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Pressemitteilung BoxID: 297155 (Ärztekammer Westfalen-Lippe)
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Windhorst kritisiert Geschäftsgebaren der PKV

Das duale Versicherungssystem leidet

(lifePR) (Münster, ) In der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Privaten Krankenversicherung (PKV) kritisiert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, das Geschäftsgebaren der privaten Versicherer. "Das bewährte duale Versicherungssystem hat stark gelitten. Und daran ist die PKV ganz sicher nicht schuldlos, eher im Gegenteil. Deren Akteure diskreditieren gerade ihr eigenes Geschäftsmodell."

Im Fokus der Kritik stehen laut Windhorst zu Recht die ständig steigenden Beiträge für Privatversicherte. "Die Versicherten werden mit Billigbeiträgen in die PKV gelockt, anschließend sehen sie sich dauernden und konsequenten Höherstufungen von bis zu 70 Prozent ausgesetzt. Das ist Bauernfängerei auf hohem Niveau. Die Altversicherten werden somit gezwungen, für eine ausgeglichene Bilanz zu sorgen. Sie subventionieren damit das schlechte Geschäftsmodell der PKV, das auf immer neue Gutverdiener mit geringem Krankheitsrisiko abstellt und sind die Feuerwehr für die Budgets."

Derzeit sei auch eine "GKVisierung der PKV" zu verfolgen, so Windhorst. "Wenn sich aber PKV und GKV immer mehr angleichen, sind wir auf dem Weg zu einer Einheitsversicherung. Wer braucht dann noch die PKV? Die PKV muss sich nicht wundern, wenn sie derzeit in Frage gestellt wird." Vielmehr solle sie sich um den Markt der Zusatzversicherungen bemühen. Hier ließen sich viele Bereiche durch die PKV abdecken, da es zahlreiche Menschen gebe, die für die Gesundheitsversicherung zusätzlich Geld investierten.

Vielmehr habe sich das duale Versicherungssystem, also das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung, bewährt und sei auch ein Garant für medizinischen Fortschritt und Innovationen in der Patientenversorgung. Dies müsse auch zukünftig unter einer neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Bestand haben. Die PKV wolle die Novellierung der GOÄ verhindern. Dies sei eine "Kampfansage an die Ärzteschaft". Eine neue ärztliche Gebührenordnung sei für die Patienten als "Instrument der Transparenz" dringend notwendig, indem sie über die Rechnungslegung der ärztlichen Leistungen aufkläre.