Dienstag, 24. Oktober 2017


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Der Potsdamer Arbeitsmarkt im Januar 2015: Jahreswechsel bringt höhere Arbeitslosigkeit/ Mindestlohn derzeit ohne Negativauswirkungen

Potsdam, (lifePR) - Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Potsdam zum Jahreswechsel deutlich angestiegen. Insgesamt waren Mitte Januar 26.228 Menschen arbeitslos gemeldet, 2.607 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote lag nun bei 8,0 Prozent - im Dezember 2014 hatte sie 7,2 Prozent betragen. "Diese Entwicklung kommt für uns nicht überraschend", unterstreicht Dr. Ramona Schröder, Leiterin der Potsdamer Arbeitsagentur. "Schließlich enden befristete Arbeitsverhältnisse klassisch zum 31. Dezember. Hinzu kommt die typische Saisonarbeitslosigkeit im Winter", ergänzt sie.

Das generelle Niveau der Arbeitslosigkeit bewege sich aber unter dem des Januars 2014. Vor einem Jahr waren 27.612 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Quote lag bei 8,4 Prozent. Von Auswirkungen des neuen Mindestlohnes sei indes noch nichts zu spüren. "Es meldeten sich zum Jahreswechsel deutlich weniger Menschen direkt aus einer Beschäftigung arbeitslos als noch von 2013 zu 2014 - zudem erreichten uns verhältnismäßig viele neue Stellenangebote", konstatiert Schröder. "Es sind also aus unserer Sicht momentan weder mindestlohnbedingte Kündigungswellen noch eine sinkende Einstellungsbereitschaft zu den neuen Gehaltskonditionen zu beobachten", unterstreicht die Agenturleiterin. Natürlich behalte man das Thema weiter im Auge.

Die Arbeitslosigkeit im Detail

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es jeden Monat viel Bewegung. So meldeten sich 6.558 Menschen im Januar arbeitslos. Dies waren 1.510 mehr als im Dezember und 647 weniger als im Vorjahresmonat. Betrachtet man nur die Zugänge aus Beschäftigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt, stellt sich das Bild ähnlich dar: Mit 3.469 Meldungen lag der Wert aufgrund des klassischen Kündigungstermins zum Jahresende deutlich über dem Vormonatsniveau (+84,3 Prozent), jedoch unter dem Wert vom Januar 2014 (-7,4 Prozent). 137 Personen kamen im Januar direkt aus einer Selbständigkeit. 84 junge Menschen mussten sich direkt nach einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung arbeitslos melden. Das entspricht einer Veränderungsrate von -16,8 Prozent zum Vorjahr.

Im Januar 2015 meldeten sich 3.940 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab. Dies waren 675 weniger als im Dezember und 787 weniger als im Januar 2014. 1.165 nahmen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf (-55 zum Vormonat und -219 zum Vorjahresmonat), 120 eine selbständige Tätigkeit (-27,3 Prozent zum Vorjahr).

Nach Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) und Jobcentern (Rechtskreis SGB II) getrennt betrachtet, entwickelte sich die Arbeitslosigkeit mit ähnlichen Tendenzen:

Die Agentur für Arbeit betreute 8.308 Arbeitslose. Das waren 1.749 mehr als im Dezember und 1.125 weniger als im Januar vor einem Jahr. Die Jobcenter im Agenturbezirk waren hingegen für 17.920 Arbeitslose verantwortlich. Das waren 858 mehr als im Dezember und 259 weniger als vor Jahresfrist In den einzelnen Regionen zeichnete sich ein sehr divergierendes Bild: So reichte die lokale Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent in Potsdam-Mittelmark bis 13,3 Prozent in Brandenburg an der Havel. In allen Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten war zum Vorjahresmonat ein Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen.

Der Stellenmarkt

3.081 Stellen waren im Januar vakant, 141 mehr als im Dezember und 812 mehr als im Vorjahr. Neu gemeldet wurden dem Arbeitgeberservice in diesem Monat 857 Jobangebote - 107 weniger als im Vormonat und 79 mehr als im Januar 2014.

Offene Stellen gab es in vielen Bereichen. Weiterhin händeringend gesucht wurden Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen. Neben der klassischen Stellenbesetzung durch externe Bewerber unterstützt der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der Jobcenter die Unternehmen auch dabei, bereits angestellte Pflegehelfer berufsbegleitend zu examinierten Altenpflegern ausbilden zu lassen.

Das Baugewerbe sucht derzeit trotz unsicherer Wetterlage neue Mitarbeiter - vordergründig Ausbaufacharbeiter, Trockenbaumonteure, Fliesenleger, Baumaschinenführer und Maurer. Die Nachfrage nach Paketauslieferern und Auslieferungsfahrern blieb auch nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts hoch. Im Kfz-Gewerbe wurden weiterhin Mechatroniker und Karosseriebauer gesucht. Im Hotel- und Gaststättengewerbe hat sich die Zahl der offenen Stellen mit Blick auf die neue Saison deutlich erhöht - hier steht zwar die Suche nach geeigneten inländischen Arbeitskräften im Fokus, mit der möglichen Anwerbung von Mitarbeitern aus dem Ausland wird jedoch auch eine zweite Strategie verfolgt.

Die Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben. Im Januar umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 31.651 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote belief sich auf 9,5 Prozent. Im Januar 2014 hatte sie 10,3 Prozent betragen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Durch den Einsatz verschiedener arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte Arbeitslosigkeit bei zahlreichen Personen beendet oder verhindert werden. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 5.814 Teilnehmer gefördert (-468 zum Vormonat und -956 zum Vorjahr).

Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (abhängige Beschäftigung oder Selbständigkeit) wurde bei 1.151 Menschen finanziell bezuschusst.

In Beschäftigung schaffenden Maßnahmen waren Mitte des Monats 750 Personen aktiv. Hierzu zählen etwa Arbeitsgelegenheiten oder die Beschäftigungsphase Bürgerarbeit.

1.128 Menschen wurden bei der Berufswahl und während der Berufsausbildung unterstützt. Hierzu gehören Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Ausbildungsbegleitende Hilfen sowie die Berufseinstiegsbegleitung.

1.267 Personen wurde eine Qualifizierung zur beruflichen Weiterbildung finanziert.

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