Sonntag, 17. Dezember 2017


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Beginnende Herbstbelebung führt zum weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit

Der sächsische Arbeitsmarkt im September 2017

Chemnitz, (lifePR) - Die gute Auftragslage der sächsischen Wirtschaft führt zu einer weiterhin guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent waren im September in Sachsen insgesamt 130.600 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 3.600 weniger Menschen als im August und 15.700 weniger als vor einem Jahr. Damit ist die Arbeitslosigkeit wieder gesunken und erreicht ihr bisher geringstes Niveau.  

„Der Ausbildungsbeginn im September, die beginnende Herbstbelebung und demografische Effekte haben zum Rückgang der Arbeitslosigkeit beigetragen. Gleichzeitig wächst die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kräftig weiter. Dennoch warne ich vor zu großer Euphorie. Die großen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt stehen direkt vor uns. Die Demografie und die Digitalisierung werden den Arbeitsmarkt spürbar verändern und den Druck auf die Fachkräftesicherung weiter erhöhen. Deshalb nutzen wir die gute Arbeitsmarktsituation und helfen den Unternehmen und Menschen. Wir sind Teil der Lösung und unsere Antwort ist Bildung“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosigkeit  

Insgesamt waren im September in Sachsen 130.572 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren 3.598 (minus 2,7 Prozent) weniger und im Vergleich zum Vorjahresmonat 15.723 Menschen weniger arbeitslos (minus 10,7 Prozent).  

Im September wurden 29,1 Prozent aller Arbeitslosen (37.944) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 70,9 Prozent (92.628) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind in den Arbeitsagenturen 1.266 weniger Frauen und Männer arbeitslos gemeldet und im Vergleich zum Vorjahr sind es 545  mehr Menschen. Dieser Anstieg im Vergleich zum September 2016 ist auf den statistischen Effekt zurückzuführen, dass seit Jahresbeginn die „Aufstocker“ (Menschen die Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II erhalten) von den Arbeitsagenturen unterstützt werden. Zuvor wurden sie statistisch den Jobcentern zugeordnet. In den Jobcentern hingegen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat (minus 2.332) und im Vergleich zum Vorjahresmonat (minus 16.268) gesunken.  

Die Arbeitslosenquote belief sich im September auf 6,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 0,7 Prozentpunkte. Die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsbürger lag bei 21,7 Prozent, 3,4 Prozentpunkte unter dem Wert vom Vorjahresmonat.    

Beschäftigung  

Im Juli 2017 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,58 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 31.500  Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell zwei Prozent.   Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Sozialwesen (plus 5.500) und dem Verarbeitenden Gewerbe (plus 4.000). In den Bereichen Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz (plus 3.000), Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (plus 2.500), Erziehung und Unterricht (plus 2.400) sowie im Gesundheitswesen (plus 2.300) sind deutlich mehr Menschen beschäftigt als vor einem Jahr. Einen kräftigen Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin in der Zeitarbeit, in der Information und Kommunikation sowie im Logistikbereich.  

Arbeitskräftenachfrage  

Im September  haben sächsische Betriebe insgesamt 9.783 freie Stellen gemeldet. Das waren 89 mehr Stellen als im Vormonat und 23 mehr als im September 2016.  

Aktuell sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 38.389 freie Stellen gemeldet. Damit liegt die Arbeitskräftenachfrage um 609 Stellen über dem Niveau des Vormonats und um 5.049 Stellen über der des Vorjahres. Damit erreicht die Einstellungsbereitschaft einen neuen Höchststand seit Beginn der Messung von Arbeitsstellen im Jahr 2000.  

Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (12.965) zu besetzen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (5.113), dem Gesundheits- und Sozialwesen (3.380), dem Bereich Handel / Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (3.137), dem Baugewerbe (2.800), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (1.837) und dem Gastgewerbe (1.638).   Diese und viele andere freie Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. In der Jobbörse sind aktuell mehr als 70.000 freie Stellen von sächsischen Unternehmen veröffentlicht.  

Unterbeschäftigung  

Im September 2017 haben rund 52.200 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen. Viele wurden mit Weiterbildungen (10.268) gefördert, haben an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung (7.989) und an Aktivierungsmaßnahmen (6.562) teilgenommen oder wurden durch andere Institutionen unterstützt (11.375) Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 3.834). Damit lag die Zahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen um rund 800 über dem Niveau des Vormonats und um rund 300 unter dem des Vorjahresmonats.  

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – belief sich im September 2017 auf insgesamt 182.750 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum September 2016 um 15.841 oder acht Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 71,4 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im September bei 8,5 Prozent.  

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