussichtlich nicht auf andere Weise in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden können.


Zur Zielgruppe der Intensivförderung zählen Personen, die darüber hinaus


in den letzten fünf Jahre arbeitslos waren und



mindestens ein weiteres in ihrer Person liegendes Vermittlungshemmnis (z. B. gesundheitliche Einschränkungen, keinen Schulabschluss, über 50 Jahre, mangelnde deutsche Sprachkenntnisse) aufweisen.


*Der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen Arbeitslosen ging von 45,5 Prozent um 6,4 Prozentpunkte auf 39,1 Prozent zurück – im Rechtskreis SGB II von 53,4 auf 48,5 Prozent.

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