Montag, 23. Oktober 2017


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Mit Teilqualifizierungen Schritt für Schritt zur beruflichen Kompetenz

Zwickau, (lifePR) - "Bis 2025 wird das Erwerbspersonenpotenzial im Landkreis Zwickau voraussichtlich um ca. 55.000 auf rund 155.000 Personen sinken, und zugleich der Bedarf an gut ausgebildeten Menschen steigen", weiß Mathilde Schulze-Middig aus Prognosen. Mit diesem Hintergrund freuen sich die Chefin des Jobcenters Zwickau und ihr Team besonders über die eine Frau und die vier Männer, die jetzt als erste Teilnehmer des Modellprojektes Teilqualifizierung ihr Ziel erreicht und die Externenprüfung zum Maschinen- und Anlagenführer vor der Industrie- und Handelskammer absolviert haben.

Die demografische Entwicklung macht deutlich: Bis 2025 werden im Landkreis Zwickau bis zu 55.000 Erwerbspersonen weniger als heute für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Der Wettbewerb um Arbeitskräfte wird größer. Mathilde Schulze-Middig, Chefin des Jobcenters Zwickau, bringt es auf den Punkt: "Es gibt in bestimmten Branchen schon heute einen erhöhten Fachkräftebedarf, der sich durch das Älterwerden unserer Gesellschaft weiterhin fortsetzen wird." Wer nicht hinreichend ausgebildet sei, habe am Arbeitsmarkt schlechte Chancen. "Qualifizierung ist das Kernelement, um den Fachkräftebedarf von morgen decken zu können", weiß Schulze-Middig aus ihrer täglichen Arbeit und den Gesprächen mit den Akteuren am Arbeitsmarkt.

Vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftebedarfs und einer anhaltend schwierigen Situation Geringqualifizierter hat die Bundesagentur für Arbeit 2010 ein Modellprojekt aufgelegt, mit dem die Beschäftigungsfähigkeit mit Hilfe von Teilqualifizierungen verbessert werden soll. Mit dieser Form der Qualifizierung erhöhen sich die Chancen bei Arbeitslosigkeit oder fehlender Berufsausbildung am Arbeitsmarkt erheblich.

"Teilqualifikationen orientieren sich an betrieblichen Arbeits- und Geschäftsprozessen sowie den bundesweit anerkannten Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrplänen", erklärt Jens Geigner, stellvertretender Leiter der Akademie Chemnitz und Standortleiter im Ausbildungszentrum Zwickau der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH, die als Bildungsträger die theoretische und praktische Ausbildung der künftigen Maschinen- und Anlagenführer übernommen haben. "Sie machen es Menschen mit einer geringen Qualifikation möglich, vielfältige und langfristig verwertbare berufliche Kompetenzen zu erwerben."

Mit dem Projekt können ungelernte Beschäftigte ihre Entwicklungsmöglichkeiten ausbauen, schätzen Schulze-Middig und Geigner unisono ein, und Arbeitgeber haben damit gut qualifiziertes Personal, das sie im Unternehmen einsetzen können. "Unser Projekt Teilqualifizierung wird sehr gut angenommen", resümieren die Jobcenter-Chefin und der Standortleiter. Seit Herbst 2010 gab es knapp 300 Beratungen zum Angebot Teilqualifizierung im Beruf Maschinen- und Anlagenführer (MAF) im Landkreis Zwickau. Insgesamt wurden bis heute 185 Eintritte in Teilqualifizierungen MAF absolviert - der überwiegende Teil davon, etwa 80 Prozent, von Männern.

Zusammengefasst und auf den Punkt gebracht:

- Die Teilqualifizierung erfolgt in kurzen Modulen - je nach Berufsbild können vier bis acht Module abgeschlossen werden - und dauern zwei bis sechs Monate
- Die Module basieren auf anerkannten Ausbildungsberufen und ergeben in der Summe etwa 2/3 der Erstausbildungszeit.
- Jedes Modul besteht aus der theoretischen und praktischen Phase beim Bildungsträger sowie einer praktischen Erprobung/Anwendung beim (künftigen) Arbeitgeber
- Jedes Modul schließt mit einer Kompetenzfeststellung ab
- Die modularen Teilqualifikationen bieten Geringqualifizierten - anders als Aus- oder Weiterbildungen - die Möglichkeit, schrittweise einen Baustein nach dem Anderen zu absolvieren und bei Bestehen der externen Facharbeiterprüfung mit einem IHK-Facharbeiterbrief abzuschließen. Beschäftigungsphasen dazwischen dienen dabei als Qualifikationserwerb.

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