Montag, 20. November 2017


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Jahresrückblick 2010 - Der Arbeitsmarkt nach der Krise

Chemnitz, (lifePR) - .
- Rückgang der Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt 2010
- Durchschnittlich 28.781 Menschen ohne Arbeit (minus 8,2 Prozent)
- Jugendarbeitslosigkeit sinkt um ein Fünftel
- Anteil älterer Arbeitsloser über 50 Jahre steigt
- Kurzarbeit entlastet weiter auf hohem Niveau
- Arbeitskräftenachfrage deutlich gestiegen (plus 16,1 Prozent)

"Wir können auf ein robustes Jahr zurückschauen, befürchtete negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind ausgeblieben. Arbeitskräfte werden wieder kräftig nachgefragt. Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit haben am stärksten die Jugendlichen profitiert. Zudem wirkt die demografische Entwicklung in dieser Gruppe entlastend für den Arbeitsmarkt. Mit Sorge sehe ich aber die Jugend-Alter-Relation. In unserer Region kommen auf 100 ältere Menschen nur noch 44 junge Leute. Eine alarmierende Diskrepanz, die in vielerlei Hinsicht zum Umdenken zwingt, denn nicht nur die Gesellschaft wird älter, auch die Arbeitslosen altern. Jobangebote zügig zu besetzen, wird zunehmend schwieriger", fasst Agenturchef Thomas Letixerant die Entwicklung zusammen. "Die Signale für 2011 sind insgesamt erfreulich. Dennoch wird keine Ruhe am Arbeitsmarkt einziehen. Das wäre illusorisch. Überalterung, fehlender Nachwuchs und Fachkräftemangel werden alle Beteiligten mehr denn je beschäftigen. Zudem wird Kurzarbeit den Markt weiter auf hohem Niveau unterstützen."

Im Jahresdurchschnitt waren 28.781 Personen arbeitslos gemeldet, 2.587 oder 8,2 Prozent weniger als 2009. Die Arbeitslosenquote sank von 11,9 Prozent im Jahr 2009 auf jahresdurchschnittlich 11,0 Prozent. Mit 33.221 Arbeitslosen lag die Zahl im März am höchsten, während im November mit 25.025 arbeitslosen Frauen und Männern die geringste Arbeitslosigkeit zu verzeichnen war. Männer waren mit 53,5 Prozent anteilig stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen.

2010 meldeten sich 70.985 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos, 2.787 weniger als im Vorjahr (minus 3,8 Prozent). Die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit bewegen sich auf Vorjahresniveau (73.890 Personen, plus 23, keine prozentuale Veränderung zu 2009).

Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Jahresdurchschnitt 35.960 und liegt unter Vorjahresniveau (minus 3.389 Personen oder minus 8 Prozent).

Hintergrund: Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen die Arbeitslosen und zusätzlich Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, wie Teilnehmer in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Gründungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit dieser Werte können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Zahlen erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist deutlich gesunken. 2010 waren durchschnittlich 2.744 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos, minus 704 oder 20,4 Prozent). Die monatlichen Schwankungen waren, bedingt durch Schuljahres- und Ausbildungsende, erheblich. Den Höchststand verzeichnet mit 3.292 jungen Arbeitslosen der März. Der Dezemberwert war mit 2.197 am niedrigsten.

Die demografische Entwicklung wirkte bei der Gruppe der Jugendlichen für den Arbeitsmarkt entlastend.

Jahresdurchschnittlich waren 10.425 Ältere über 50 Jahre arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich ihre Zahl im Agenturbezirk nur wenig verändert (minus 62 oder minus 0,6 Prozent). Dennoch profitieren die Älteren deutlich unterproportional von der insgesamt positiven Entwicklung des vergangenen Jahres. Der Anteil der Älteren an der Gesamtarbeitslosigkeit nahm zu. Im Jahr 2010 waren 36,2 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk älter als 50 Jahre (2009: 33,4 Prozent; 2008: 32,1 Prozent).

Die Arbeitskräftenachfrage stieg 2010 im Vergleich zum Vorjahr kräftig. Arbeitsagentur und Arbeitsgemeinschaften standen im Jahresverlauf insgesamt 13.666 sozialversicherungspflichtige Jobangebote zur Vermittlung zur Verfügung, 1.894 oder 16,1 Prozent mehr als 2009. Die meisten freien Stellen kamen aus dem verarbeitendem Gewerbe (1.548), Handel (1.332), Gesundheits- und Sozialwesen (1.090), Bau (1.079), Gastgewerbe (838) sowie aus Verkehr und Lagerwirtschaft (691). 39 Prozent aller Angebote waren Zeitarbeitsjobs (5.376).

Die tatsächliche Inanspruchnahme der Kurzarbeit wird erst mit beträchtlicher Zeitverzögerung sichtbar. Betriebe haben nach dem jeweiligen Monatsende grundsätzlich drei Monate rückwirkend Zeit, das Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur abzurechnen. Aktuell liegt eine vorläufige Erhebung der tatsächlichen Inanspruchnahme für August 2009 vor. Tatsächlich aus konjunkturellen Gründen kurzgearbeitet haben danach im Agenturbezirk Chemnitz Ende August 2009 insgesamt 2.063 Arbeitnehmer in 357 Betrieben.

"Kurzarbeit ist noch immer ein gefragtes Instrument. Es entlastet den Arbeitsmarkt nach wie vor auf hohem Niveau. Die tatsächliche Inanspruchnahme konjunkturell bedingter Kurzarbeit wird zum Ende des vierten Quartals 2009 deutlich höher liegen als in den Sommermonaten. Wir sind darauf vorbereitet, rund 5.000 Arbeitnehmer in mehr als 400 Betrieben zu unterstützen", so Agenturchef Thomas Letixerant.

Stadt Chemnitz

2010 waren jahresdurchschnittlich 15.517 Chemnitzer arbeitslos, 841 weniger (minus 5,1 Prozent) als 2009. Darunter entwickelte sich die Arbeitslosigkeit der Jüngeren unter 25 Jahren anteilig am günstigsten. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen sank um jahresdurchschnittlich 17,7 Prozent auf 1.468. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging ebenfalls zurück. Länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet waren in der Stadt Chemnitz durchschnittlich 5.541 Personen, 354 oder 6,0 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote sank von 13,3 Prozent im Jahr 2009 auf jahresdurchschnittlich 12,7 Prozent. Mit 16.974 Arbeitslosen lag die Zahl im März am höchsten, während im Oktober mit 14.018 arbeitslosen Frauen und Männern die geringste Arbeitslosigkeit in der Stadt zu verzeichnen war.

Arbeitsagentur und ARGE wurden in Chemnitz im Jahresverlauf 7.696 sozialversicherungspflichtige Jobangebote gemeldet, 1.253 oder 19,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Landkreis Mittelsachsen

Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Mittelsachsen 2010 um 1.054 oder 14,6 Prozent gesunken. Im Jahresdurchschnitt waren 18.579 Personen arbeitslos gemeldet. Mit 22.549 Arbeitslosen lag die Zahl im Februar am höchsten, während im Oktober mit 15.545 arbeitslosen Frauen und Männern die geringste Arbeitslosigkeit zu verzeichnen war. Die Arbeitslosenquote sank von 11,7 Prozent im Jahr 2009 auf jahresdurchschnittlich 10,7 Prozent.

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist deutlich zurückgegangen. 2010 waren durchschnittlich 1.792 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos, 532 oder 22,9 Prozent weniger als 2009.

Arbeitsagentur und ARGEn wurden in Mittelsachsen im Jahresverlauf 7.352 sozialversicherungspflichtige Jobangebote gemeldet, 856 oder 13,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Region Flöha:
- 1.870 Arbeitslose (minus 341 bzw. minus 15,4 Prozent zum Vorjahr;
- Arbeitslosenquote 9,1 Prozent (Vorjahr 10,6 Prozent)

Region Freiberg:
- 4.664 Arbeitslose (minus 852 bzw. minus 15,4 Prozent zum Vorjahr;
- Arbeitslosenquote 8,8 Prozent (Vorjahr 10,3 Prozent)

Region Hainichen:
- 3.433 Arbeitslose (minus 296 bzw. minus 7,9 Prozent zum Vorjahr;
- Arbeitslosenquote 10,5 Prozent (Vorjahr 11,2 Prozent)

Region Rochlitz:
- 3.297 Arbeitslose (minus 258 bzw. minus 7,3 Prozent zum Vorjahr;
- Arbeitslosenquote 10,1 Prozent (Vorjahr 10,7 Prozent)

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