Samstag, 23. Juni 2018


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Nicht nur Sonnenschein auf dem Arbeitsmarkt - Arbeitslosigkeit bleibt auf Vormonatsniveau

Der sächsische Arbeitsmarkt im Februar 2017

Chemnitz, (lifePR) - Mit einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent waren im Februar in Sachsen insgesamt 161.500 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Damit lag die Arbeitslosigkeit auf dem Niveau des Vormonats.
 
„Es gibt positive und negative Entwicklungen auf dem sächsischen Arbeitsmarkt. Sicher stimmen mich die reinen Arbeitsmarktzahlen zunächst positiv. Doch der Blick ins Detail macht mir manchmal Sorgen. So haben in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt über 1.000 sächsische Betriebe für über 16.000 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld angezeigt – und das mitten in Zeiten des Beschäftigungsbooms. Zusätzlich gab es auch zahlreiche Insolvenzen und damit Freisetzungen von Menschen, die auf Arbeit angewiesen sind. Das alles sind Wolken über dem sächsischen Arbeitsmarkt – für mich Grund genauer hinzuschauen. Jedoch kein Grund zu wachsenden Sorgen: aus den Wolken entsteht aus heutiger Sicht kein Gewitter. Denn die Kurzarbeit, die tatsächlich abgerechnet wird, umfasste im August des vergangenen Jahres knapp 3.500 Personen mit einem durchschnittlichen Arbeitsausfall von weniger als 25 Prozent. Wenn es Freisetzungen gab, dann waren die Chancen schnell eine neue Arbeit zu finden, auch recht gut. Damit möchte ich einerseits Entwarnung geben, andererseits aber mit dem Blick auf die aktuellen Arbeitsmarktzahlen vor zu großer Euphorie warnen. Denn trotz sinkender Arbeitslosigkeit, steigender Beschäftigung und einer hohen Einstellungsbereitschaft der sächsischen Betriebe gibt es Herausforderungen, die unser Denken und Handeln spürbar verändern. Neben den Auswirkungen des demografischen Wandels denke ich dabei zunehmend an den Wandel der Arbeit durch Digitalisierung – sprich Arbeit 4.0“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).
 
Arbeitslosenzahl im Februar:  161.544
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (161.544): +/- 0 oder +/- 0 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (179.480):  -17.936 oder -10,0 Prozent 
Arbeitslosenquote im Februar:  7,6 Prozent 

Arbeitslosigkeit
 
Die Arbeitslosigkeit hat sich im Wintermonat Februar nicht verändert. Das ist jedoch kein Zeichen für Stillstand. Vielmehr wurden in den vergangenen Wochen fast 76.000 mal Menschen an- oder abgemeldet – in der Summe haben sich die Zu- und Abgänge nahezu ausgeglichen.
Dass sich die Arbeitslosigkeit im Februar nur geringfügig verändert ist normal und auf saisonale Faktoren zurückzuführen.
 
Blendet man diese jahreszeitlichen Einflüsse aus, bleibt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat weiter positiv. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit lag im Februar mit 147.000 Menschen um 1.000 unter dem Wert vom Januar 2017.
 
Insgesamt waren im Februar in Sachsen 161.544 Menschen arbeitslos gemeldet, genauso viele wie im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 17.936 Menschen weniger arbeitslos.
 
Im Februar wurden 34,8 Prozent aller Arbeitslosen (56.267) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 65,2 Prozent (105.277) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind in den Arbeitsagenturen 1.166 mehr Frauen und Männer arbeitslos gemeldet und im Vergleich zum Vorjahr sind es 2.882 mehr. In den Jobcentern ist die Arbeitslosigkeit sowohl zum Vormonat (minus 1.166) als auch zum Vorjahresmonat (minus 20.818) gesunken. Das liegt vor allem an zwei Gründen: Saisonale Faktoren führen zuerst im Bereich der Arbeitsagenturen zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zusätzlich werden seit Jahresbeginn Menschen von den Arbeitsagenturen unterstützt, die zum normalen Arbeitslosengeld auch Arbeitslosengeld 2 erhalten. Diese Frauen und Männer wurden im vergangenen Jahr statistisch den Jobcentern zugeordnet.
 
Die Arbeitslosenquote belief sich im Februar weiter auf 7,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 0,9 Prozentpunkte. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag die Arbeitslosenquote bei 2,7 Prozent und im Bereich der Grundsicherung bei fünf Prozent. Die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsbürger ist im Monatsverlauf um 0,1 Prozentpunkte auf 27 Prozent gesunken.
 
Von Januar auf Februar ist die Zahl der arbeitslosen geflüchteten Menschen um 131 auf 6.440 Menschen gesunken. Davon waren 5.293 anerkannte Schutzberechtigte bzw. Flüchtlinge  (82,2 Prozent), die durch die Jobcenter betreut werden. Weitere 981 Asylbewerber (15,2 Prozent) sowie 166 geduldete Menschen (2,6 Prozent) werden durch die Arbeitsagenturen betreut. Damit liegt der Anteil der arbeitslosen geflüchteten Menschen an allen Arbeitslosen bei vier Prozent. Von 6.440 arbeitslosen geflüchteten Menschen kommen unter anderem 3.275 aus Syrien (50,9 Prozent), 680 aus Afghanistan (10,6 Prozent), 621 aus dem Irak (9,6 Prozent) und 294 aus Eritrea (4,6 Prozent).
 
Beschäftigung
 
Im Dezember 2016 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,570 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 27.600  Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 1,8 Prozent.
 
Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Sozialwesen (plus 5.200). Auch in den Bereichen Handel (plus 3.000), Verkehr und Lagerei (plus 2.900) sowie im Verarbeitenden Gewerbe und im Bereich Information und Kommunikation (jeweils plus 2.600) sind mehr Menschen beschäftigt als vor einem Jahr. Einen kräftigen Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin in den Bereichen Erziehung und Unterricht, im Gesundheitswesen und der freiberuflichen und wissenschaftlichen Dienstleistungen.
 
Die Angaben für die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wurden aktuell ab August 2016 deutlich nach oben korrigiert, weil es Anfang 2016 Datenverarbeitungsfehler von Beschäftigungsmeldungen gab. Erst jetzt hat sich herausgestellt, dass Meldungen in größerem Umfang nicht berücksichtigt wurden.
 
Arbeitskräftenachfrage
 
Aktuell sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 32.797 freie Stellen gemeldet. Damit liegt die Arbeitskräftenachfrage um 996 Stellen über dem Niveau des Vormonats und um 2.552 Stellen über der des Vorjahres.
 
Allein im Januar haben sächsische Betriebe insgesamt 10.939 freie Stellen gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat wurden von sächsischen Unternehmen 2.561 Stellen mehr gemeldet. Im Vergleich zum Februar 2016 stieg die Nachfrage um 164 neu gemeldete Stellen.
 
Die meisten freien Stellen meldeten im Februar die Unternehmen aus der Zeitarbeit (3.336). Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (1.261), dem Gesundheits- und Sozialwesen (1.180), dem Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (807) und dem Baugewerbe (727).
 
Diese und viele andere freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. In der Jobbörse sind aktuell über 63.000 freie Stellen von sächsischen Unternehmen veröffentlicht.
 
Unterbeschäftigung
 
Im Februar 2017 haben nach ersten Hochrechnungen rund 49.700 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen. Viele von wurden mit Weiterbildungen (9.800), Arbeitsgelegenheiten (4.900) und an Aktivierungsmaßnahmen (7.500) gefördert oder durch andere Einrichtungen unterstützt (10.800). Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer standen aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 4.600). Damit lag die Zahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen um rund 1.200 über dem Niveau des Vormonats und um rund 5.200 über dem Niveau des Vorjahresmonats.
 
Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – belief sich im Februar 2017 auf insgesamt auf 211.200 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Februar 2016 um rund 12.800 oder 5,7 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 76,5 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Februar bei 9,8 Prozent.
 

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