Dienstag, 21. November 2017


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"Gemeinsam müssen wir herausfinden, wo die Stärken liegen und diese fördern"

Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer ziehen Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2013/14

Zwickau, (lifePR) - Den eigenen Nachwuchs ausbilden, das ist für viele Betriebe einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Deckung des Fachkräftebedarfs. Allerdings spüren die Firmen, dass es immer schwieriger wird, die passenden Auszubildenden zu finden. Das bestätigt die aktuelle Ausbildungsmarktbilanz der Zwickauer Arbeitsagentur: 1.581 Jugendliche haben sich von Oktober 2013 bis September 2014 auf der Suche nach einer Lehrstelle an die Berufsberatung der Agentur gewandt. Ihnen standen 1.597 registrierte Ausbildungsplätze zur Auswahl offen.

"Während die Wahlmöglichkeiten für die Jugendlichen grundsätzlich größer geworden sind, hat der Wettbewerb der Unternehmen um die besten Bewerber zugenommen", schätzt Andreas Fleischer, Chef der Zwickauer Arbeitsagentur, im Gespräch mit Siegmund Schwarz, dem Referatsleiter Berufsbildung der Regionalkammer Zwickau, und Dr. Olaf Richter, dem Geschäftsführer Bildung in der Handwerkskammer Chemnitz, ein.

Mit den rückläufigen Schülerzahlen und dem Trend zum Besuch weiterführender Schulen habe sich auch die Zahl der Bewerber in den vergangenen zwei Jahren verändert, stellt Fleischer fest: "Wir hatten 5,6 Prozent weniger Bewerber als im Jahr zuvor."

Auch wenn rein rechnerisch für jeden Bewerber ein Ausbildungsplatz vorhanden war, hatten die Betriebe Probleme, den passenden Auszubildenden zu finden. "Die Ansprüche an künftige Azubi sind nach wie vor nicht zu unterschätzen. Die Firmen wünschen Grundkenntnisse in verschiedenen Fächern, fordern aber auch soziale Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Teamgeist und Engagement", weiß Fleischer aus vielen Gesprächen mit Personalverantwortlichen. Fest stehe, so der Agentur-Chef, dass jeder Jugendliche etwas mitbringe und keiner talentfrei sei. "Gemeinsam müssen wir deshalb herausfinden, wo die Stärken liegen und diese fördern und die Jugendlichen auf ihrem Weg unterstützen."

Trotz der großen Auswahl an Lehrstellen und der hohen Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen findet nicht jeder Jugendliche eine Stelle - nicht jeder Meister seinen Lehrling. 21 Bewerber sind bislang unversorgt geblieben - 83 Ausbildungsplätze wurden nicht besetzt. "Wir sind bereits mit den Mädchen und Jungen im Gespräch, die noch keinen Ausbildungsvertrag unterschreiben konnten und werden sie auf Grundlage ihrer Talente und Fähigkeiten weiterhin individuell beraten und sie daraufhin mit den interessierten Arbeitgebern zusammenbringen", resümiert Fleischer. Man lasse nichts unversucht, um Azubi und Arbeitgeber zusammenzubringen.

Die Hitliste der angebotenen Ausbildungsberufe kommt der Wunschliste der Bewerber ziemlich nahe. So gab es beispielsweise 123 Bewerber und 107 Stellen für die Ausbildung zur Fachkraft für Kraftfahrzeugtechnik. Fachkraft für Metallbau wollten 44 Jugendliche werden, angeboten wurden 64 Lehrstellen. Für die 46 Anwärter auf eine Ausbildung Fachkraft Lagerlogistik gab es 47 Angebote. Angebot und Nachfrage waren bei Bankkaufmann/frau nahezu identisch: 15 Bewerber standen 15 Ausbildungsstellen gegenüber.

Zum Zähltermin am 30. September waren noch 83 Ausbildungsplätze zur sofortigen Besetzung gemeldet. Momentan gibt es u.a. noch sechs Lehrstellen für Einzelhandelskaufleute, jeweils drei für Köche, Konstruktionsmechaniker und Bäcker. "Jugendliche, die aktuell noch eine Stelle suchen, sollten sich möglichst schnell bei uns melden", lädt Fleischer ein. Unter der 0375 3141848 gibt es Informationen zu den freien Plätzen.

Bis Ende September wurden bei der Industrie- und Handelskammer Zwickau 814 neue Ausbildungsverhältnisse eingetragen. Das sind gegenwärtig 92 Prozent bzw. 75 Ausbildungsverträge weniger als im Jahr zuvor. Damit bleibt Zwickau trotzdem der ausbildungsstärkste Landkreis knapp hinter der Stadt Chemnitz im Bereich der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, freut sich Siegmund Schwarz, Referatsleiter Bildung der Regionalkammer Zwickau. Die meisten der neu geschlossenen Ausbildungsverhältnisse entstanden in den Berufsgruppen Metalltechnik und Handel. Das Verkehrs- und Transportgewerbe hat bei der Gewinnung von Auszubildenden mit am stärksten zugelegt und steht damit in diesem Bereich an erster Stelle im gesamten Kammerbezirk.

An der Handwerkskammer Chemnitz konnten 1.717 (davon in der Region Zwickau: 391) neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse am 30. September 2014 registriert werden - das sind 5,5 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausbildungsberufe Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Elektroniker/-in, Friseur/-in, Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-. Heizungs- und Klimatechnik und Tischler/-in führen die Liste der zahlenmäßig ausbildungsstärksten Ausbildungsberufe im Kammerbezirk Chemnitz an.

"Das Handwerk ist innovativ und regional verankert. Es bietet gute Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen für unsere jungen Menschen in der Region, sowohl für leistungsstärkere Jugendliche als auch für junge Menschen mit ungünstigeren Eingangsvoraussetzungen. So können beispielsweise leistungsstarke Auszubildende im Handwerk schon parallel zur Berufsausbildung eine anspruchsvolle Aufstiegsfortbildung oder ein Studium durchführen. Berufe im Handwerk bieten nach der Ausbildung tolle Karriereaussichten und Beschäftigungsmöglichkeiten", sagt Dr. Olaf Richter, Geschäftsführer Bildung in der Handwerkskammer Chemnitz. "Eine praxisnahe Berufsorientierung und Praktika in Betrieben gewinnen noch stärker an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen erschließen Bewerberpotenziale, zum Beispiel bei Abiturienten und Studienaussteigern."

Man setze man auch in Zukunft weiterhin zusammen mit der Industrie und dem Handwerk auf eine frühe und allumfassende Berufsorientierung, sind sich Arbeitsagentur, IHK und HWK einig.

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