Montag, 18. Dezember 2017


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Sachsen braucht ausländische Fachkräfte

Chemnitz, (lifePR) - Ab 2014 werden mehr Menschen aus dem Erwerbsleben ausscheiden, als junge nachrücken. Diese Lücke muss ausgeglichen werden. Denn nur dort, wo qualifiziertes und motiviertes Personal zur Produktivität eines Unternehmens beiträgt, kann ein im internationalen Wettbewerb stabiler Wirtschaftsstandort erhalten bleiben. Eine Strategie der Erschließung neuer Potenziale liegt in der gezielten Zuwanderung. Bedingung für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt ist, dass diese Frauen und Männer die deutsche Sprache beherrschen.

"Innenminister Markus Ulbig: "Unser Land steht vor einem in der Geschichte bisher einzigartigen Prozess. Unser Denken, unsere Gesellschaft, unsere Städte waren immer auf Wachstum der Bevölkerung ausgerichtet. Seit Jahren sinkt die Einwohnerzahl und die Gesellschaft wird älter. Ich setzte mich dafür ein, dass unser Land dennoch weiter lebenswert und unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt. Dazu brauchen wir motivierte Menschen mit Qualifikation und Bildung. Diese wollen wir zuerst im eigenen Land suchen und intensiv in Qualifizierung und Weiterbildung investieren. Das wird aber nicht ausreichen. Wir brauchen auch ausländische Fachkräfte. Diese gut ausgebildeten Fachkräfte werden unser Sozialsystem nicht belasten, sondern unsere Gesellschaft stützen. Zuwanderung kann für Sachsen zum Garant von Wohlstand werden - vorausgesetzt, wir bringen den Mut auf, die Türen für leistungsfähige Zuwanderer weiter zu öffnen und Einwanderungspolitik aktiv zu gestalten.", sagte der Innerminister des Freistaates Sachsen, Markus Ulbig, anlässlich eines Projektbesuches in Freital.

"Der sächsische Arbeitsmarkt bietet gute Chancen für ausländische Fachkräfte. Bis zum Jahre 2025 wird die Zahl der 15 bis 65 Jährigen in Sachsen um fast 500.000 zurückgehen. Damit geht uns jede Menge Know-how verloren, dass die Sächsische Wirtschaft braucht. Um diese Lücke zu schließen, verfolgt die Bundesagentur für Arbeit eine Doppelstrategie. Zum einen muss das inländische Potenzial mehr als bisher genutzt werden. Dazu gehören ältere, schwerbehinderte Arbeitsuchende aber auch die Langzeitarbeitslosen und Bezieher von Arbeitslosengeld II. Zum anderen setzen wir auf eine gezielte Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften. Grundvoraussetzung für eine berufliche Eingliederung ist, dass diese Zuwanderer der deutschen Sprache mächtig sind und sich mit Kollegen sowie Kunden verständigen können. Mehrsprachigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg", erklärt Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Sprachdefizite stehen häufig einer Arbeitsaufnahme im Weg. Damit dieses Defizit abgebaut werden kann, werden beispielsweise für Migranten Intensivseminare für die Sprachförderung angeboten.

"Unsere Teilnehmer sollen an ihrer Muttersprache, ihren Traditionen und Wertvorstellungen festhalten und sie weiter ausbauen. In keinem Fall wollen wir mit Zwang die Muttersprache unterbinden. Allerdings fördern wir mit der intensiven Sprachförderung das Wissen und die Anwendung der deutschen Sprache im Alltag. Als Bildungseinrichtung liegen unsere Hauptkompetenzen in der Betreuung, Beratung und Weiterbildung von Migranten. Die bisherigen Ergebnisse zeigen auch, dass wir auf dem richtigem Weg sind", erklärt Dr. Enrico Schwarz, Geschäftsführer der Bildungseinrichtung - LOESERnet.com GmbH (kurz: LOESER)

Mit dem vom Europäischen Sozialfonds geförderten Bundesprogramm "Berufsbezogene Sprachförderung für Personen mit Migrationshintergrund" ist seit 2009 nunmehr eine sehr gute Möglichkeit gegeben, den Sprachförderungsprozess unmittelbar mit dem Prozess der Integration in den Arbeitsmarkt zu verbinden. Bisher haben bei LOESER circa 1.000 Migrantinnen und Migranten aus mehr als 55 Ländern und in 67 berufsspezifischen Kursen eine solche Förderung erhalten.

Da sie gleichzeitig auch die Chance eröffnen, zertifizierte Prüfungsabschlüsse zu erwerben, wie z.B. das telc-Zertifikat "Deutsch B1+ Beruf", steigt auch die Nachfrage der Unternehmen nach diesem spezifischen Reservoir an Fachkräften stetig.

"Dort, wo uns eine sofortige Integration in den Arbeitsmarkt aber nicht gelingt, können wir jedoch die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter über noch vorhandene Defizite konkret informieren und ergänzende Empfehlungen für den weiteren individuellen Aus- und Weiterbildungsprozess unterbreiten"; so Dr. Enrico Schwarz, um noch folgendes anzufügen: "Besonders wichtig ist uns, eine positive Willkommenskultur zu organisieren, um diesen sehr anspruchsvollen Prozess des Erlernens einer neue Sprache mit einer angenehmen Lernatmosphäre nachhaltig zu unterstützen. Das bisherige Feedback unserer Teilenehmerinnen und Teilnehmer bestätigt uns auf diesem Weg."

Hintergrundinformationen:

LOESERnet.com GmbH:

Gründung: August 2003

Schwerpunkte der Arbeit: u.a. Angebote im Bereich der freien und geförderten Aus- und Weiterbildung; Projektmanagement (Bund, Land, Kommune); Personalmanagement, Unternehmensberatung für klein- und mittelständische Betriebe

besondere Kompetenzen: nachhaltige Beratung, Betreuung, Bildung (insbesondere Sprachförderung) für Personen mit Migrationshintergrund;

Zahl der Mitarbeiter: 25 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein verfügbarer Dozentenpool von ca. 60 Freiberuflerinnen und Freiberuflern am Hauptgeschäftssitz Freital und in der Niederlassung Bautzen

Bisherige Erfolge: TÜV- und AZWV-zertifiziert nach DIN ISO 9001:2008; Wettbewerbsgewinner im Rahmen der bundesweiten Ausschreibungen zum ESF-BMVBS-Bundesprogramm "BIWAQ - Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier (2009-2012)" und zum ESF-BAMF-Bundesprogramm "Berufsbezogene Sprachförderung für Personen mit Migrationshintergrund (1. Förderperiode 2009/2010 und 2. Förderperiode 2010-2013)"

Stand 02-2012: Durchführung von bisher 67 berufsbezogenen Sprach-Kursen (inkl. der laufenden Kurse) mit insgesamt ca. 1.000 teilenehmenden Migrantinnen und Migranten aus über 55 Ländern im Einzugsgebiet des ehemaligen Regierungsbezirkes Dresden - ausgewählte Durchführungsorte: Dresden, Meißen, Freital, Pirna, Bautzen, Görlitz, Kamenz, Neustadt, Radebeul, Hoyerswerda)

UNESCO-Gedenktag: Tag der Muttersprache, am 21. Februar 2012

Der Tag der Muttersprache soll die Sprachenvielfalt und den Gebrauch der Muttersprache fördern und das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken.
Weitere Informationen unter: http://www.unesco.de/2975.html

Zahlen und Fakten zur Sprache

- Auf der gesamten Erde gibt es rund 6.500 verschiedene Sprachen
- In Europa werden rund 150 verschiedene Sprachen gesprochen
- Deutsch liegt auf Platz zehn, der am häufigsten gesprochenen Sprachen

Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse ist das bundesweite Netzwerk "Integration durch Qualifizierung" zuständig.

Weitere Informationen
www.netzwerk-iq.de
http://www.anabin.de/
http://www.berufliche-anerkennung.de/

Arbeitserlaubnisverfahren

Zuständig für die Erteilung von Arbeitserlaubnissen (AE) und für Zustimmungen zu Aufenthaltstiteln ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) mit ihren regionalen Standorten.

Grundsätzlich gilt: Der Zugang für ausländische Arbeitnehmer ist durch das Aufenthaltsgesetz geregelt. Staatsangehörige der EU-Mitgliedstaaten benötigen grundsätzlich keine Arbeitsgenehmigung.

Drittstaatsangehörige benötigen jedoch für die Arbeitsaufnahme einen Aufenthaltstitel und die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Der Aufenthaltstitel kann bei der deutschen Auslandsvertretung im Heimatland oder im deutschen Inland bei der Ausländerbehörde beantragt werden.

Für die Erstberatung am Telefon stehen Mitarbeiter der ZAV von Montag bis Donnerstag (8 bis 16 Uhr) sowie Freitag (8 bis 14 Uhr) zur Verfügung.

Telefon: 0228 713-2000

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.zav.de
http://ec.europa.eu/eures

Der Online Migration-Check:

Hier erfahren Arbeitgeber oder Arbeitnehmer mit wenigen Klicks, ob für die Arbeit in Deutschland eine Arbeitserlaubnis benötigt wird und ob diese erteilt werden kann.

Für Arbeitgeber:
http://www.arbeitsagentur.de/nn_616554/Navigation/zentral/Unternehmen/Arbeitskraeftebedarf/Internationales/Migration-Check/Migration-Check-Nav.html

Für Arbeitnehmer:
http://www.arbeitsagentur.de/nn_616850/zentraler-Content/A04-Vermittlung/A042-Vermittlung/Migrationscheck/ZAV-AMZ-Startseite.html

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