Montag, 11. Dezember 2017


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Übergang geschafft - Tafelgärten gehen ins dritte Jahr

Leipzig, (lifePR) - Mit dem Wegfall der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) im SGB II - Bereich, der im Rahmen der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente mit Beginn des Jahres 2009 wirksam geworden ist, musste auch für das viel gelobte ABM-Projekt "Tafelgärten" nach einer Alternative* gesucht werden. Gefunden wurde diese in der sogenannten Arbeitsgelegenheit (AGH) in der Entgeltvariante. Und so werden auch 2009 wieder 104 Männer und Frauen Gärten beräumen, Samen sähen und Obst und Gemüse ernten, dass anschließend Bedürftigen über die Leipziger Tafel ausgegeben wird. Projektleiter Helgo Schmolke vom Maßnahmeträger Arbeit und Leben BWZ GmbH sagt: "Ich bin sehr froh, dass es der ARGE Leipzig und allen Beteiligten erfolgreich gelungen ist, durch konstruktive Anstrengungen die Tafelgärten vom Instrument ABM auf das modifizierte Instrument Arbeitsgelegenheiten in der Entgeltvariante (AGH-EV) umzustellen."

Auch in der neuen Organisationsform AGH-EV stehen alle Teilnehmer in von der ARGE Leipzig voll finanzierten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Während der 36 Stunden Arbeitswoche bewirtschaften die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunächst bis September 34.450 qm Anbaufläche, um ein in Absprache mit der Leipziger Tafel leicht verändertes Obst- und Gemüseangebot den Tafelkunden zur Verfügung zu stellen.

Das entspricht 152 Parzellen in 25 verschiedenen Leipziger Kleingartenvereinen. Die KGV unterstützen auch 2009 durch Übernahme der Betriebskosten in den Parzellen finanziell die einzelnen Maßnahmen.

"Neben den riesigen Erntemengen, die an bedürftige Leipziger ausgegeben werden, geht es uns um die arbeitslosen Menschen im Projekt. Die Teilnehmer können direkt nachvollziehen, wie durch ihrer eigenen Hände Arbeit und die Resultate der Ernte anderen Menschen geholfen wird. Viele Männer und Frauen haben uns bestätigt, dass dies das Selbstwertgefühl steigert und ihnen das Gefühl gibt, endlich wieder gebraucht zu werden. Deshalb musste das Projekt weitergehen und wir freuen uns sehr, eine Lösung gefunden zu haben", so Dr. Andreas Zehr, Chef der Leipziger Arbeitsgemeinschaft.

Projektleiter Schmolke weist außerdem darauf hin: "...dass die Maßnahmen 2009 durch 3 über den Europäischen Sozialfond (ESF) finanzierte und beim Maßnahmeträger angestellte Mitarbeiter (davon 2 ehemalige Tafelgärtenteilnehmer) zusätzlich arbeitsmarktpolitisch begleitet werden, in dem Eigenaktivitäten und Integrationsbemühungen aller Maßnahmeteilnehmer zusätzliche Unterstützung finden."

Die Bilanz der letzten 2 Jahre ist beeindruckend. Bisher haben 156 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 25 verschiedenen Einzelmaßnahmen Beschäftigung gefunden und 53 verschiedene Obst- und Gemüsesorten angebaut. Tonnenweise wurde das Geerntete aus bisher 29 verschiedenen Kleingartenvereinen an die Leipziger Tafel e. V. mit ihren 8 Ausgabestellen gebracht.

Das Projekt "Tafelgärten" wird seit 01. April 2007 in Kooperation zwischen der Arbeitsgemeinschaft Leipzig, der Leipziger Tafel e.V., dem Stadtverband Leipzig der Kleingärtner e.V. und dem Maßnahmeträger Arbeit und Leben BWZ GmbH durchgeführt und ist sowohl regional als auch überregional auf große Resonanz gestoßen. Anliegen des Projektes ist es, durch Umgestaltung von brachliegenden und ungenutzten Flächen und Parzellen in Kleingartenvereinen zusätzlich Obst- und Gemüsespenden an die Leipziger Tafel e.V. zur Ausgabe zu generieren. Die zu bewirtschaftenden Gärten werden von langzeitarbeitslosen Menschen betreut, die durch die Arbeitsgemeinschaft Leipzig in das Projekt integriert wurden.

Ein weiterer positiver Effekt bei der Rekultivierung der brachliegenden Flächen ist die Verbesserung des teilweise unschönen Erscheinungsbildes in den Kleingartenanlagen. Somit werden sinnvolle zusätzliche beschäftigungspolitische Ziele mit regionalen und öffentlichen bzw. gemeinwohlorientierten Anliegen wertschöpfend in diesem Pilotprojekt für Leipzig vereint.

Der Beschäftigungsträger Arbeit und Leben BWZ GmbH bittet auch 2009 alle potentiellen Projektbefürworter um zusätzliche materielle oder finanzielle Unterstützung und spenden, denn dieses innovative Projekt ist sehr kostenintensiv (u. a. Saat- und Pflanzgut, Dünger).

* Der Ersatz für die ABM kann grundsätzlich in drei Richtungen gestaltet werden. Möglichkeit eins ist die Schaffung von Beschäftigungsverhältnissen im Rahmen des Beschäftigungsprogramms Kommunal-Kombi, das aus Mitteln von Bund, Land, Kommune und dem jeweiligen Träger gemeinsam finanziert wird. Die Stadt Leipzig stellt für das Jahr 2009 1.333 Kommunal-Kombi-Stellen zur Verfügung, von denen ein Großteil bis jetzt noch unbesetzt ist. Eine weitere Alternative ist die Nutzung des Beschäftigungszuschusses "JobPerspektive", der sowohl von Trägern und Kommunen als auch der freien Wirtschaft genutzt werden kann. Bei der Schaffung eines versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis und der Erfüllung der Rahmenbedingungen können bis zu 75 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgeltes bezuschusst werden. Dabei sind grundsätzlich alle Tätigkeiten und Arbeitsfelder förderbar. Als dritte Alternative sind die Arbeitsgelegenheiten (AGH) in zwei Varianten vorgesehen. Einerseits in Form der AGH mit Mehraufwandsentschädigung, den sogenannten 1-Euro Jobs, die mit leicht veränderten Bedingungen ins Jahr 2009 starten. Andererseits die AGH in der Entgeltvariante, bei der zwischen 1.000,00 Euro und 1.400,00 Euro des Bruttoarbeitsentgeltes bezuschusst werden.

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