Sonntag, 17. Dezember 2017


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Politik muss deutsche Firmen im Afrikageschäft stärker unterstützen

München, (lifePR) - Die deutsche Wirtschaft gerät bei großen Infrastrukturprojekten in Afrika gegenüber Wettbewerbern ins Hintertreffen, während allerdings der Absatz von Spezialprodukten deutscher Mittelständler im Infrastrukturbereich steigt. Angesichts dieser Bilanz fordern die Firmen eine stärkere Unterstützung durch die Politik. Dies war der wesentliche Tenor zur Eröffnung des 2. Deutsch-Afrikanischen Infrastrukturforums heute in München.

"Die Bauleistung deutscher Firmen belief sich 2013 auf rund 550 Mio. Euro. Das ist durchaus positiv, aber nichts gegen die Projektvolumina der Konkurrenz - zum Beispiel aus Asien", erklärte Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft zur Eröffnung des Forums. Wettbewerbsvorteile entstünden den Mitbewerbern vor allem durch großzügige Staatskredite und -garantien sowie durch eine zum Teil aggressive politische Flankierung. "Hier ist der deutsche Staat gefragt, die Unternehmen bei der Risikominimierung stärker zu unterstützen und Alternativen zu den "Billigkrediten" der Chinesen oder der großzügigen Verwendung von gebundener Entwicklungshilfe der Japaner zu entwickeln", so Liebing.

"Wenn wir verhindern wollen, dass die deutsche Wirtschaft auf den Zukunftsmärkten in Afrika Nischenanbieter bleibt, müssen Unternehmen und Bundesregierung mutiger werden." Das Interesse afrikanischer Regierungen an einer Zusammenarbeit mit deutschen Firmen sei aktuell groß.

"Dieses Momentum sollten wir nutzen. Regierungen investieren derzeit Milliarden in den Ausbau ihrer Häfen, Straßen und Städte. Der Ausbau von Infrastruktur ist zudem die wichtigste Voraussetzung für Fortschritt, Produktivität und nachhaltiges Wachstum auf dem afrikanischen Kontinent", so Liebing.

Der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Thomas Silberhorn, betonte, dass Afrika aufgrund des enormen Ressourcenreichtums und einer jungen und wachsenden Bevölkerung über große Potenziale für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung verfüge. Um diese Potenziale zu heben, seien die regionale wirtschaftliche Integration und eine funktionierende Infrastruktur von großer Bedeutung. Hier träfen unternehmerische Chancen und entwicklungspolitischer Handlungsbedarf zusammen. Das Bundesentwicklungsministerium begleite daher deutsche Firmen, die sich in Afrika engagierten. Es gebe 450 Kooperationsprojekte mit einem bisherigen Gesamtvolumen von 250 Mio. Euro.

Trotz derzeit schwieriger Zeiten in Westafrika zeigt die deutsche Bauindustrie großes Interesse an Infrastrukturprojekten in Afrika. Im Rahmen des Forums in München treffen am 3. und 4. Dezember fast 250 Experten aus Deutschland und zahlreichen afrikanischen Ländern zusammen, um über potentielle gemeinsame Projekte zu sprechen. Unter den Gästen sind unter anderem die Transport- und Infrastrukturminister aus Côte d'Ivoire, Ghana, Ruanda, Kenia und Ägypten, die für mehr deutsches Engagement in ihren Ländern werben.

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