Dienstag, 21. November 2017


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Jahresrückblick 2011 - Entwicklung am Arbeitsmarkt

Chemnitz, (lifePR) - .
- Durchschnittlich 25.268 Menschen ohne Arbeit (minus 12,2 Prozent zum Vorjahr)
- Jugendarbeitslosigkeit sinkt um ein Fünftel
- Anteil älterer Arbeitsloser über 50 Jahre nimmt demografisch bedingt zu
- Mehr Schwerbehinderte erwerbslos als im Jahr 2010 (plus 7,4 Prozent)
- Arbeitskräftenachfrage auf hohem Niveau (plus 15,1 Prozent)

Angelika Hugel zur Entwicklung im Jahr 2011

"Wir können auf ein stabiles Jahr zurückschauen. Die Region hat sich bisher von den Schwierigkeiten am europäischen Markt nicht beeindrucken lassen. Bei steigender Nachfrage nach Arbeitskräften mussten sich 10.000 Menschen weniger arbeitslos melden. Im 1. Halbjahr gab es eine rasante Einstellungswelle. In hohem Tempo wurden Arbeitskräfte nachgefragt, besonders im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Gesundheitswesen. Das hat sich im 2. Halbjahr wieder auf ein normales Maß eingependelt. Zum Jahresende stagniert der Arbeitsmarkt, die Dynamik hat nachgelassen. Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit konnten übers Jahr am stärksten die Jugendlichen profitieren. Junge Fachleute werden häufiger als früher nach der Ausbildung nahtlos in Arbeit übernommen. In dieser Gruppe wirkt die demografische Entwicklung zusätzlich entlastend. Auch Ältere über 50 Jahre konnten besser als früher in Arbeit integriert werden. Sie profitieren jedoch anteilig deutlich weniger. Mit einer alternden Bevölkerung altern zugleich auch die Arbeitslosen. Fast 40 Prozent sind über 50 Jahre alt. Mit gezielten Maßnahmen und Zuschüssen konnten sich Ältere am Markt behaupten. Das unterstützen wir auch im kommenden Jahr. Der Arbeitsmarkt braucht innovative Ansätze. Mensch und Tätigkeit passen auf dem ersten Blick oft nicht zueinander. Hier werden wir künftig noch stärker ansetzen und gute Erfahrungen weiter ausbauen. Integration in Arbeit funktioniert je nach Einzelfall mit oder ohne Förderung. Wer Fachkräfte haben will, muss aber entsprechend entlohnen und idealerweise ein gutes soziales Umfeld schaffen."

Überblick

Im Jahresdurchschnitt waren 25.268 Personen arbeitslos gemeldet, 3.503 oder 12,2 Prozent weniger als 2010. Die Arbeitslosenquote sank von 11,0 Prozent im Jahr 2010 auf jahresdurchschnittlich 9,7 Prozent. Mit 28.948 Arbeitslosen lag die Zahl im März am höchsten, während im November mit 22.367 arbeitslosen Frauen und Männern die geringste Arbeitslosigkeit zu verzeichnen war. Männer waren mit 52,3 Prozent anteilig stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen.

Im Jahresverlauf meldeten sich 60.926 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos, 9.973 weniger als im Vorjahr (minus 14,1 Prozent). 63.972 Personen konnten sich 2011 aus Arbeitslosigkeit abmelden (minus 9.928 oder minus 13,4 Prozent zum Vorjahr).

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Jahresdurchschnitt 35.025 und liegt unter Vorjahresniveau (minus 6.772 Personen oder minus 16,2 Prozent).

Hintergrund: Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen die Arbeitslosen und zusätzlich Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, wie Teilnehmer in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeits-gelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Gründungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit dieser Werte können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Zahlen erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

Jugendarbeitslosigkeit

2011 waren jahresdurchschnittlich 2.178 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos, minus 564 oder 20,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr mussten sich deutlich weniger Jüngere bei Arbeitsagentur oder Jobcenter melden (minus 3.119 oder minus 22,1 Prozent), darunter fast 1.000 Ausbildungsabsolventen, die direkt nach der Ausbildung in ein Arbeitsverhältnis übernommen wurden.

Ältere

Jahresdurchschnittlich waren 9.797 Ältere über 50 Jahre arbeitslos gemeldet (minus 625 oder minus 6,0 Prozent). Trotz des Rückgangs profitieren Ältere deutlich unterproportional von der insgesamt positiven Entwicklung des vergangenen Jahres. Der Anteil der Älteren an der Gesamtarbeitslosigkeit steigt langsam aber stetig. Im Jahr 2011 waren 38,8 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk älter als 50 Jahre (2010: 36,2 Prozent; 2009: 33,4 Prozent; 2008: 32,1 Prozent).

Schwerbehinderte

Schwerbehinderte sind im Vergleich zum Vorjahr als einzige Gruppe von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Jahresdurchschnittlich waren 1.550 schwerbehinderte Frauen und Männer ohne Arbeit (Vgl. zu 2010: plus 106 oder 7,4 Prozent; Vgl. zu 2009: plus 265 oder 20,6 Prozent). "Mit dieser Entwicklung dürfen wir uns nicht abfinden, denn bemerkenswert ist, dass fast 90 Prozent der schwerbehinderten Arbeitslosen erfolgreich eine Ausbildung abgeschlossen haben. Hier steckt ein Potenzial, was Betriebe nutzen sollten. Das kann allerdings nur dann nachhaltig gelingen, wenn wir das Thema stärker in den Köpfen der Entscheider verankern und Vorbehalte abbauen helfen", sagt die Chefin der Arbeitsagentur, Angelika Hugel.

Arbeitskräftenachfrage

Die Arbeitskräftenachfrage stieg 2011 im Vergleich zum Vorjahr kräftig. Arbeitsagentur und Jobcenter standen im Jahresverlauf insgesamt 15.727 sozialversicherungspflichtige Jobangebote zur Vermittlung zur Verfügung, 2.061 oder 15,1 Prozent mehr als 2010. Die meisten freien Stellen kamen aus dem verarbeitendem Gewerbe (1.823), Handel (1.421), Gesundheits- und Sozialwesen (1.204), Bau (1.079), Gastgewerbe (786) sowie aus Verkehr und Lagerwirtschaft (707). Ein Drittel aller Angebote waren Zeitarbeitsjobs.

Ausblick

"Der lokale Arbeitsmarkt wird in den kommenden Monaten stabil bleiben, vorausgesetzt wir behalten die derzeitigen Rahmenbedingungen und der europäische Markt bricht nicht ein. Ich rechne 2012 mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von 2 - 3 Prozent. Der demografische Aspekt wird hierbei allerdings nicht unerheblich sein. Bei mangelndem Potenzial und hoher Arbeitskräftenachfrage bleibt es unsere Aufgabe, den Ausgleich am Markt dennoch hinzubekommen, neue Potenziale zu erschließen und Instrumente, die sich bewährt haben auszubauen. Wir haben 2012 viel stärker als früher Jobwechsler im Fokus und werden mit speziellen Programmen Arbeitgeber unterstützen, die bereit sind, Personal im Unternehmen zu qualifizieren, ohne diese Arbeitnehmer vorher zu entlassen. Bewährt haben sich Weiterbildung, Eingliederungszuschüsse und kurzzeitige Trainingsmaßnahmen im Betrieb. Diese Instrumente werden wir 2012 vordergründig und gezielt nutzen, um die Chemnitzer und Mittelsachsen in Arbeit zu bringen."

Jahresrückblick nach Regionen*

Stadt Chemnitz

2011 waren jahresdurchschnittlich 14.004 Chemnitzer arbeitslos, 1.507 weniger (minus 9,7 Prozent) als 2010. Darunter entwickelte sich die Arbeitslosigkeit der Jüngeren unter 25 Jahren anteilig am günstigsten. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen sank um jahresdurchschnittlich 16,8 Prozent auf 1.221. Die Arbeitslosenquote sank von 12,7 Prozent im Jahr 2010 auf jahresdurchschnittlich 11,5 Prozent.

Arbeitsagentur und Jobcenter wurden in Chemnitz im Jahresverlauf 8.875 sozialversicherungspflichtige Jobangebote gemeldet, 1.179 oder 15,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Landkreis Mittelsachsen

Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Mittelsachsen 2011 um 2.530 oder 13,6 Prozent gesunken. Im Jahresdurchschnitt waren 16.021 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist deutlich zurückgegangen. 2011 waren durchschnittlich 1.342 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos, 453 oder 25,2 Prozent weniger als 2010. Die Arbeitslosenquote sank von 10,6 Prozent im Jahr 2010 auf jahresdurchschnittlich 9,2 Prozent.

Arbeitsagentur und Jobcenter wurden in Mittelsachsen im Jahresverlauf 8.482 sozialversicherungspflichtige Jobangebote gemeldet, 1.130 oder 15,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Region Flöha:
- 1.495 Arbeitslose (minus 376 bzw. minus 20,1 Prozent zum Vorjahr;
- Arbeitslosenquote 7,4 Prozent (Vorjahr 9,1 Prozent)

Region Freiberg:
- 3.968 Arbeitslose (minus 693 bzw. minus 14,9 Prozent zum Vorjahr;
- Arbeitslosenquote 7,6 Prozent (Vorjahr 8,8 Prozent)

Region Hainichen:
- 3.013 Arbeitslose (minus 418 bzw. minus 12,2 Prozent zum Vorjahr;
- Arbeitslosenquote 9,3 Prozent (Vorjahr 10,5 Prozent)

Region Rochlitz:
- 2.788 Arbeitslose (minus 509 bzw. minus 15,4 Prozent zum Vorjahr;
- Arbeitslosenquote 8,6 Prozent (Vorjahr 10,1 Prozent)

* Zum Chemnitzer Agenturbezirk gehören derzeit die Stadt Chemnitz und die Altkreise Freiberg und Mittweida. Die Angaben zum Landkreis Mittelsachsen beziehen sich auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im gesamten Landkreis, einschließlich des Altkreises Döbeln.

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