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Pressemitteilung BoxID: 415648 (Agentur für Arbeit Leipzig)
  • Agentur für Arbeit Leipzig
  • Georg-Schumann-Str. 150
  • 04159 Leipzig
  • https://www3.arbeitsagentur.de/web/content/DE/dienststellen/rds/leipzig/Agentur/index.htm
  • Ansprechpartner
  • Hermann Leistner
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Bewerber auf den zweiten Blick

(lifePR) (Leipzig, ) Unter diesem Motto stand die Veranstaltung der Arbeitsagentur und des Jobcenters Leipzig mit Arbeitgebern aus Leipzig am gestrigen Donnerstag. Dabei ging es angesichts der Bewerbersituation bei den Ausbildungsstellen- und Arbeitsuchenden besonders um die Chancen für die Leistungsschwächeren. Gegenwärtig sind in Leipzig knapp 30.000 Menschen ohne Arbeit und 2.000 Schulabgänger suchen einen Ausbildungsplatz.

"Im nächsten Jahr scheiden in Sachsen erstmals mehr Menschen aus dem Erwerbsleben aus als eintreten werden. Und diese Entwicklung hält an. Das heißt, das Potential an Mitarbeitern wird für die nächsten Jahre kleiner. Für die Unternehmer bedeutet das, viele werden immer schwieriger das notwendige Personal und damit auch die Fachkräfte von Morgen finden. Deshalb wollen wir mit Ihnen über Bewerber sprechen, die bisher vielleicht keine Chance hatten. Nennen wir sie - Bewerber auf den zweiten Blick -. Es gibt sie. Ein paar wenige Zahlen dazu am Beispiel der unter 25-Jährigen. In Leipzig sind gegenwärtig mehr als 2.700 junge Leute ohne Arbeit und teilweise auch ohne Ausbildung. Das sind 9,3 Prozent aller arbeitslosen Menschen in der Stadt. In Sachsen beträgt der Anteil 7,9 Prozent, im Bund liegt er bei 8,9 Prozent. Wir brauchen deshalb ein Umdenken. Lassen sie uns gemeinsam darüber nachdenken, wie wir dieses Potential heute erschließen können, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Die Arbeitsagentur und das Jobcenter Leipzig haben Instrumente, um Sie dabei gut zu unterstützen", eröffnete die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig Elke Griese die Informations- und Diskussionsveranstaltung am Nachmittag.

Elke Markov, Geschäftsführerin des Elke Markov Pflege- und Gesundheitsdienst Leipzig sagte dazu, "ich habe eine vorurteilsfreie Einstellung zu Bewerberinnen und Bewerbern auf den zweiten Blick. Wichtig für mich ist, Motivation und Interesse müssen stimmen und da hapert es oft. Für mich ist deshalb das persönliche Gespräch oft aussagefähiger als das Schulzeugnis. So etwas wie das Speed-Dating des Arbeitgeberservice von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter in diesem Frühjahr bringt mir dabei richtig Zeitersparnis. In so kurzer Zeit könnte ich sonst niemals so viele Bewerber und vor allem motivierte Bewerber kennenlernen."

Der Arbeitgeberservice veranstaltete in diesem Frühjahr in verschiedenen Branchen unter anderem für Friseure, Pflegeberufe, Dialogmarketing, Wachschutz, Bau und Elektroberufe neun Speed Datings für Lehrstellensuchende. Junge Leute meist mit einer abgebrochenen Ausbildung und nun arbeitslos hatten, vorbereitet auf diese Situation von ihren Berufsberatern, die Gelegenheit, an einem Nachmittag im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur, sich bei mehreren teilnehmenden Unternehmen vorzustellen. Der Erfolg war groß, denn so konnten die jungen Leute erklären wie die Brüche in ihrer beruflichen Entwicklung entstanden waren und durch ihre Motivation überzeugen. Es wurden Praktika zur Erprobung in den Ausbildungsunternehmen vereinbart als Vorstufe vor eine darauffolgende Ausbildung.

"Bei der Nachwuchssuche stelle ich bei den Bewerberinnen und Bewerbern leider oft eine sinkende Leistungsbereitschaft fest. Um die Stellen besetzen zu können, betreiben wir im Unternehmen einen immer größeren Aufwand. Dabei ist mein gesamtes Personal beteiligt", so Stephan Cherier, Geschäftsführer des Unternehmens CHERIER Elektrohandel- und Elektromontagen GmbH Leipzig. "Für Bewerberinnen und Bewerbern auf den zweiten Blick bin ich offen und grundsätzlich positiv eingestellt. Für Leistungsschwächere wünsche ich mir eine Unterstützung und Begleitung durch einen Fachberater für die gesamte Zeit der Ausbildung."

"Was können wir tun für die Bewerber auf den zweiten Blick?" fragt Simone Simon, Geschäftsführerin des Jobcenters Leipzig und gibt gleich zwei Beispiele zur Antwort. "Wir können Bildung in den unterschiedlichsten Formen anbieten und finanzieren. Allein 2011 und 2012 konnten wir jeweils in beiden Jahren über 2500 Menschen mit Qualifizierungsmaßnahmen fördern. Mein zweites Beispiel. Zur Erprobung, ob die neue Arbeitsstelle auch geeignet ist und der neue Mitarbeiter und der Arbeitgeber auch zusammen passen, haben wir in den Jahren 2011 und 2012 mehr als 6.500 Personen gefördert. Mit diesen und anderen Instrumenten der Arbeitsmarktpolitik ist es gelungen, die Zahl der jungen Arbeitslosen ohne Berufsabschluss in den zurückliegenden drei Jahren um 30 Prozent zu verringern und die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen um mehr als 33 Prozent zu senken. Das sind Fortschritte, die zeigen, dass viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt herrscht."

Drei Stunden wurde offen und vorbehaltlos diskutiert, manches Problem beschrieben und gemeinsam nach Lösungen gesucht. Die Unternehmerinnen und Unternehmer begrüßten diese Möglichkeit des Dialoges und betonten immer wieder die kompetente und partnerschaftliche jahrelange Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter Leipzig.

www.arbeitsagentur.de
www.leipzig.de/jobcenter