Der Potsdamer Arbeits- und Ausbildungsmarkt im August 2015

Sommerpause mit hoher Betriebstemperatur / Arbeitskräftenachfrage steigt rasant

(lifePR) ( Potsdam, )
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Potsdam leicht gestiegen Insgesamt waren im August 22.843 Menschen arbeitslos gemeldet, 148 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote lag wie schon im Vormonat bei 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stellte sich die regionale Arbeitsmarktsituation deutlich günstiger dar - so waren im August 2014 1.746 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote lag vor Jahresfrist bei 7,5 Prozent.

„Noch befindet sich der regionale Arbeitsmarkt in den Sommerferien – wenn ich mir unseren aktuellen Stellenpool anschaue, bin ich mir jedoch sicher, dass in den folgenden Monaten zahlreiche Neueinstellungen erfolgen. Im Vergleich zu den Vorjahren findet die sogenannte „Sommerpause“ auf wirklich hoher Betriebstemperatur statt“, bewertet Dr. Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Potsdam.

In den letzten Wochen besuchte die Arbeitsagentur rund 230 Job- und Ausbildungsinteressierte in den regionalen Flüchtlingseinrichtungen. „Wir haben hier sehr interessierte und auch dankbare Menschen erlebt, die darauf warten, eine berufliche Chance in unserem Land zu erhalten“, schildert die Agenturchefin. Vordergründig habe man bisher Syrer und Eritreer beraten. „Schon nach dem ersten Kennenlernen wird aber ganz realistisch betrachtet auch klar, dass die Vermittlung in Arbeit und Ausbildung mit besonderen Herausforderungen verknüpft ist – von der Anerkennung der Abschlüsse, über das formale Arbeiten dürfen bis hin zu gravierenden sprachlichen Barrieren. Nichtsdestotrotz werden wir in den folgenden Wochen erste Früchte unserer Bemühungen ernten können.“

Die Arbeitslosigkeit im Detail

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es jeden Monat viel Bewegung. So meldeten sich im August 4.779 Menschen arbeitslos. Dies waren 306 mehr als im Juli und 218 mehr als im Vorjahresmonat. Betrachtet man nur die Zugänge aus Beschäftigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt, stellt sich das Bild etwas anders dar: Mit 1.578 Meldungen lag der Wert deutlich über dem Vormonatsniveau (+6,3 Prozent), entsprach aber nahezu dem Wert aus dem August 2014 (-0,1 Prozent). Insgesamt 168 Personen mussten sich direkt nach einer absolvierten Ausbildung arbeitslos melden. 111 Personen kamen im August direkt aus einer Selbständigkeit – 18 mehr als im Juli und 14 mehr als im August 2014.

4.664 Menschen meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab. Dies waren 503 mehr als im Juli und 15 weniger als im August 2014. 1.472 nahmen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf, das waren 20 mehr als im August 2014. Eine selbständige Existenz gründeten 107 Personen (+1 zum Vorjahr).

Nach Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) und Jobcentern (Rechtskreis SGB II) getrennt betrachtet, entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich:

Die Agentur für Arbeit betreute 5.805 Arbeitslose. Das waren 164 mehr als im Juli und 1.107 weniger als im August vor einem Jahr. Die Jobcenter im Agenturbezirk waren hingegen für 17.038 Arbeitslose verantwortlich. Das waren 16 weniger als im Juli und 639 weniger als vor Jahresfrist.

In den einzelnen Regionen zeichnete sich ein sehr divergierendes Bild: So reichte die lokale Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent in Potsdam-Mittelmark bis 11,6 Prozent in Brandenburg an der Havel. In allen Teilregionen war ein Rückgang zum Vorjahr zu verzeichnen – in Brandenburg an der Havel fiel dieser mit -1,4 Prozentpunkten am deutlichsten aus.

Der Stellenmarkt

Die Arbeitskräftenachfrage ist in den vergangenen zwölf Monaten stark angewachsen. 4.175 Stellen waren im August vakant, 99 mehr als im Juli und deutliche 1.252 mehr als im Vorjahr. Neu gemeldet wurden dem Arbeitgeberservice in diesem Monat 1.311 Jobangebote – 90 weniger als im Vormonat und 321 mehr als im August 2014.

„Einen wahren Stellenboom erleben wir in der Verkehrs- und Logistikbranche. Hier hat sich die Zahl der Angebote zum Vorjahr nahezu verdoppelt“, so Schröder. Aber auch das Gesundheits- und Sozialwesen und die Kommunikationsbranche seien durch deutliche Steigerungen zum Sommer 2014 gekennzeichnet. Zudem würden die Verwaltungen verstärkt qualifizierte Fach- und Führungskräfte nachfragen. Im Kfz-Bereich löst eine Entwicklung bei der Agenturchefin Unbehagen aus: „Unsere regionalen Autohäuser suchen auf der einen Seite in Größenordnungen Mechatroniker und Karosseriebauer. Gerade ausgelernte Azubis kommen aufgrund fehlender Berufspraxis jedoch nicht zum Zug und wechseln in fremde Branchen, werden zum Beispiel Paketzusteller. Das halte ich langfristig für gefährlich – wer nie eine Chance bekommt, berufserfahren zu werden, kann es auch nicht werden. Und wer einmal den Beruf wechselt, der geht der Branche häufig dauerhaft verloren.“

Die Unterbeschäftigung

Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen erfasst die Unterbeschäftigung auch die Personen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben. Im August umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 27.872 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote belief sich auf 8,3 Prozent. Im August 2014 hatte sie 9,2 Prozent betragen.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente

Durch den Einsatz verschiedener arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte Ar-beitslosigkeit bei zahlreichen Personen beendet oder verhindert werden. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 5.545 Teilnehmer gefördert (-355 zum Vormonat und -365 zum Vorjahr).

Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (abhängige Beschäftigung oder Selbständigkeit) wurde bei 1.328 Menschen finanziell bezuschusst.

In Beschäftigung schaffenden Maßnahmen waren Mitte des Monats 814 Personen aktiv. Hierzu zählen etwa Arbeitsgelegenheiten.

871 Menschen wurden bei der Berufswahl und während der Berufsausbildung unterstützt. Hierzu gehören Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Ausbildungsbegleitende Hilfen sowie die Berufseinstiegsbegleitung.

1.139 Personen wurde eine Qualifizierung zur beruflichen Weiterbildung finanziert.

Der Ausbildungsmarkt

Einen Monat vor dem Ende des Berufsberatungsjahres 2014/2015 wird einmal mehr deutlich: Es gibt in der Potsdamer Region deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. „Noch immer melden uns Unternehmen Vakanzen für diesen Herbst, da Wunschkandidaten kurzfristig abgesprungen sind“, erläutert Dr. Ramona Schröder.

Seit dem Oktober 2014 haben sich 2.886 Ausbildungsinteressenten bei der Berufsberatung gemeldet – ihnen standen 3.351 Lehrstellen zur Verfügung. Mitte August suchten noch 741 Jugendliche nach einer beruflichen Perspektive, 961 Berufsausbildungsstellen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht besetzt. Somit fielen auf einen Bewerber 1,3 Ausbildungsplätze. „Natürlich konzentrieren wir uns auf den Schlussspurt ins Ausbildungsjahr 2015/2016. Trotzdem möchte ich die Unternehmen eindringlich darum bitten, auch schon an das kommende Ausbildungsjahr zu denken und bereits jetzt die offenen Lehrstellen 2016 zu melden. Die Angebote, die bei uns bis Ende September eingehen, können beispielsweise beim Lehrstellenmobil – hier fahren wir im Spätherbst rund 30 Schulen an und besuchen rund 2.000 Zehntklässler – präsentiert werden“, offeriert die Agenturleiterin.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.