Donnerstag, 23. November 2017


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Arbeitsagentur lädt zum Dialog im Dunkeln ein

"Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann." Richard v. Weizsäcker

Chemnitz, (lifePR) - Die Chemnitzer Arbeitsagentur lädt am 6. Dezember 2011, 14:00 Uhr, Vertreter aus Betrieben, Kammern, Gewerkschaft, Integrationsamt, Bildungsträger, Bildungsagentur, Landesdirektion und weitere Institutionen zum DIALOG IM DUNKELN in die Heinrich-Lorenz-Str. 20 ein. Medienvertreter sind ebenfalls herzlich eingeladen.

Noch immer denken viele Menschen beim Begriff Schwerbehinderung sofort an einen Rollstuhlfahrer. Dabei müssen Behinderungen nicht immer sichtbar sein. Im Gegenteil: Behinderung hat viele Gesichter, und noch immer haben es Menschen mit Handicap ungleich schwerer eine Arbeit oder Ausbildung zu finden. Die Dialog-Gäste erhalten ein freiwilliges Mobilitätstraining und werden durch den Einsatz von sichteinschränkenden Brillen für den Alltag Sehbehinderter und Blinder sensibilisiert. Die Veranstaltung dient dem Austausch der Netzwerkpartner und soll auf die Potenziale Schwerbehinderter, ihre Talente und Integrationschancen am Arbeitsmarkt aufmerksam machen. Arbeitgeber erhalten wichtige Informationen zur Beschäftigungsförderung und können sich vor Ort vom Arbeitsplatz blinder Auszubildender im Bürobereich selbst ein Bild machen. Zudem gibt es eine Ausstellung von Produkten aus dem Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte, Werkstätten für Behinderte und dem Don Bosco Jugendwerk.

Fast unbemerkt von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt, stieg die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten über lange Zeit langsam an. So waren Schwerbehinderte im November als einzige Gruppe im Vergleich zum Vorjahr von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen, und auch im Durchschnitt der letzten Jahre fällt der Anstieg deutlich aus (Vgl. 2010 zu 2009 12,2 Prozent). Die Chemnitzer Arbeitsagentur nimmt diese Entwicklung zum Anlass, einen Beitrag zur Aufklärung zu leisten und beteiligt sich ab dem 5. Dezember an der bundesweiten Aktionswoche der Menschen mit Behinderung. Wie leistungsstark sind Menschen mit Handicap wirklich?

Welche Einschränkungen müssen Sie hinnehmen? Wie nehmen Blinde die sehende Welt war? Welche Berührungsängste haben wir, die wir gesund und beweglich sind? Wie kann die Arbeitsagentur Schwerbehinderte unterstützen? "Auf diese und weitere Fragen wollen wir Antwort geben. Wir haben knapp 1.500 Arbeitslose, die schwerbehindert sind. Ihre Zahl ist entgegen dem insgesamt positiven Trend sogar gewachsen. Mit dieser Entwicklung dürfen wir uns nicht abfinden. Denn bemerkenswert ist, dass fast 90 Prozent der schwerbehinderten Arbeitslosen erfolgreich eine Ausbildung abgeschlossen haben. Hier steckt ein Potenzial, was Betriebe nutzen sollten. Das kann allerdings nur dann nachhaltig gelingen, wenn wir das Thema stärker in den Köpfen der Entscheider verankern und Vorbehalte abbauen helfen", sagt die Chefin der Arbeitsagentur, Angelika Hugel.

Aktionswoche der Menschen mit Behinderungen in der Chemnitzer Arbeitsagentur, Heinrich-Lorenz-Str. 20.

5. - 9. Dezember 2011
Ausstellung von Produkten aus Integrationsfirmen, Werkstätten für Behinderte und dem Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Gespräche mit Betrieben zur Beschäftigungsförderung Behinderter

6. Dezember 2011, 14 Uhr
Dialog im Dunkeln mit Vertretern von Betrieben, Institutionen, Kammern und Gewerkschaft; Mobilitätstraining für Gäste; Besichtigung Büroarbeitsplatz für Blinde Medienvertreter sind herzlich eingeladen.

7. Dezember 2011
Sensibilisierung und Informationen für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Arbeitsagentur und der Jobcenter rund um das Thema Behinderung

8. Dezember 2011
Weiterbildung von Vermittlern und Berufsberatern zur Berufskunde in einer Integrationsfirma bzw. Werkstatt für Behinderte

"Es liegt mir am Herzen, die Aktionswoche zur Sensibilisieren nach außen und innen zu nutzen. Die Angebote richten sich deshalb sowohl an die Wirtschaft und unsere Netzwerkpartner, gleichzeitig aber auch an mein Team als Einladung zur Weiterbildung", macht Angelika Hugel deutlich."Menschen mit körperlicher oder seelischer Einschränkung dürfen nicht ausgegrenzt werden. Bereits jetzt übertrifft die Zahl der aus Beschäftigung ausscheidenden Älteren die der nachrückenden jüngeren Jahrgänge. Da gilt es künftig alle Potenziale auszuschöpfen. Wir versuchen mit gutem Beispiel voranzugehen. In der Arbeitsagentur haben wir eine Beschäftigungsquote Schwerbehinderter von 8,3 Prozent und liegen damit über der durchschnittlichen Quote von 4,0 Prozent in unserem Bezirk. Ein solcher Arbeitsplatz kann oft schon mit einfachen technischen Mitteln wie Spezialmonitoren oder besonderen Tischen und Stühlen an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Und in vielen Fällen sind die Behinderungen wie zum Beispiel bei Diabetes gar nicht ersichtlich beziehungsweise stellen keine nennenswerte Einschränkung dar", so Hugel.

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