Samstag, 23. Juni 2018


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Verwaltungsausschuss der Agentur für Arbeit München plädiert für gemeinsame Betreuung von Langzeitarbeitslosen durch Arbeitsagentur und Kommunen

München, (lifePR) - Im Zuge der Hartz IV-Reformen prüfen im Großraum München die Kommunen, unter anderem die Landeshauptstadt, die Betreuung von Langzeitarbeitslosen künftig alleine - ohne die Agentur für Arbeit - zu übernehmen.

Die Bundesagentur für Arbeit will auch künftig wie bisher mit den Kommunen zusammen arbeiten. "Die gemeinsame Betreuung und damit gemeinsame Verantwortung ist zum besten Nutzen der Menschen in der Grundsicherung. Beide Seiten, Kommune und Bundesagentur, bringen unterschiedliche Stärken und Kompetenzen ein. Die Kommunen sind auf dem Gebiet der sozial stabilisierenden Leistungen - wie beispielsweise der Jugendhilfe und der Schuldnerberatung - erfahren. Die Bundesagentur hingegen ist Expertin auf dem Gebiet der Arbeits- und Ausbildungsstellenvermittlung über lokale, regionale und nationale Grenzen hinaus. Diese Stärken sollten wir weiterhin vereint lassen, damit die Menschen, die häufig sehr unterschiedliche und spezifische Hilfe benötigen, von einem breiten Instrumentarium bestmöglich profitieren", so Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit München.

Der Verwaltungsausschuss der Agentur für Arbeit München, der sich aus Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern sowie Vertretern der öffentlichen Körperschaften zusammensetzt, plädierte in seiner letzten Sitzung einstimmig für eine Fortsetzung der bisherigen Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und der Bundesagentur im Großraum München. Die Neuorganisation müsse sich an den Bedürfnissen der Menschen und an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes orientieren, hieß es übereinstimmend. Dies kann am besten durch die seit 2005 bewährte Zusammenarbeit und nicht durch eine Trennung und erneut gravierende Änderung des Betreuungssystems gewährleistet werden.

Ludwig Baur, Geschäftsführer der Bezirksgruppe München-Oberbayern der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und Vorsitzender des Ausschusses, betonte, dass die beste und nachhaltigste Hilfe für die Menschen in der Grundsicherung die Aktivierung und Integration in den ersten Arbeitsmarkt sei. Nur so könne die Hilfebedürftigkeit von Menschen in der Grundsicherung beendet und der wachsende Arbeitskräftebedarf der Betriebe gedeckt werden. "Die Unternehmen werden es bei anziehender Konjunktur, vor allem aber demografisch bedingt, in Zukunft immer schwerer haben, ausreichend Personal zu finden. Wir müssen jetzt alle Reserven erschließen, damit der Münchner Wirtschaftsraum für die Zukunft gut gerüstet bleibt. Eine zügige und passgenaue Arbeitsvermittlung kann hier weiterhelfen, die Lücke zu schließen. Kommunen und Arbeitsagenturen müssen dazu an einem Strang ziehen", so Baur.

"Viele Alleinerziehende, Akademiker und andere gut Qualifizierte sind nicht zuletzt als Folge der Finanzkrise derzeit auf die Grundsicherung angewiesen - wir müssen durch gute Vermittlungsprozesse versuchen, schnellst möglich viele wieder in Arbeit zu bringen und zwar in sozialversicherte Beschäftigungsverhältnisse. Wir beugen damit auch späterer Altersarmut vor" schließt sich Heide Langguth, stellvertretende Vorsitzende und DGB-Vertreterin im Ausschuss an.

Die Neuregelung der Jobcenter soll bis zur Sommerpause den Bundesrat passieren. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Mischverwaltung aus Bundesagentur für Arbeit und Kommunen in den Argen für verfassungswidrig erklärt, die Neuordnung greift am 01. Januar 2011.

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