Sonntag, 17. Dezember 2017


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Höhepunkt der Pilzsaison: Das müssen Waldbesucher wissen

Berlin, (lifePR) - Im September erlebt die Pilzsaison ihren Höhepunkt. Viele passionierte Sammler berichten derzeit von einem guten Pilzjahr. Die AGDW – Die Waldeigentümer erklärt, warum Pilze wichtig für den Wald sind, wo die besten Sammelstellen zu finden sind, wie man sie am besten transportiert, und welche Regeln man beim Pilzsammeln beachten muss.

Es ist wieder soweit - die Pilzsaison ist in vollem Gange und lockt Sammler in unsere heimischen Wälder. Viele der besonders beliebten Speisepilze wie der Steinpilz, der Maronenröhrling oder der Parasol sind jetzt wieder zahlreich zu finden. Der in Teilen Deutschlands verregnete Sommer beschert uns jetzt zumindest eine gute Pilzsaison. Der Hauptgeschäftsführer der AGDW – Die Waldeigentümer, Alexander Zeihe, sagt dazu: „Pilzsammler sind in den privaten Wäldern selbstverständlich willkommen. Wichtig bei der Pilzsuche ist aber ein rücksichtsvolles Verhalten. Unsere Wälder haben vielfältige Funktionen - neben der Nutzfunktion sind die Schutz- und Erholungsfunktion bedeutsame Leistungen, die uns das Ökosystem Wald bereitstellt. Und diese gilt es zu bewahren.“

Faszinierendes Pilzreich

Was viele gar nicht wissen: Der oberirdische Pilz, der bei uns in der Pfanne landet, ist eigentlich nur ein winziger Teil des gesamten Pilzes. Unter dem Fruchtkörper, der nur sporadisch durch den Waldboden bricht, erstreckt sich ein großes Geflecht aus dünnen weißen Fäden: das sogenannte Myzel. Ein großes Myzel hat eine etwa 2400 Jahre alte Hallimaschart in Oregon in den USA ausgebildet. Es erstreckt sich über eine Fläche von 9 Quadratkilometern und soll um die 600 Tonnen wiegen. Eine weitere Besonderheit der Hallimasche ist die Fähigkeit zur Biolumineszenz. Ist es nachts komplett dunkel, kann vom Pilzmyzel durchwuchertes Holz grünschimmernd leuchten.

„Pilze können sowohl Freund als auch Feind der Waldbäume sein. Alle Pilze leben von organischer Substanz, doch die Frage nach der Quelle ist entscheidend für ihre ökologische Einordnung“, sagte Alexander Zeihe. So führen zum Beispiel parasitär lebende Pilze zur viel gefürchteten Weiß- oder Braunfäule, die in der Forstwirtschaft für Verluste verantwortlich sind. So auch beim Hallimasch: Dieser wurde aufgrund seiner parasitären Lebensweise überhaupt entdeckt. Ein zunächst unerklärliches Waldsterben, was durch ihn verursacht wurde, veranlasste Forscher dazu, das Gebiet genauer zu untersuchen. Einige Hallimascharten sind übrigens hervorragende Speisepilze.

„Die meisten Speisepilze haben jedoch eine andere Lebensweise. Sie gehen mit Pflanzen, insbesondere mit Bäumen, eine symbiontische Beziehung ein“, so der AGDW-Hauptgeschäftsführer. Das Myzel der sogenannten Mykorrhizapilze umschlingt die Baumwurzeln und bildet auf die Art ein gemeinsames System, bei dem beide Partner profitieren. Der Pilz verhilft dem Baum durch Oberflächenvergrößerung der Wurzeln zu einer verbesserten Wasser- und Mineralstoffaufnahme, während der Pilz im Ausgleich dafür mit Nährstoffen versorgt wird. Mykorrhizapilze sind demnach immens wichtig für die Vitalität der Wälder, speziell auf trockenen oder nährstoffarmen Standorten.

Tipps zum Pilzsammeln:

Die wichtigsten Speisepilze

Typische Pilzarten, die häufig in den Körben landen, sind Marone, Edelreizker, Schopftintling und natürlich Steinpilz und Pfifferling. Der rauchblättrige Schwefelkopf, der Hexenröhrling und das Stockschwämmchen gehören ebenso zum breiten Spektrum der essbaren Pilze im Wald. Aber Vorsicht: Viele Pilze sind im rohen Zustand giftig oder unverträglich und müssen daher vor dem Verzehr angebraten oder gedünstet werden. Vor manchen Sorten, die früher selbstverständlich auf der Speisekarte zu finden waren, wird heutzutage sogar gewarnt. So zum Beispiel beim Grünling, der in größeren Mengen zu Muskelschädigungen führen kann. Des Weiteren kann es bei einigen Arten, wie zum Beispiel beim Hexenröhrling, zu Unverträglichkeiten in Verbindung mit Alkoholkonsum kommen.

Wo finden sich Pilze?

Pilze brauchen zum Wachsen Feuchtigkeit und Wärme – nach ein paar Tagen Regen und milden Temperaturen wird man daher eher fündig als in Trockenperioden. Bevorzugte Standorte im Wald sind feuchte, bemooste Mulden und Hänge sowie nasse Baumstümpfe.  Immer einen Blick wert sind Schonungen, in denen sich gerne mal der eine oder andere Steinpilz versteckt. Manche Arten wachsen nur unter und an Laubbäumen, andere nur im Wuchsbereich von Nadelbäumen. Rotkappen zum Beispiel findet man zumeist bei oder unter Birken, Eichen und Pappeln. Maronenröhrlinge dagegen gedeihen fast nur neben Kiefern und Fichten.

Richtig ernten und transportieren

Die besten Methoden, um den Pilz aus dem Boden zu nehmen, sind, ihn vorsichtig herauszudrehen oder ihn unmittelbar oberhalb des Bodens mit einem scharfen Messer abzuschneiden. Der Vorteil des Herausdrehens: So erntet man auch den gesamten Stiel, der bei vielen Arten, zum Beispiel beim Steinpilz, besonders köstlich ist, sich aber zu gut einem Drittel seiner Länge noch im Boden befindet. Nach dem Herausdrehen sollte man das Loch allerdings wieder verschließen, damit das Erdreich und die das Loch umgebenden Pflanzen keinen Schaden nehmen. Bei der Mitnahme aus dem Wald sollten die Pilze unbedingt in einem Korb, nicht in einer Plastiktüte transportiert werden. Der Grund: In einer Plastiktüte können die Pilze nicht „atmen“ und verlieren ihre Frische und Würze oder können sogar an Bekömmlichkeit verlieren.

Wieviel ist erlaubt?

Pilze dürfen für den Eigengebrauch gesammelt werden. Allerdings gibt es Ausnahmen: So ist das Sammeln im Bereich von Naturdenkmalen, in Naturschutzgebieten und Nationalparks vollständig zu unterlassen. Einige besonders geschützte Pilzarten unterliegen zudem Sammelbeschränkungen, so zum Beispiel Steinpilz, Birkenpilz, Rotkappen und Pfifferlinge wie auch alle Morchelarten. Diese Arten dürfen laut Gesetz nur „in geringen Mengen” für den „Eigengebrauch” gesammelt werden. Die erlaubten Mengen können nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch zwischen den einzelnen Regionen eines einzigen Bundeslandes unterschiedlich sein. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise lässt der Kreis Euskirchen eine Höchstmenge von zwei Kilo pro Tag und Person zu, andere Regionen des Bundeslandes dagegen nur ein Kilo. Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz darf man Pilze (und andere Waldfrüchte) im „ortsüblichen Umfang“ sammeln. Daher gilt: Am besten man erkundigt sich bei den zuständigen Kommunal- und Forstbehörden vor Ort, dann ist man auf der sicheren Seite.

Safety First

Auf Sicherheit muss man immer achten, wenn man in die Pilze geht. Viele Pilzarten sind giftig und ähneln dabei den essbaren Sorten zum Verwechseln. So unterscheiden sich zum Beispiel der hochgiftige Knollenblätterpilz und der beliebte Wiesenchampignon nur unwesentlich. Die gesammelten Pilze sollte man daher vor dem Verzehr durch zertifizierte Pilzsachverständige überprüfen lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) gibt auf ihrer Seite www.dgfm-ev.de viele Ratschläge rund um das Thema Pilze. Im Falle des Verdachts auf eine Pilzvergiftung nennt sie unter anderem folgende Hinweise: Keine Panik - Ruhe bewahren! Kein Erbrechen auslösen. Kein Salzwasser geben. Und ganz wichtig: Kontaktieren Sie Ihren regionalen Giftnotruf.

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